Arbeitszeit erfassen, verwalten, auswertenRechtliche Rahmenbedingungen zur Arbeitszeit

Wie lange Beschäftigte in einem Unternehmen arbeiten dürfen, ist in vielen Ländern gesetzlich geregelt. Denn der Staat will Arbeitnehmer schützen. Lesen Sie, welche Arbeitszeiten in Deutschland, Österreich und der Schweiz eingehalten werden müssen und welche Sonderfälle es gibt.

Gesetzliche Vorgaben zur Arbeitszeit

Maßgeblich für die Arbeitszeit sind die Arbeitszeitgesetze der einzelnen Staaten. In Deutschland sind die Vorgaben im Arbeitszeitgesetz (ArbZG) dargestellt, in Österreich gilt das Arbeitszeitgesetz (AZG) und in der Schweiz das Arbeitsgesetz (ArG), teilweise um Verordnungen ergänzt. Außerdem gilt für die Länder der Europäischen Union die europäische Richtlinie 93/104/EG. Diese Gesetze geben den rechtlichen Rahmen für die Arbeitszeit vor.

Das Arbeitszeitgesetz regelt unter anderem die tägliche oder wöchentliche Arbeitszeit. Es gibt eine Obergrenze vor, um Beschäftigte vor zu viel Arbeit zu schützen:

  • In Deutschland gilt nach §3 ArbZG, dass die Arbeitszeit der Arbeitnehmer pro Werktag im Durchschnitt 8 Stunden nicht überschreiten darf; im Einzelfall kann sie maximal 10 Stunden pro Tag betragen. Bei 6 Werktagen pro Woche ergibt sich daraus eine maximale Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche.
  • In der Schweiz gilt eine Obergrenze der Arbeitszeit pro Woche von 45 Stunden oder 50 Stunden (je nach Berufsgruppe); mit Pausen darf die tägliche Arbeitszeit nicht mehr als 14 Stunden betragen (Art. 9 und Art. 10 ArG).
  • In Österreich darf die Arbeitszeit pro Tag maximal 8 Stunden oder mit Einschränkungen 10 Stunden und pro Woche maximal 40 Stunden betragen (§3 und §4 AZG).

Alle Gesetze sehen Ausnahmen vor, die möglich sind, aber an Einschränkungen und Bedingungen geknüpft sind.

Regelungen zur Arbeitszeit in Tarifverträgen und Unternehmen

Weitere Regelungen können in Tarifverträgen und in überbetrieblichen Vereinbarungen festgelegt sein. Denn die Unternehmen einer Branche haben oft besondere Anforderungen an die Arbeitszeit, was deren Lage oder Verteilung angeht. Auch für die Tarifverträge gilt, dass die Regelungen zur Arbeitszeit dem gesetzlichen Anspruch der Beschäftigten auf Arbeitsschutz durch maximale Arbeitszeiten nicht widersprechen dürfen.

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