Stakeholder erkennen und analysierenWer sind die Stakeholder und was wollen sie?

Stakeholder können über Wohl oder Wehe eines Unternehmens entscheiden. Wer sie nicht ernst nimmt, geht ein großes Risiko ein. Zu klären ist, welche Stakeholder besonders zu beachten sind und welche Chancen und Risiken mit ihnen verbunden sind. In einem Stakeholder-Portfolio können sie in Bezug auf Einfluss des Stakeholders und Beeinflussbarkeit verortet werden.

Stakeholder nicht unterschätzen

Die zentrale Frage zur Identifikation von Stakeholdern ist: Auf wessen Interessen muss das Unternehmen Rücksicht nehmen? Es gibt zwar vielfältige Modelle, die helfen sollen, Stakeholder oder Anspruchsgruppen zu identifizieren, eine allgemein gültige und vollständige Checkliste gibt es aber nicht. Insofern gibt es auch keine Gewähr, dass es nicht doch einen wichtigen Stakeholder außerhalb des Blickfelds des Unternehmens gibt. Aber die Gefahr, einen Stakeholder zu übersehen, ist eher gering. Groß dagegen ist die Gefahr, seinen Einfluss zu unterschätzen.

Beispiel: VW Abgasskandal

Volkswagen hatte bei einigen Dieselfahrzeugen die Abgaswerte durch eine Software manipuliert. Aufgedeckt hat diesen Skandal eine kleine Non-Profit-Organisation, International Council on Clean Transportation (ICCT). Sie wollte nachweisen, dass Dieselfahrzeuge besonders sauber sind, und nahm deshalb Messungen vor. Die Ergebnisse widersprachen dem, was zuvor auf Testständen gemessen wurde und was Grundlage für die Zulassung der Fahrzeuge war. Sie gab ihre Messergebnisse und Erkenntnisse an die kalifornische und amerikanische Umweltbehörde weiter. Nachdem VW nicht bereit war zu kooperieren und das Problem zu lösen, leiteten die Behörden ein Verfahren ein. Mit den bekannten Folgen für den Autobauer.