Krankenstand mit Fehlzeitenmanagement senkenMit welchen Maßnahmen Sie den Krankenstand senken

Um den Krankenstand in Ihrem Unternehmen zu senken, müssen Sie die Ursachen kennen und beseitigen. Daraus lassen sich Maßnahmen ableiten. Sie betreffen zum Beispiel Arbeitsgestaltung, gesundheitsförderndes Führungsverhalten, Unfallverhütung oder betriebliches Gesundheitsmanagement. Was genau umgesetzt wird, lässt sich in einem Fehlzeitenprojekt erarbeiten.

1. Fehlzeiten analysieren

Der Krankenstand kann als Indikator für die Arbeitszufriedenheit dienen. Als Führungskraft sollten Sie daher immer die Fehlzeiten im Auge haben. Gerade in größeren Unternehmen ist es unerlässlich, die Fehlzeiten zu beobachten und bei einer Zunahme genau zu analysieren, in welchen Bereichen (zum Beispiel Abteilungen oder Filialen) es zu Fehlzeiten kommt und was die Gründe dafür sind. Dabei ist wichtig, ob es strukturelle Veränderungen gab, ob sich etwas an den Arbeitsbedingungen verändert hat oder ob es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt, die auffällig oft abwesend waren. Um einen Trend zu erkennen, sollten Sie Vergleichszeiträume heranziehen. Nur wenn Sie die genauen Ursachen kennen, können Sie die Fehlzeiten, Krankenstand und Krankenquote reduzieren.

Fehlzeitenstruktur analysieren

Bei der Fehlzeitenstrukturanalyse werden die im Betrieb verfügbaren Fehlzeitendaten genauer analysiert. Mögliche Fragen zur Analyse sind:

  • Wie hoch sind die Fehlzeiten bei jüngeren und älteren Beschäftigten im Vergleich?
  • Welche Rolle spielt die Dauer der Betriebszugehörigkeit?
  • Oder die Zugehörigkeit zu einer betrieblichen Organisationseinheit (Abteilung, Center, Schicht)?
  • Wie verteilen sich die Krankheitstage auf Kurz- und Langzeiterkrankungen?

Eine Kooperation mit den Krankenkassen lässt sogar Aussagen zu den vorherrschenden Krankheitsbildern zu und setzt diese in Beziehung zu anderen Unternehmen der Region oder Branche. Diese Analyse erlaubt erste Schlussfolgerungen bezüglich abzuleitender Maßnahmen im Rahmen des Fehlzeitenprojekts. Während solche Analysen im Rahmen der Personalarbeit zu leisten sind, muss spätestens beim Einsatz weiterer Instrumente oder bei der Einleitung geeigneter Maßnahmen die Kooperation mit dem Betriebsrat angestrebt werden.

Hinweis: Unterschiedliche Begrifflichkeiten

Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vs. Krankenstand und Fehlzeiten

Bei der Krankschreibung beim Arzt wird der Begriff Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung verwendet und damit auch in den Statistiken der Krankenkassen, während bei den betrieblichen Kennzahlen eher die Begriffe Krankenstand und Fehlzeiten auftauchen.

Kategorien in der Fehlzeitenstatistik

Das Führen einer Fehlzeitenstatistik gehört in der Regel zur betrieblichen Praxis, so dass es hier keiner expliziten Analyse bedarf und entsprechende Daten direkt zur Verfügung stehen. Unternehmen erfassen dabei die Abwesenheit ihrer Beschäftigten und ordnen diese einer Kategorie zu, zum Beispiel der Kategorie Krankheit, Sonderurlaub, krank durch Unfall oder Weiterbildung. Für das Betriebliche Gesundheitsmanagement besonders relevant sind Fehlzeiten aufgrund von (als arbeitsbedingt einzustufenden) Erkrankungen oder (Arbeits-) Unfällen.

Eine regelmäßige Erfassung der krankheitsbedingten Fehlzeiten ermöglicht neben den aktuellen Betrachtungen stets auch Monats-, Quartals- und Vorjahresvergleiche. Weiterhin können Abteilungsvergleiche sowie eine Differenzierung nach Dauer, Häufigkeit und Zeitpunkt erhoben werden.

Kurz- und Langzeiterkrankung innerhalb und außerhalb der Lohnfortzahlung

Auch die Unterteilung in Kurzzeiterkrankung (1. bis 3. Tag), Krankenstand innerhalb der Lohnfortzahlung (1. bis 42. Tag), Langzeiterkrankung außerhalb der Lohnfortzahlung (ab dem 42. Tag) und Anteil der durch einen Unfall verursachten Arbeitsunfähigkeit ist sinnvoll. Die kontinuierliche Betrachtung der Entwicklung der Fehlzeiten soll dazu dienen, mögliche Tendenzen und damit Handlungsbedarf im Unternehmen aufzudecken. Dargestellt werden die Fehlzeiten meist als prozentualer Krankenstand.