Quality Function Deployment (QFD)Phasen des Quality Function Deployment (QFD) aus Techniksicht

Im zweiten Teil des Quality Function Deployment werden die einzelnen Schritte aus Techniksicht ausführlich erläutert. Dabei werden die Produktmerkmale identifiziert, die verbessert werden sollten. Dazu werden Lösungen mit Wettbewerbern verglichen und Soll-Vorgaben gemacht. Die ersten Phasen der Marktsicht werden im vorigen Abschnitt erläutert.

5. Techniksicht

Mit dem fünften Schritt wechseln Sie die Perspektive: Bis hierhin ging es im vorigen Abschnitt dieses Handbuch-Kapitels um Zielgruppe, Kundenanforderungen und Wettbewerb. Nun wird das Produkt mit seinen Leistungsmerkmalen genau analysiert. Dazu nehmen Sie die Perspektive der Technik ein. Das Produkt wurde bereits zu Beginn des Quality Function Deployment ausgewählt und beschrieben. Nun geht es in die Details. Dazu erläutern Sie:

  • Produktmerkmale und Eigenschaften
  • Produktfunktionen
  • Produktkomponenten, Elemente des Produkts, die sich technisch getrennt voneinander betrachten lassen
  • ergänzende Services und Dienstleistungen
  • Preis

6. Leistungsmerkmale der Produkte und Dienstleistungen benennen

Im Einzelnen müssen Sie dazu in Schritt 6 aus den Kundenanforderungen die Merkmale Ihrer Produkte und Dienstleistungen ableiten, die die Anforderungen abdecken sollen. Wichtig ist dabei:

  • Listen Sie alle Merkmale auf, die tatsächlich zur Realisierung von Kundenwünschen beitragen. Sie können dies beispielsweise anhand der wesentlichen Baugruppen oder Funktionen Ihrer Produkte tun. Denken Sie aber auch an produktbegleitende Dienstleistungen und Prozesse, die wesentlich helfen, die Kundenanforderungen zu erfüllen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Merkmale alle Kundenanforderungen abdecken. Auch wenn die bisherige Ausprägung des Merkmals noch nicht wirklich dazu beiträgt.
  • Nennen Sie Produktmerkmale nur einmal. Fassen Sie gegebenenfalls zu Klassen zusammen.
  • Nennen Sie nur die Produktmerkmale, die der Kunde wahrnimmt, die einen direkten Einfluss auf das Qualitätsempfinden des Kunden haben können.
  • Die Merkmale sollten so allgemein formuliert sein, dass nicht schon festgelegt wird, mit welcher Technik oder in welcher genauen Ausprägung das Merkmal erfüllt wird. Wenn beispielsweise ein wichtiges Bauteil ein Behälter ist, sollten Sie ihn nicht schon als Metall‑, Kunststoff- oder Holzbehälter bezeichnen. Diese technische Ausprägung wird erst später festgelegt.
  • Konzentrieren Sie sich auf die wichtigsten fünf bis zehn Merkmale. Sie können auch mehr Merkmale erfassen. Bedenken Sie aber, dass dann die Beziehungsmatrix zwischen Kundenanforderungen und Leistungsmerkmalen sehr groß wird. Der Menge an Leistungsmerkmalen und der Detaillierungsgrad, den Sie betrachten wollen, hängen letztlich von Ihrer Fragestellung ab.

Um die richtigen Merkmale zu finden, kann ein Ursache-Wirkungs-Diagramm, das sogenannte Ishikawa-Diagramm, helfen. Sie nehmen jede Kundenanforderung und sammeln mögliche Merkmale, die zur Erfüllung beitragen können. Tragen Sie diese ins Ishikawa-Diagramm ein. Dann bündeln Sie die Merkmale und wählen die entscheidenden aus. Abbildung 5 zeigt dies für das Beispiel einer Bahnfahrt.

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