EntscheidungsfindungEntscheidungsfallen entgehen

Weil Entscheidungen (fast) immer von Menschen getroffen werden, spielen Überzeugungen, Vorurteile oder Fehleinschätzungen eine wichtige Rolle. Menschen begehen in Entscheidungssituationen Denkfehler und tappen deshalb in Fallen. In diesem Abschnitt erfahren Sie, welche das meistens sind und wie Sie diese umgehen.

Entscheidungen sind schlecht vorbereitet und schlecht aufbereitet

Eine Quelle für Entscheidungsfehler ist der Entscheidungsprozess selbst, der schlecht durchgeführt wird:

  • Die Alternativen der Entscheidung sind nicht klar herausgearbeitet.
  • Die wichtigen, weil entscheidungsrelevanten Informationen wurden nicht gefunden oder missachtet.
  • Die Kosten- und Nutzenfaktoren wurden schlecht gegeneinander abgewogen und falsch gewichtet.

Darüber hinaus gibt es einige Fehlerquellen, die im Denkverhalten und den Denkgewohnheiten der Entscheider begründet sind. Die folgenden „Denkfehler“ führen in Entscheidungsfallen. Wenn Sie sich diese bewusst machen, reduzieren Sie das Risiko, dass Sie hineintappen.

Informationen, die präsent sind, werden zu hoch gewichtet

Informationen sind die Grundlage für Entscheidungen. Dabei gewinnen solche Informationen ein hohes Gewicht, die gerade präsent sind – weil sie zuerst auftauchten, weil sie noch in Erinnerung sind oder weil sie kurz vor dem Beschluss vorgestellt wurden.

Das bedeutet beispielsweise, dass bei der Geschäftsplanung bestehende Trends einfach fortgeschrieben werden, bei der Personalbeurteilung Kollegen nach ihrem ersten Eindruck beurteilt werden oder das Fazit einer Präsentation die gesamte Diskussion prägt. Andere Informationen und Einflussfaktoren, die nicht präsent sind, werden übergangen oder nicht in Betracht gezogen. Manche nutzen diesen sogenannten Anker-Effekt gezielt im Prozess der Entscheidungsfindung, indem sie die ihnen genehmen Informationen ins Blickfeld rücken und präsent machen.

Mögliche Gegenmaßnahmen:

  • Ein Sachverhalt zur Entscheidungsfindung sollte immer unter mehreren und unterschiedlichen Aspekten besprochen werden.
  • Es sollten gezielt Gegenpositionen bezogen werden (advocatus diaboli).
  • Bevor Informationen von anderen begutachtet werden, sollte man den Sachverhalt für sich selbst bedenken.
  • Informationen sollten aus unterschiedlichen Quellen von verschiedenen Personen kommen.