Interkulturelle Teams führenKonflikte in interkulturellen Teams bewältigen

Teamleiter müssen früh und konsequent Konflikte erkennen. Dafür ist die Sensibilität des Teamleiters gefragt.

Teammitglieder sind unterschiedlicher Meinung, Einzelne wollen sich auf Kosten anderer profilieren oder man sieht den Kollegen als Konkurrenten. Konflikte und Krisen gelten gemeinhin als negativ. In der Team- und Projektarbeit können sie aber auch positive Folgen haben: Konflikte ...

  • verhindern Stagnation, sind Quelle für Neugierde, Interesse und Veränderung.
  • decken Chancen auf, weisen auf Probleme hin, beseitigen Unklarheiten und erzwingen Lösungen.
  • verbessern die Teamdynamik, beeinflussen die Konfliktbereitschaft der Beteiligten, führen beim Einzelnen manchmal zur Selbsterkenntnis und fördern das Teamgefühl.

Konflikte werden meistens erst dann sichtbar, wenn sie bereits ausgebrochen sind. Manche von ihnen brodeln aber vielleicht schon lange; sie sind latent vorhanden. Wenn sie (noch) nicht ausgebrochen sind, dann liegt es daran, dass sich die Mitglieder der Konfliktpartei dessen (noch) nicht bewusst sind oder dass sie sich (noch) nicht trauen, den Konflikt offen auszutragen.

Konfliktfelder in interkulturellen Teams

Folgende Konfliktfelder lassen sich unterscheiden:

  • Zielkonflikte: Die Teammitglieder arbeiten an einer Problemlösung und verfolgen dabei unterschiedliche Ziele. Dem einen ist zum Beispiel die Kundenzufriedenheit wichtiger, der andere will ein neues Produkt einführen.
  • Beurteilungskonflikte: Die Teammitglieder bewerten aufgrund unterschiedlich verarbeiteter oder unterschiedlich wahrgenommener Informationen einen Sachverhalten im Projekt ungleich. Zum Beispiel streiten sie sich darüber, mit welchen Mitteln ein gemeinsames Ziel besser erreicht wird. Der eine glaubt, mehr Anzeigen in Zeitungen brächten mehr Kunden, der andere hält Direktmailings für wirkungsvoller.
  • Verteilungskonflikte: Die Teammitglieder konkurrieren um knappe beziehungsweise dieselben Ressourcen, zum Beispiel um die frei werdende Teamleiterstelle.
  • Beziehungskonflikte: In Teams kommen unterschiedliche Charaktere, Personen mit abweichenden Werten, Normen und Zielen zusammen.  Ein Teammitglied äußert zum Beispiel offen Kritik über die Arbeit eines chinesischen Mitarbeiters. Dadurch fühlt sich dieser bloßgestellt. Auch der Kritiker selbst verliert (bei den chinesischen Mitarbeitern) sein Gesicht.

In interkulturellen Teams kommen Beziehungskonflikte beziehungsweise Konflikte auf der emotionalen oder psychosozialen Ebene verstärkt vor. Sie werden vor allem zu Beginn der Teamarbeit ausgefochten, dann wenn es um Methoden und Instrumente oder den Zweck der Zusammenarbeit geht und sich die Teamstrukturen allmählich festigen.

Auch Ziel- und Beurteilungskonflikte finden vermehrt zu Beginn der Zusammenarbeit statt, dann wenn die Projektorganisation ein Thema ist. Die Beantwortung der Fragen, wie viel Zeit aufgewendet wird, wie die Kosten verteilt und welche Ziele verfolgt werden, wird durch subjektive Bewertungen der vorhandenen Informationen beeinflusst.

Verteilungskonflikte treten bei der Durchführung eines Projekts auf, dann wenn die Teammitglieder ihre eigenen sowie die vorgegebenen Ziele verfolgen und dabei die gleichen Ressourcen nutzen müssen.

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