SchlüsselqualifikationenLernkompetenz und lebenslanges Lernen

Warum sind Lernbereitschaft und Lernfähigkeit im Beruf so wichtig? Wie kann man das Lernen in den beruflichen Alltag integrieren? Kann man sich neues Wissen eigenverantwortlich aneignen – ohne die Hilfe von außen? Was unterscheidet formales und informelles Lernen? Und welche Lernmedien können beim Lernen helfen?

Deshalb ist die Lernkompetenz im Beruf wichtig

Weil sich das berufliche Umfeld ständig ändert, neue Aufgaben übernommen werden müssen und Wissen veraltet, müssen Menschen „lernen zu lernen“. Wer dabei einmal im Jahr ein Seminar besucht und sich dort zwei Tage mit Powerpoint-Folien berieseln lässt, wird nicht weit kommen.

Wichtig ist, das eigene Lernen zielgerichtet zu beherrschen und selbst zu organisieren. Dazu zählt:

  • Erkennen, in welchen Bereichen eine Weiterbildung notwendig, hilfreich und sinnvoll ist.
  • Geeignete Lernangebote identifizieren und in ihrer Qualität beurteilen können.
  • Unterschiedliche Lernmethoden und Lerntechniken kennen und anwenden können.
  • Erlerntes auf den eigenen Arbeitsbereich übertragen und Probleme lösen können.
  • Erfahrungen machen und diese in das vorhandene Wissen einbinden können.

Wie Lernen im beruflichen Kontext funktioniert

Dabei ist es hilfreich zu erkennen, wie Sie am besten lernen können. Es gibt die Autodidakten, die am liebsten Bücher und Fachartikel lesen. Andere brauchen den Austausch mit Kollegen oder Vorbilder. Erfahrungswissen lässt sich meist nur durch ein „Lernen im Job“ bilden und entwickeln.

Wissensaufnahme und Wissensverarbeitung hängen von einer Vielzahl von Faktoren ab. Wichtig sind folgende Aspekte mit Beispielen:

  • Rahmenbedingungen: Raum, Zeit, andere Personen, Methoden, Technik, Möglichkeit, das Erlernte anzuwenden
  • Lernstrategie: Lesen, hören, ausprobieren, diskutieren, Skizzen machen, markieren, nachdenken, auf Bekanntes übertragen, Eselsbrücken bauen, Lernfortschritt prüfen, Pausen machen, in Lerngruppen arbeiten, die passenden Lernmittel nutzen (Buch, Video, Gruppenarbeit, ...)
  • Motivation: Sinn des Lernens und des zu Erlernenden begreifen, Praxisrelevanz erkennen, Spaß haben, viele Sinne nutzen, Präferenz für einzelne Lernarten oder Lernstile einsetzen
  • Persönliche Ressourcen: Ausdauer, Disziplin, Anstrengung, Aufmerksamkeit, Konzentration, Reflexionsvermögen