Arbeits- und Organisationspsychologie Kommunikation aus organisationspsychologischer Sicht

Organisationspsychologie untersucht die Kommunikation in einer Organisation. Das Ziel: Die Kommunikation soll gut funktionieren und zur gemeinsamen Zielerreichung beitragen. Es geht um Fragen zur Kommunikationskompetenz für die bessere Koordination der Zusammenarbeit und der Prozesse und zur Vermeidung von Missverständnissen.

Kommunikation als Instrument im Unternehmen

Die Koordination mehrerer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erfüllung einer gemeinsamen Aufgabe ist ein wesentliches Merkmal in jeder Organisation. Das wichtigste Instrument dafür ist die Kommunikation. Manche Experten gehen soweit zu sagen, dass Organisieren nichts anderes ist als zu kommunizieren.

Aus Sicht der Organisationspsychologie geht es darum, Kommunikation in Organisationen zu analysieren und zu organisieren. Im Allgemeinen mit dem Ziel, dass die Kommunikation gut funktioniert und zur gemeinsamen Zielerreichung, also zur Koordination von Aufgaben und Abläufen beiträgt. Störungen in der Kommunikation sollen erkannt und behoben werden. Dabei gilt es zu beachten, dass Kommunikation ein zentrales Grundbedürfnis von Menschen ist.

Welche Kommunikationsformen im Unternehmen stattfinden

Insbesondere Führungskräfte widmen einen erheblichen Teil ihrer Arbeitszeit der Kommunikation. Es lässt sich die schriftliche von der mündlichen Kommunikation unterscheiden. Beispiele dafür sind:

  • Briefe oder E-Mails schreiben
  • sonstige schriftliche Unterlagen mit Informationen für andere erstellen
  • Telefongespräch führen
  • Telefon- oder Videokonferenz führen
  • Gespräch mit einem Mitarbeiter führen
  • Gespräch mit mehreren Mitarbeitern
  • Moderation einer Besprechung
  • informelle Gespräche in der Kaffeeecke
  • Präsentation vor Kunden

Solche Kommunikationsformen und die dafür notwendige Methodenkompetenz und Verhaltensformen werden nur sehr selten in der Ausbildung vermittelt. Hier besteht in allen Fällen ein hoher Qualifizierungsbedarf zur Verbesserung der Kommunikationskompetenz.

Durch die technologische Entwicklung im Bereich der Informations- und Kommunikationssysteme ist die Kommunikation immer komplexer geworden. Belastend wirkt dabei auch eine zunehmende Informationsflut. Hier sind die Organisation und ihr Wissensmanagement gefordert. Diese Entwicklungen haben Einfluss auf die Kommunikationsstile und Kommunikationsinhalte.

Beispiel: E-Mail, Messenger- und Chat-Systeme sind zu wichtigen Werkzeugen für die Abstimmung in Unternehmen geworden. Wer bei der Formulierung seiner E-Mail Kommunikationsregeln und Stile nicht einhält, kann den Empfänger verunsichern und verärgern. Wer eine E-Mail erhält, gerät schnell Druck, schnell und unverzüglich zu reagieren. Beides kann die Zusammenarbeit belasten.