Lieferantenbewertung und LieferantenauswahlStrategie für das Lieferantenmanagement entwickeln und umsetzen

Die Lieferantenauswahl basiert auf der Strategie, die Ihr Unternehmen mit der Zusammenarbeit mit Lieferanten verfolgt. Aus der Strategie leiten Sie die Art der Zusammenarbeit sowie Rolle, Funktion und Aufgaben des einzelnen Lieferanten ab. Daraus ergeben sich wiederum die Bewertungskriterien für die Lieferantenbewertung und daraus dann die Lieferantenauswahl.

Strategische Bedeutung von Lieferanten erkennen

Lieferanten haben für Ihre Abnehmer und Kunden mal eine große, mal eine weniger große Bedeutung. Das hängt von den Produkten ab, die der Abnehmer von seinen Lieferanten bezieht. Manche Produkte sind speziell und können nur von einem einzigen Lieferanten geliefert werden. Andere sind standardisiert; der Abnehmer kann seine Lieferanten jederzeit austauschen.

Deshalb muss der Abnehmer klären, welche strategische Bedeutung die Produkte und Dienstleistungen haben, die von Lieferanten eingekauft werden. Steckt darin ein Schlüsselelement oder eine besondere Kompetenz, die für den Abnehmer in seinem Wettbewerb entscheidend sind? Ist das Produkt oder die Dienstleistung „knapp“, sodass beim Ausfall des Lieferanten ein großer Schaden für den Abnehmer entsteht? Besteht eine Abhängigkeit von einem Lieferanten, sodass der Abnehmer dessen Preise akzeptieren muss?

Einkaufsteile nach ABC- und XYZ-Klassen unterscheiden

Um die Bedeutung der Einkaufsteile (Rohstoffe, Teile, Produkte, Dienstleistungen), die Sie von Ihrem Lieferanten beziehen, zu ermitteln, können Sie die sogenannte ABC-/XYZ-Analyse nutzen. Dazu ordnen Sie alle Einkaufsteile in unterschiedliche Kategorien ein. Für jede Kategorie lässt sich dann bestimmen, welche Funktionen und Aufgaben der Lieferant übernimmt.

Die Einteilung der Rohstoffe, Teile oder Produkte in Klassen erfolgt mit der ABC-Analyse nach wertmäßigen Kriterien. Das sind:

  • A: hoher wertmäßiger Anteil, meist geringer mengenmäßiger Anteil
  • B: mittlerer wertmäßiger Anteil, mittlerer mengenmäßiger Anteil
  • C: geringer wertmäßiger Anteil, hoher mengenmäßiger Anteil

Zum anderen werden die Rohstoffe, Teile oder Produkte nach der Vorhersagegenauigkeit und nach der Planbarkeit des Bedarfs mit der XYZ-Analyse beurteilt. Hier ergeben sich die folgenden Klassen:

  • X: relativ gleichförmige, geringe Schwankungen beim Verbrauch, hohe Vorhersagegenauigkeit, planbar
  • Y: unbeständig, fallender oder steigender Trend (Saisongeschäft), mittlere Vorhersagegenauigkeit, bedingt planbar
  • Z: absolut unregelmäßig, niedrige Vorhersagegenauigkeit, schlecht planbar