Andon-Boards für die Prozessteuerung mit KennzahlenProzesskennzahlen mit Excel auf dem Andon-Board visualisieren

Die Informationen und Kennzahlen auf dem Andon-Board können in Excel zusammengestellt und visuell aufbereitet werden. Beispiele zeigen, welche Daten dafür erfasst und wie sie strukturiert und dargestellt werden können.

Struktur und Aufbau des Andon-Boards

Vorab haben Sie geklärt, für welchen Bereich in Ihrem Unternehmen Sie ein Andon-Board einführen und nutzen wollen. Sie haben auch geklärt, was gesteuert werden soll und welche Informationen dafür auf dem Andon-Board angezeigt werden sollen. Wie Sie dazu vorgehen, ist im vorigen Abschnitt dieses Handbuch-Kapitels erläutert. Die folgende Vorgehensweise und die Vorlagen sind jeweils für einen Unternehmensbereich vorgesehen, den Sie mit einem Andon-Board steuern wollen.

Der Unternehmensbereich, für den das Andon-Board eingesetzt werden soll, ist unterteilt in:

  • Linien: ein Prozess oder Teilprozess
  • Schritte: Folge von Arbeitsschritten, Tätigkeiten oder Aufgaben im Prozess oder Teilprozess
  • Stationen: eine Arbeitsstation im Prozess oder Teilprozess, die für einen Arbeitsschritt zuständig ist

Kennzahlen auf dem Andon-Board

Für jede Linie, jeden Schritt oder jede Station können unterschiedliche Kennzahlen festgelegt werden. Beispiele für Kennzahlen sind:

  • Planvorgabe der zu produzierenden Stückzahl (im Prozess, im Schritt, an der Station)
  • Istwert der bislang produzierten Stückzahl
  • Qualität: zum Beispiel Anteil Nacharbeit, Fehlerrate, Ausbeute etc.
  • Leistung: zum Beispiel aufgrund langsamer Bearbeitungsgeschwindigkeit, kurzer Stillstände etc.
  • Verfügbarkeit: zum Beispiel aufgrund von Wartung, Rüstzeit, Wartezeit wegen fehlendem Material etc.

Die Qualität, Leistung und Verfügbarkeit entsprechen den Kennzahlen der Overall Equipment Effectivity (OEE) oder der Gesamtanlageneffektivität (GAE). Sie werden jeweils in Prozent angegeben. Damit ist immer der Anteil des aktuellen Istwerts am Planwert gemeint. Um diesen Anteil zu berechnen, müssen Sie den Planwert festlegen und den Istwert messen.

Wie ist der Planwert definiert?

Der Planwert für Qualität kann beispielsweise sein: Alle an einem Tag hergestellten Teile sind in Bezug auf ihre vorgegebenen Qualitätsmerkmale in Ordnung, sie entsprechen den Anforderungen und sind konform. Der Planwert ist eine Stückzahl.

Der Planwert für die Verfügbarkeit kann sein: Die maximale Zeit, die an einem Kalendertag für die Bearbeitung und für wertschöpfende Tätigkeiten zur Verfügung steht. Bei einem Zwei-Schicht-Betrieb mit insgesamt 16 Stunden Arbeitszeit wären dies 960 Minuten pro Tag für wertschöpfende Tätigkeiten; diese müssen ebenfalls in einer Liste definiert werden.

Was genau wird als Istwert gemessen?

Für die Qualität kann der gemessene Istwert sein: Anzahl der hergestellten Teile, die pro Tag entsorgt oder nachbearbeitet werden müssen.

Für die Verfügbarkeit kann der Istwert sein: Gemessene Zeit in Minuten, in denen eine der in der Liste genannten wertschöpfenden Tätigkeit durchgeführt wurde.