Führen ohne VorgesetztenfunktionRückmeldung an Teammitglieder und Kollegen geben

Wenn Sie ein Team ohne disziplinarische Macht führen, ist die Rückmeldung oder das Feedback an die Mitarbeiter das wichtigste Steuerungswerkzeug. Denn es wird immer vorkommen, dass Sie mit einer Leistung oder einer Verhaltensweise nicht einverstanden sind – und dann müssen Sie das in der richtigen Form vermitteln.

Das Teammitglied liefert nicht

Als Führungskraft ohne disziplinarische Macht geben Sie beispielsweise dann Rückmeldung, wenn die Arbeitsergebnisse eines Mitarbeiters nicht Ihren Erwartungen entsprechen. Sie wollen dieser Person deutlich machen, was fehlt oder was verbessert werden muss.

Ein anderes Beispiel ist: Ein Teammitglied erscheint zu Besprechungen grundsätzlich zu spät oder bringt sich nur mit destruktiven Bemerkungen ein. Vereinbarte Termine werden nicht eingehalten. In einer solchen Situation müssen Sie dem Mitarbeiter vermitteln, was Ihnen an seiner Leistung oder seinem Verhalten missfällt und welche Erwartungen Sie haben. Um den Mitarbeiter nicht zu überrumpeln, ihn zu verärgern oder zu provozieren, müssen Sie sich an Regeln halten, damit die Rückmeldung ankommt und Wirkung zeigt.

6 Regeln für eine wirkungsvolle Rückmeldung

Rückmeldung sofort geben
Rückmeldungen müssen unmittelbar erfolgen, nachdem das Ereignis eingetreten ist. Dann ist auch die betreffende Person offen für eine Rückmeldung und es werden keine Emotionen aufgestaut.

Rückmeldung vertraulich geben
Das Gespräch sollte vertraulich unter vier Augen geführt werden. Die kritisierte Person sollte keinen Gesichtsverlust vor anderen erleiden. Ausnahme: Loben darf man auch vor anderen.

Kosten und Nutzen der Rückmeldung abwägen
Fragen Sie sich: Welche Vorteile und welche Nachteile bringt es mir, wenn ich meinen Mitarbeiter jetzt kritisiere? Häufiges Nörgeln wegen Kleinigkeiten kann nach einer Weile keine Wirkung mehr haben oder den Mitarbeiter grundsätzlich demotivieren.

Eigene Einschätzung hinterfragen
Die eigene Einschätzung hinterfragen und prüfen, was Ihre persönlichen Beweggründe sind, wenn Sie einen Mitarbeiter kritisieren wollen. Sind es grundsätzliche Einstellungen oder wirklich nur bestimmte Sachverhalte? Bleiben Sie bei den Rückmeldungen ausgewogen und gerecht gegenüber allen.

Die Meinung des anderen erfragen
Wenn Sie eine Rückmeldung geben, geben Sie dem Mitarbeiter die Möglichkeit, seine Leistung oder sein Verhalten selbst zu bewerten. Das kann vor oder nach der Rückmeldung erfolgen.

Kritik dosieren
Sprechen Sie nur die Themen an, die besonders wichtig sind. Sprechen Sie also nicht alles an, was sich angestaut hat, sondern nur die Punkte, die wichtig sind, um Leistungen zu verbessern und die Projektziele zu erreichen.

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