Feedback geben und empfangenRegeln und Methoden für Feedback – mit einem Beispiel

Wie formulieren Sie Feedback motivierend und wirksam? Und wie reagieren Sie auf Feedback von anderen? Die folgenden Regeln und Methoden helfen Ihnen bei der Formulierung von Feedback, das akzeptiert wird und positiv wirkt. Veranschaulicht wird das Vorgehen an einem negativen und an einem positiven Beispiel. Mit Vorlagen im Praxisteil.

Feedback geben: Wichtige Regeln

Ein ehrliches und konstruktives Feedback zu geben, fällt vielen Menschen schwer. Beim Feedback-Empfangen wiederum nehmen viele eine Verteidigungshaltung ein. Um Feedback möglichst wirksam einzusetzen, müssen bestimmte Regeln beachtet werden, die vor Beginn eines Feedbacks von den Beteiligten akzeptiert werden müssen.

„Wirksam” bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die betroffene Person die Rückmeldungen annehmen kann, ohne verletzt zu werden.

Feedback nicht persönlich formulieren

Rückmeldungen über persönliches Verhalten sind ein Angebot, mehr darüber zu erfahren, wie andere einen wahrnehmen. Rückmeldungen sind keine objektiven Wahrheiten, keine Werturteile, sondern subjektive Wahrnehmungen. Sie betreffen nicht die Persönlichkeit, sondern das Verhalten einer Person. Feedback sollte also umsetzbar sein. Wertschätzung ist Grundvoraussetzung für wirksames Feedback.

Beschreiben – nicht bewerten oder interpretieren

Wer Feedback gibt, beschreibt seine Wahrnehmungen und Beobachtungen und das, was diese in ihm auslösen: Gefühle, Empfindungen, Fragen, Überlegungen, Meinungen. Wer Feedback gibt, interpretiert kein Verhalten, fällt keine Werturteile, macht keine Vorwürfe und moralisiert nicht.

Positives und Kritisches wiedergeben

Zum Feedback-Geben gehören positive und kritische Rückmeldungen. Einseitigkeit führt zu Verzerrungen. Außerdem soll Feedback nützlich sein, um daraus zu lernen. Das heißt, dass Feedback neue Informationen geben sollte.

Möglichst konkret sein

Feedback muss konkret, möglichst an einem bestimmten Beispiel gegeben werden. Wer Feedback bekommt, kann mit Allgemeinheiten wenig anfangen. Daher sollte Feedback immer klar und genau formuliert werden und sich auf einen Sachverhalt beziehen, der für die Gesprächspartner sichtbar oder bekannt ist.

Jede Person spricht für sich selbst

Wer Feedback gibt, spricht per „ich“ und nicht per „man“. Feedback wird möglichst durch Ich-Botschaften oder Ich-Formuliergen wie in Abbildung 3 gegeben.

Bei Störungen Signal geben

Wer sich verletzt fühlt oder sich durch die aktuelle Situation verunsichert fühlt, teilt dies über Feedback der anderen Person mit. Feedback sollte erwünscht sein und auf zukünftiges Verhalten gerichtet sein.

Ich-Botschaften für das Geben von Feedback

Feedback erhalten: Wichtige Regeln

Damit Feedback wirkt und man aus der Rückmeldung etwas lernen kann, muss sich der Empfänger ebenfalls an Regeln halten.

Feedback annehmen und nicht diskutieren

Wer Feedback bekommt, sollte sich anhören, was die andere Person zu sagen hat. Menschen tendieren dazu, Rückmeldungen zu diskutieren und sofort zu reagieren. Damit wird aber die Rückmeldung implizit infrage gestellt.

Zum Feedback-Annehmen gehört, diese Person ausreden zu lassen und sich für das Feedback zu bedanken – selbst wenn man die Kritik nicht teilt. Wichtig ist, das Gesagte anzunehmen und nicht eine Haltung einzunehmen, in der man sich verteidigt oder rechtfertigt.

Jede Person ist für sich selbst verantwortlich

Rückmeldungen sind keine Befehle oder Anweisungen für Verhaltensänderungen, sondern Angebote zur Selbstüberprüfung. Wer Feedback empfängt, entscheidet selbst, ob und gegebenenfalls was und wie er etwas verändern möchte.

Allerdings: Wenn ein Vorgesetzter seiner Mitarbeiterin oder seinem Mitarbeiter Feedback gibt, dann wird damit oft erwartet, dass der Feedback-Nehmer sein Verhalten anpasst – insbesondere bei einem kritischen Feedback. Die Erwartung kann reichen von: „Lassen Sie das mal auf sich wirken“ bis „Wir vereinbaren also Folgendes ...“ (als Teil der Zielvereinbarung).

Strikte Vertraulichkeit für alle Beteiligten

Alles, was im Rahmen von individuellem Feedback gesprochen wird, bleibt ausschließlich im Kreis der Anwesenden und wird nicht nach außen weitergetragen.