Critical-Chain-ManagementPlanung, Steuerung und Kontrolle von Projekten und Prozessen mit der Critical-Chain-Methode

Um die Engpässe aufzulösen und die Engpassressourcen optimal einzusetzen, müssen Sie die Planung der Kundenaufträge und Projekte mithilfe der Critical-Chain-Methode durchführen. Insbesondere müssen Sie Ressourcenkonflikte auflösen und Projekte gestaffelt freigeben, damit es nicht zu schädlichem Multitasking kommt. Erfahren Sie, wie Sie dazu vorgehen.

Gestufte Freigabe von Projekten und Aufträgen planen

Wenn Sie nur so viele Projekte und Aufträge auswählen, wie Sie mit Ihrem Engpasse bewältigen können, wissen Sie, dass alles termingerecht erledigt werden kann und der Engpass optimal ausgelastet wird. Das ist entscheidend für die Leistungsfähigkeit und die Wirtschaftlichkeit des gesamten Systems.

Im nächsten Schritt müssen Sie klären, welches Projekt und welchen Auftrag Sie wann starten. Dazu müssen Sie wiederum die Engpassressource betrachten. Sie darf immer nur einen Auftrag nach dem anderen bearbeiten. Wenn Sie mehrere Aufträge gleichzeitig bearbeitet, also Multitasking betreibt, reduziert sich zwangsläufig ihre Leistung. Das führt dazu, dass sich alle Aufträge verschieben und viele verspäten.

Deshalb sollten Sie mit der Critical-Chain-Methode folgende Regeln für die Planung der Projekte und Aufträge beachten:

  • Geben Sie nur so viele Projekte und Aufträge frei, wie das Unternehmen mit den bekannten Engpässen bewältigen kann.
  • Starten Sie nicht alle Projekte und Aufträge sofort nach der Freigabe, sondern starten Sie diese gestaffelt. Nach dem gleichen Prinzip wie das Mittagessen am Buffet: wenn alle Gruppen gleichzeitig kommen, gibt es Stau; wenn alle im Abstand von 10 Minuten kommen, verläuft die Versorgung reibungslos.
  • Wann genau Sie ein Projekt oder einen Auftrag starten, hängt vom Engpass ab, er ist der Taktgeber.

Abbildung 4 zeigt dieses Prinzip des gestaffelten Starts von Prozessen (Projekte oder Aufträge). Arbeitsschritt C ist der Engpass. Alle Prozesse werden so gestartet, dass er immer nur für einen Prozess gleichzeitig tätig ist.

Abbildung 4: Versetzter Start von Prozessen (Projekt oder Auftrag), um Überlastung des Engpasses C zu vermeiden