InnovationsstrategieWie Innovationsstrategien erarbeitet werden

Bei Innovationen kommt es vor allem auf das richtige Timing an. Die Wahl der Timing-Strategie steht deshalb meistens am Anfang zur Entwicklung von Innovationsstrategien. Dann werden die Bedingungen und Möglichkeiten geprüft, diese Strategie umzusetzen und die Innovationsziele werden formuliert.

Mit Innovationen am Markt voran oder hinterher?

Für die richtige Innovationsstrategie verknüpfen Sie mehrere strategische Bausteine miteinander und stimmen diese aufeinander ab. Ziel dabei ist, eine Innovationsstrategie zu finden, mit der sich Ihr Unternehmen von Wettbewerbern abgrenzen kann und mit der sich die Unternehmensziele erreichen lassen. Um einen andauernden Wettbewerbsvorteil zu erhalten, ist eine langfristige Orientierung auf Produkt- und Prozessinnovation notwendig.

Der Kern der Innovationsstrategie ist das Selbstverständnis des Unternehmens in Bezug auf Innovationen: Sieht es sich als Vorreiter bei Innovationen? Oder folgt es anderen Unternehmen und grenzt es sich durch andere Leistungsmerkmale ab? Deshalb legen Sie mit Ihrer Timing-Strategie fest, welche Bedeutung Innovationen grundsätzlich für Ihr Unternehmen haben.

Timing-Strategien

Bei den Timing-Strategien geht es um die Auswahl des Zeitpunktes für den Markteintritt. Dazu werden folgende Timing-Strategien voneinander unterschieden:

Pionier-Strategie, First to Market

Wenn Ihr Unternehmen dieser Strategie folgt, dann will es mit Produkten und Prozessen immer als erstes Unternehmen auf den Markt kommen und mit Innovationen glänzen, die sonst noch kein anderes Unternehmen anbietet. Es will damit Preis- und Gewinnvorteile abschöpfen.

Früher-Folger-Strategie, Second to Market

Die Strategie des frühen Folgers ist eine mögliche Innovationsstrategie. Wenn Ihr Unternehmen dieser Strategie folgt, dann wartet es ab, bis ein Wettbewerber eine Innovation erfolgreich am Markt eingeführt hat, um dann möglichst rasch mit eben dieser Innovation zu folgen und weitere Wettbewerbsvorteile zu bieten; zum Beispiel einen günstigeren Preis.

Später-Folger-Strategie, Later to Market

Die Strategie des späten Folgers ist eine mögliche Innovationsstrategie. Wenn Ihr Unternehmen dieser Strategie folgt, dann positioniert es sich im Wettbewerb im Allgemeinen nicht über innovative Produkte oder Dienstleistungen. Vielmehr wartet es ab, bis sich Innovationen im Markt etabliert haben und von einer großen Mehrheit der Zielgruppe (Kunden) anerkannt ist. Erst dann folgt das Unternehmen mit eigenen Produkten im Markt, bietet die Leistungen ebenfalls an, versucht Marktanteile aber über andere Wettbewerbsfaktoren wie Preis oder Service zu gewinnen.

Jede dieser drei Strategien führt dazu, dass das Unternehmen in Bezug auf Produktentwicklung, Produktion, Marketing, Vertrieb und Absatz, Finanzierung sowie Organisation spezifische Anforderungen erfüllen und Leistungen erbringen muss. Nicht immer ist das für ein Unternehmen aufgrund der verfügbaren Ressourcen und der Ausgangssituation möglich. Deshalb braucht es weitere Überlegungen, um die Innovationsstrategie zu entwickeln.

Wenn die grundsätzliche Entscheidung für eine dieser Timing-Strategien gefallen ist, werden die weiteren Bausteine der Innovationsstrategie entwickelt. Dabei müssen Sie drei Schritte durchführen:

  1. Analyse der strategischen Ausgangssituation
  2. Bestimmung der strategischen Zielposition
  3. Festlegung der Mittel und Wege zur Erreichung der strategischen Ziele