Krisenmanagement, Turnaround und InsolvenzverfahrenInsolvenz erkennen und Insolvenzverfahren durchführen

Die Insolvenz ist die Folge, wenn kein Ausweg aus der Unternehmenskrise gefunden wird und die Zahlungsverbindlichkeiten nicht mehr erfüllt werden können. Dann muss die Geschäftsleitung den Insolvenzantrag stellen. Lesen Sie, welche Voraussetzungen dafür vorliegen müssen, wie Sie diese erkennen und welche Folgen das im Insolvenzverfahren hat.

Wie kommt es zur Insolvenz eines Unternehmens?

Wenn ein Unternehmen in eine akute Krise gerät und nicht rechtzeitig reagiert, droht die Zahlungsunfähigkeit. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens sagt das betroffene Unternehmen, dass es nicht mehr in der Lage ist, seine Schulden und Zahlungsverpflichtungen zu begleichen. Das mag für manche Unternehmen eine Möglichkeit sein, um die Zahlungsverpflichtungen oder einen Teil davon loszuwerden. Damit das nicht so einfach möglich ist, hat der Gesetzgeber genau geregelt, wann ein Insolvenzverfahren eingeleitet werden darf und wann es eingeleitet werden muss.

Das Unternehmen muss darlegen, warum es insolvent ist und das Insolvenzverfahren einleiten will. Wenn die gesetzlich genannten Voraussetzungen vorliegen, ist das Unternehmen dazu verpflichtet, das Insolvenzverfahren zu beantragen. Ziel dabei ist, dass möglichst viele Forderungen der Gläubiger, das sind Lieferanten, Behörden, Sozialversicherungsträger, Finanzamt, Beschäftigte oder andere Geschäftspartner, noch erfüllt werden können. Das geschieht, indem:

  • das noch vorhandene Vermögen nach festgelegten Regeln unter den Gläubigern aufgeteilt wird oder
  • gemeinsam ein Weg gefunden wird, um das Unternehmen zu sanieren und die Fortführung der Geschäfte zu gewährleisten.
Hinweis

Neuregelungen zum Insolvenzrecht zur Stabilisierung der Wirtschaft in 2021

In Deutschland ist zum 01.01.2021 das Sanierungs- und Insolvenzrechtsfortentwicklungsgesetz (SanInsFoG) in Kraft getreten. Mit den neuen Regelungen werden zum einen einige Unklarheiten und Überschneidungen bei drohender Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung in der bestehenden Insolvenzordnung (InsO) beseitigt.

Zum anderen ist damit mehr Flexibilität für den neuen Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen geschaffen gegeben; dieser ist im Zusammenhang mit der besonders schwierigen Lage vieler Unternehmen aufgrund von Corona-Beschränkungen notwendig. Für das Jahr 2021 sind die Zeiträume für eine Fortbestehensprognose geändert. Für Überschuldung von zwölf auf vier Monate (CoVInsAG). Die Antragsfrist ist bei Überschuldung von drei auf sechs Wochen verlängert.