Kreativitätstechniken anwendenWiderspruchsmethodik zur systematischen Lösungsfindung

Im Folgenden werden ausgewählte Kreativitätstechniken der Klasse „Widerspruchsmethodik“ kurz vorgestellt. Insbesondere werden der Einsatzbereich, Einsatzzweck, Vorteile, Nachteile, Aufwand und Nutzen erläutert. Die genaue Beschreibung der Methode, Vorgehensweise, Regeln und Vorlagen finden Sie im Praxisteil in der jeweiligen Vorlage.

TRIZ-ARIZ

Die Theorie zum Lösen erfinderischer Aufgaben (russisches Akronym: TRIZ) von Genrich Saulowitsch Altschuller geht zunächst davon aus, dass fertige Lösungen aus anderen Branchen gesucht und für die Bedürfnisse der eigenen Aufgabe angepasst werden. Anzustreben ist stets ein Wunschziel (ideales Endresultat), das zwar niemals völlig erreicht werden kann, das aber als Zielorientierung unerlässlich ist. Anspruchsvolle Aufgaben sind dadurch gekennzeichnet, dass auf dem Wege zum Ideal widersprüchliche Situationen gegeben sind. Deren Überwindung gelingt mithilfe eines Arsenals von Lösungsstrategien. Der ARIZ (russisches Akronym für Algorithmus zum Lösen erfinderischer Aufgaben) ist der Leitfaden, der die die einzelnen Stufen miteinander verknüpft.

Die Vorteile:

  • TRIZ sichert für anspruchsvolle Themen, dass bei sachgerechter Anwendung die im Vergleich zu allen anderen Methoden höchste Wahrscheinlichkeit für das Erreichen eines guten bis sehr guten Ergebnisses besteht.

Die Nachteile:

  • TRIZ und ARIZ sind anspruchsvoll, erfordern viel Zeit und verlangen vom Nutzer eine sehr hohe Abstraktionsfähigkeit.

Art der Vorlage: Verfahrensanweisung

Aufwand: hoch

Nutzen: hoch

Idealitätskonzept

Das Idealitätskonzept ist die Grundlage für das von Altschuller in seiner Erfindungstheorie TRIZ geprägte methodische Leitbild in Form einer bewusst extrem formulierten Zielvorstellung; das sogenannte „ideale Endresultat“ (IER), das in der Praxis niemals vollständig erreichbar ist. Es dient als idealisiertes Richtmaß dem Schaffen von Klarheit darüber, was funktionell eigentlich anzustreben ist. Hochwertige Lösungen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie dem IER sehr nahekommen. Dabei muss stets ein technischer, naturwissenschaftlicher oder ökonomischer Widerspruch überwunden werden.

Die Vorteile:

  • IER liefert in der systemanalytischen Phase den idealisierten Zielpunkt der erfinderischen Problemlösung
  • IER ermöglicht am Ende der systemschaffenden Phase eine objektive Bewertung des Ergebnisses (Grad der Abweichung vom Ideal)

Die Nachteile:

  • hohes Abstraktionsniveau bedingt Probleme beim Finden zutreffender Formulierungen
  • ohne sachgerechte methodische Handhabung nur eingeschränkter Nutzen

Art der Vorlage: verbale Übersicht

Aufwand: mittel

Nutzen: hoch

Weitere Kapitel zum Thema