Kreativität steigernMethodisches Vorgehen für mehr Kreativität

Kreativität soll dazu führen, dass Neues entdeckt und erkundet wird. Sie lebt vom divergenten Denken. Gleichwohl hilft ein methodisches Vorgehen, genau diesen Prozess des Entdeckens und Erkundens zu verbessern. Das sollen Kreativitätstechniken leisten.

Vom Ausprobieren zur systematischen Kreativität

Zweifellos ist das Ausprobieren eine einfache Herangehensweise, wenn es um knifflige Probleme geht. Bereits als Kinder haben wir experimentiert, probiert und dabei unschätzbare Erfahrungen gesammelt. Mit Gruseln haben wir in Filmen den Alchimisten bei ihrem Probieren zugesehen und mussten feststellen, dass sie am Ende doch kein Gold erzeugen konnten. Oder wir haben mit Schauer den Golem erwachen sehen oder Frankensteins Monster. Mit Ausprobieren und Improvisieren werden in Mangelwirtschaften manchmal erstaunliche Lösungen gefunden. Aber richtige Kreativitätstechniken?

In der Tat sind die 20 bis 30 gebräuchlichsten Kreativitätstechniken nicht nebenbei anzuwenden. Das mag vielleicht noch für die ungelenkte Kreativität gelten, aber schon nicht mehr bei der gelenkten. Es sind seit den 1920er-Jahren immer wieder Übersichten entstanden, die die Verwandtschaften der verschiedenen Kreativitätstechniken verdeutlichen sollen. Die Techniken können eingeteilt werden in folgende Gruppen:

Intuitive Kreativität

  • die ungelenkte Spontaneität mit den Probiertechniken
  • die gelenkte Spontaneität mit dem berühmten Brainstorming und den Fragetechniken
  • die assoziative Spontaneität mit allen synektischen Techniken

Systematische Kreativität

  • die Funktionsanalysen mit den gleichfalls berühmten morphologischen Kasten oder morphologische Matrix
  • die Konstruktionskataloge mit ihren fertigen Teillösungen
  • die naturwissenschaftlichen Effekte-Sammlungen, die besonders in der Physik gut ausgearbeitet sind
  • die Bionik, die neuerdings von einer anregenden Analogie zu einer produktiven Systematik gelangt ist

Widerspruchsorientierte Kreativität

Die dritte Gruppe könnte man die Königsklasse der Kreativitätstechniken nennen, weil sie da ansetzt, wo andere nicht weiterkommen. Diese Methoden sollen die Barrieren im Denken, in der Ökonomie und den naturwissenschaftlichen oder ingenieurtechnischen Gegebenheiten überwinden helfen. Zu ihr gehören:

  • die Stoff-Feld-Analyse
  • die Widerspruchsformulierung
  • das Idealitätskonzept
  • die 40 Lösungsstandards und die 39er Parametermatrix

Die folgende Tabelle 1 zeigt dies in der Übersicht.

Tabelle 1: Systematik der Kreativitätstechniken