Externen Berater auswählenVertrag mit dem Unternehmensberater aushandeln

Damit Ihr Auftrag an den externen Unternehmensberater und die Rahmenbedingungen klar sind, sollten Sie diese in einem Vertrag regeln. Dabei geht es vor allem um die fachlichen Inhalte und das Honorar. Aber auch Zeitpläne, Geheimhaltung und eingesetzte Mitarbeiter können sehr wichtig sein. Prüfen Sie deshalb die hier vorgestellten Kriterien für den Beratervertrag und nutzen Sie die Musterverträge.

Beratervertrag prüfen

Jetzt sind Sie soweit: Sie sind sich über den Anlass für eine Problembearbeitung klar geworden, Sie sehen auch keine unternehmensinternen Lösungsmöglichkeiten und haben sich für einen Berater entschieden. Das zu bearbeitende Problem haben Sie sogar schriftlich formuliert und haben es dabei präziser fassen können. Sie haben einen Kandidaten oder eine Kandidatin für den Beratungsprozess identifiziert. Dann müssen Sie nun eine vertragliche Vereinbarung treffen.

In vielen Fällen hat die Unternehmensberatung vorgefertigte Verträge, die auf einzelne Aufgabenstellungen ausgerichtet sind. Nun müssen Sie prüfen, ob die im vorgelegten Vertragsentwurf formulierten Leistungen Ihre genauen Anforderungen abdeckt und welche Kosten für Sie damit verbunden sind. Sie sitzen also einem selbstständigen Berater gegenüber, der Ihnen seinen Vertragstext vorlegt. Sie müssen genau hinschauen und alles prüfen! Wichtige Aspekte eines solchen Vertrages sind in der Checkliste im Praxisteil dieses Abschnitts aufgeführt. Natürlich können Sie weitere spezielle Fragen zum Vertragsentwurf aufnehmen; diese sind auch hilfreich für spätere Verhandlungen.

Honorar für den Berater ermitteln

Besonders aufmerksam werden Sie den Paragrafen „Honorar“ studieren. Unternehmensberatung ist keine standardisierte Dienstleistung, wie sie eine unabhängige Institution wie die Stiftung Warentest für Sie beurteilen kann; Leistung und Preis lassen sich nur sehr schwer miteinander oder zwischen den einzelnen Angeboten vergleichen. Sie kaufen mit jedem Berater immer nur ein Versprechen. Und der Berater kann sich auch nicht wie der Rechtsanwalt und Notar auf festgelegte Vergütungssätze berufen. Auch eine Bundesverordnung wie die HOAI für Architekten und Ingenieure gibt es nicht.

Sie müssen also einen Werkvertrag oder Dienstvertrag aushandeln und als Honorar die passende Form und Höhe finden. Als Honorarform kommen feste Vergütungen, Erfolgshonorare oder Mischformen in Frage.

Feste Vergütung

  • branchenüblicher Brauch
  • notwendig, wenn Erfolgskennziffern nicht oder erst zu einem späteren Zeitpunkt existieren oder gemessen werden können
  • Limit-Auftrag begrenzt das Honorar und macht den Beratereinsatz besser kalkulierbar

Erfolgshonorar

  • zunehmend häufiger
  • möglich, wenn Erfolgskennziffern (zum Beispiel Kostensenkungen) existieren und verlässlich gemessen werden können
  • Risiken und Chancen werden zwischen Berater und Unternehmen gleichermaßen geteilt

Mischform

  • Festhonorar für einzelne Teilaufgaben oder Ergebnisse und ...
  • Erfolgsbeteiligung, falls wichtige Ziele erreicht oder übertroffen werden.

Beraterhonorare liegen üblicherweise zwischen 100 Euro und 200 Euro pro Stunde, können für spezielle Beratungsleistungen oder spezialisierte Unternehmensberatungen auch weit darüber hinausgehen. Die zusätzlichen Kosten für Reisen, Ausrüstung und Material, Versicherungen und Büro sollten 15 Prozent der Honorarsumme nicht übersteigen.

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