Schlechte Nachrichten überbringenWarum es schwer fällt, schlechte Nachrichten zu überbringen

Wer anderen eine schlechte Nachricht überbringt, sollte die emotionale Wirkung beachten, die er beim Gesprächspartner damit auslöst. Das kann weitreichende Folgen haben. Deshalb sollten Sie einige Regeln beachten, wenn Sie für Kollegen, Mitarbeiter oder Vorgesetzte eine schlechte Botschaft haben.

Gründe für schlechte Nachrichten

Das macht keiner gerne: Den Mitarbeitern, Kollegen oder Vorgesetzten schlechte Nachrichten überbringen. Doch Anlässe und Gründe dafür gibt es immer wieder:

  • Das Budget wird gekürzt und das Projektteam aufgelöst.
  • Der Urlaubsantrag eines Mitarbeiters kann nicht bewilligt werden, weil zu viel zu tun ist.
  • Die Leistung eines Mitarbeiters war schlecht und Sie müssen ihm das sagen.
  • Sie müssen als Projektleitung Ihren Vorgesetzten mitteilen, dass Sie den Termin nicht einhalten.
  • Im schlimmsten Fall müssen Vorgesetzte Mitarbeitern die Kündigung aussprechen.

Solche Nachrichten haben für den betroffenen Mitarbeiter negative Folgen. Das macht sie zu einer schlechten Nachricht. Die Folgen passen nicht zu den persönlichen Zielen, Interessen oder Wünschen des Mitarbeiters. Er bekommt dadurch Probleme, die er nicht so einfach lösen kann, er fühlt sich missachtet, nicht anerkannt oder zurückgesetzt. Seine Lebensplanung gerät ins Wanken.

Schlechte Nachrichten haben eine emotionale Wirkung

Neben die sachliche Betroffenheit tritt mit einer schlechten Nachricht meistens auch die emotionale Betroffenheit. Deshalb erfolgt dieses Gespräch unter vier Augen. Das ist auch wichtig. Denn der Mitarbeiter wird durch eine schlechte Nachricht, die ihn persönlich betrifft, nicht nur durch die Nachricht als solche emotional belastet. Bekommt es jemand anderes mit, fühlt er sich häufig auch noch bloßgestellt. Deshalb sollen Sie schlechte Nachrichten – wenn immer es möglich ist – den Betroffenen allein und persönlich mitteilen. So schwer das im Einzelfall sein kann.

Gleichwohl kann es auch Situationen geben, in denen Sie eine schlechte Nachricht vor mehreren Mitarbeitern verkünden müssen. In den allermeisten Fällen ist dann aber nicht der Einzelne betroffen, sondern das gesamte Team. Das heißt, der Mitarbeiter bezieht die schlechte Nachricht nicht unmittelbar auf sich. Beispiele dafür sind: Sie müssen Ihrem Projektteam mitteilen, dass das Projekt gestoppt wird und das Team aufgelöst wird. Sie müssen als Geschäftsführung oder Betriebsrat in der Betriebsversammlung ankündigen, dass mehrere Mitarbeiter entlassen werden müssen.

Die emotionale Betroffenheit, die eine schlechte Nachricht beim Empfänger auslöst, führt auch dazu, dass der Sender der Nachricht, der sie ausspricht, sich ebenfalls emotional betroffen fühlt. Es belastet die meisten Menschen, wenn sie anderen etwas Negatives mitteilen sollen. Das führt dazu, dass man solche Situationen gerne vor sich herschiebt.