ScrumSo läuft ein Projekt mit Scrum ab

Scrum läuft nach einfachen Regeln ab: Wenn die Anforderungen und Aufgaben für das Projekt geklärt sind, verteilen die Projektmitarbeiter alle Aufgaben in eigener Verantwortung. Sie treffen sich täglich, um den Projektfortschritt zu besprechen. Ist ein Sprint (Arbeitszyklus) abgeschlossen, wird das Ergebnis überprüft. Die Projektmitarbeiter reflektieren dann auch, was gut und was schlecht läuft im Projekt.

Auslöser und Anlässe für ein Scrum-Projekt

Am Anfang steht eine Produkt-Vision. Das ist eine grobe Vorstellung vom Produkt oder Projektergebnis, die die Geschäftsleitung oder der Product Owner als Auftraggeber hat. Für eine solche Produkt-Vision und Vorstellung gibt es meist einen konkreten Anlass oder Auslöser. Beispiele dafür sind:

  • Anwender oder Kunden sind mit einem bestehenden Produkt nicht mehr zufrieden, sie haben andere Anforderungen und Wünsche, weil Wettbewerber das auch bieten.
  • Es gibt neue, bessere technische Möglichkeiten für ein bestehendes oder ganz neues Produkt, die man nutzen will.
  • Technik ist fehleranfällig, Prozesse sind schwerfällig und teuer; das soll verbessert werden.
  • Es gibt eine gesetzliche Anforderung oder andere Rahmenbedingungen, die es notwendig machen, dass etwas umgesetzt oder geändert wird.

Letztlich wollen Geschäftsleitung und Product Owner ein Produkt oder ein Projektergebnis, das einen größeren Nutzen bringt oder Schaden für das Unternehmen abwendet. Mit solchen Auslösern und Anlässen startet ein Scrum-Projekt. Das läuft dann aber anders ab als ein klassisches Projekt; es gelten die Regeln des agilen Projektmanagements. Der Scrum-Prozess ist darauf ausgerichtet, die Anforderungen der Auftraggeber, der Nutzer, der Kunden und des Product Owners, möglichst korrekt zu erfassen und dann ohne großen Planungsaufwand zu bearbeiten. Im Einzelnen werden dazu folgende Schritte durchgeführt.

1. Anforderungen für das Scrum-Projekt ermitteln und in User Storys und Story Cards festhalten

Aus der ersten, aber möglichst schon anschaulichen und verständlichen Produkt-Vision und der groben Produkt-Vorstellung lassen sich einzelne Funktionen und Merkmale des Produkts oder der Lösung ableiten, die im Projekt zu entwickeln sind. Die Kunden und Nutzer beschreiben ihre Anforderungen und Erwartungen dazu als User Story aus ihrer Anwenderperspektive und in ihren Worten – nicht im Jargon der Techniker.

Daraus werden die Funktionen und Merkmale abgleitet, die das Produkt haben soll. Sie werden auf einer Story Card formuliert. Die Story Card ist das Medium, auf dem die User Story möglichst exakt erfasst und dargestellt wird. Die User Storys und Story Cards können im Gespräch oder in einem Workshop mit dem Product Owner und gegebenenfalls mit ausgewählten Nutzern oder Kunden ermittelt und formuliert werden.

Mit diesen Anforderungen wird bereits deutlich, welche Ressourcen das Projekt braucht. Das betrifft zum einen die Art der Qualifikationen und des Know-hows im Projektteam und zum anderen eine grobe Schätzung des Aufwands für die Entwicklung des Produkts oder der Lösung.

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