Arbeits- und Organisationspsychologie Konflikte aus organisationspsychologischer Sicht

Wo Menschen zusammen sind, kann es immer zu Konflikten kommen. Gerade bei der Arbeit, wenn die einen Mitarbeiter von anderen abhängig sind, besteht ein großes Konfliktpotenzial. Mit den Methoden und Werkzeugen der Organisationspsychologie können Konflikte erkannt, bearbeitet und gelöst werden.

Konflikte haben negative und positive Folgen

Wo Menschen zusammenarbeiten, kann es immer zu Konflikten kommen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind unterschiedlicher Meinung, einzelne wollen sich auf Kosten anderer profilieren, man streitet um Budgets oder sieht im Kollegen den Konkurrenten für die frei werdende Teamleiterstelle. Psychologen betonen die negativen Folgen von Konflikten, denn sie belasten die beteiligten und betroffenen Mitarbeiter in den meisten Fällen.

Aus organisatorischer Sicht können Konflikte auch positive Folgen haben: Wenn sich zwei Mitarbeiter um die neue Teamleiterstelle streiten, strengen sie sich im persönlichen Wettbewerb meist besonders an – zum Wohle des Unternehmens. Konflikte verhindern Stagnation, sind Quelle für Neugierde, Interesse und Veränderung. Sie zeigen Probleme auf und erzwingen Lösungen. Sie führen bei einzelnen Personen auch zur Selbsterkenntnis.

Welche Konfliktarten unterschieden werden

Es lassen sich zwei Arten von Konflikten unterscheiden:

  • Konflikte innerhalb einer Person: unvereinbare Handlungstendenzen, psychische Spannungen, Interessens- oder Wertkonflikte;
  • Konflikte zwischen Gruppen (mit jeweils mindestens einer Person).

Beide Konfliktarten können zusammenhängen: Wenn ein Mensch in sich einen Konflikt trägt, kann er diesen auf seine Umwelt und andere Menschen übertragen, um sich selbst zu entlasten. Aus Sicht der Organisationspsychologie geht es vor allem um Konflikte zwischen Gruppen.