Stakeholder erkennen und analysierenStakeholder analysieren

Um mit Stakeholdern richtig umzugehen, um Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren, müssen diese analysiert werden. Das heißt, es wird untersucht, wie es zu der Einstellung des Stakeholders zum Unternehmen kommt: Welche Interessen, Erwartungen und Ziele hat der Stakeholder, welche Werte und Wünsche sind im wichtig? Daraus ergeben sich positive und negative Auswirkungen auf das Unternehmen.

Was genau will ein Stakeholder?

Wenn die Stakeholder identifiziert und bezüglich Einfluss, Beeinflussbarkeit und Einstellung beurteilt wurden, dann können die besonders wichtigen Stakeholder im Detail analysiert werden. Dabei geht es darum, die Anforderungen, Interessen und Erwartungen des einzelnen Stakeholders genau zu ermitteln, sein Verhalten zu beschreiben und zu bewerten und die Hintergründe und Ursachen dafür zu ermitteln. Mögliche Aspekte und Kriterien der Stakeholder-Analyse sind:

  • Interessen
  • Erwartungen
  • Anforderungen
  • Ziele
  • Motive
  • Bedürfnisse
  • Wünsche
  • Einstellungen
  • Werte
  • Verhaltensweisen
  • Umfeld und Rahmenbedingungen (zum Beispiel in Form der Stakeholder des Stakeholders)

Diese Interessen, Erwartungen, Ziele und Einstellungen eines Stakeholders stehen immer in Bezug auf die Aktivitäten Ihres Unternehmens, die für den einzelnen Stakeholder von Bedeutung sind. Er überprüft, ob er durch Ihr Unternehmen, Ihre Produkte, Leistungen, Prozesse und sonstigen Aktivitäten einen Vorteil und Nutzen oder einen Nachteil und Schaden hat.

Dabei werden Sie erkennen, dass die Interessen und Anforderungen der einzelnen Stakeholder für das Unternehmen auch widersprüchlich sein können. Was dem einen Stakeholder nutzt, schadet dem anderen. So sind beispielsweise Gewerkschaften an hohen Tarifabschlüssen interessiert, während Aktionäre auf die Gewinne und Dividenden schauen. Es entsteht ein Konflikt, der sich nicht oder nur sehr schwierig durch Ihr Unternehmen auflösen lässt. Sie müssen die Interessen und Ziele Ihrer unterschiedlichen Stakeholder in jedem Einzelfall abwägen und ermitteln, welche Ansprüche gewichtiger sind. Grundlage dafür ist Ihre Beurteilung zur Bedeutung des Stakeholders für Ihr Unternehmen.

Beispiele: Interessen, Erwartungen, Ziele von Stakeholdern

  • Mitarbeiter wollen Einkommen, Arbeitsplatzsicherheit, Status, Sozialbeziehungen, Sinn, Identität oder Selbstverwirklichung.
  • Für das Management ist wichtig: Kontrolle und Macht, Einkommen und Beteiligung, Umsatzwachstum und Gewinn, Sicherheit der bevorzugten Stellung, Aufgaben und Kompetenzen im Job oder Status.
  • Die Kunden fordern Produktqualität, Preiswürdigkeit, Service, Freundlichkeit, gute Konditionen, hohes Image, Liefersicherheit oder Flexibilität.
  • Banken achten auf Bonität, Kapitaldienstfähigkeit oder Kalkulierbarkeit des Risikos.
  • Der Staat und seine Organe fordern Steuern und Gebühren, Einhaltung von Rechtsvorschriften oder das Mitwirken an gesellschaftlichen Aufgaben (zum Beispiel Schaffung von Ausbildungsplätzen).

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