Krankenstand mit Fehlzeitenmanagement senkenWie Sie die Ursachen von Fehlzeiten analysieren

Zur Umsetzung des Arbeitsschutzgesetzes müssen Sie eine Gefährdungsbeurteilung im Unternehmen durchführen. Eine „Gefährdung“ bedeutet dabei jede Quelle für arbeitsbedingte Unfälle oder Beeinträchtigungen der Gesundheit. Erfahren Sie, welche Gefährdungen unterschieden werden und wie Sie eine Gefährdungsbeurteilung durchführen.

Gefährdungsbeurteilung zeigt mögliche Ursachen für Fehlzeiten

Eine hohe Fehlzeitenquote kann zum einen ein großes personalwirtschaftliches Problem (Vertretungsregelung, zusätzliche Überstunden oder Terminschwierigkeiten) und zum anderen hohe Kosten verursachen. Die zusätzlichen Kosten, die entstehen, wenn ein Arbeitnehmer fehlt, setzen sich zusammen aus der Lohn- und Gehaltsforderung, den zusätzlichen Überstunden, die ein Kollege übernehmen muss, sowie gegebenenfalls eine ungenügende Auslastung der Maschinen. Außerdem steigt der Organisationsaufwand.

Um die zusätzlich anfallenden Kosten zu senken, müssen zunächst die Ursachen für das Fehlen der Beschäftigten und für einen hohen Krankenstand geklärt werden. Die Ursachen und Einflussfaktoren für die Abwesenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind vielseitig und in unterschiedlichen Bereichen zu finden. Dabei variieren die Fehlzeiten je nach Größe des Unternehmens, der Beschäftigungsstruktur und der Branche. Eine Gefährdungsbeurteilung ist der erste Schritt, der mögliche Ursachen und Einflussfaktoren aufzeigt.

Rechtlicher Rahmen der Gefährdungsbeurteilung

Die Gefährdungsbeurteilung von physischen und psychischen Belastungen bei der Arbeit ist im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) festgeschrieben. Im „Gesetz zur Neuorganisation der bundesunmittelbaren Unfallkassen“ sind Änderungen des Arbeitsschutzgesetzes enthalten, in denen klar zum Ausdruck kommt, dass psychische Belastungen zu berücksichtigen sind.

Zudem müssen auch Kleinbetriebe (bis maximal zehn Beschäftigte) das Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung, die von Arbeitgeber festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes und das Ergebnis ihrer Überprüfung dokumentieren. Die bisherige Herausnahme von Kleinbetrieben aus der Dokumentationspflicht wurde gestrichen. Somit haben alle Beschäftigten Anspruch auf physische und psychische Gesundheit bei der Arbeit:

§ 4 ArbSchG - Allgemeine Grundsätze
(1) Die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird.

§ 5 ArbSchG - Beurteilung der Arbeitsbedingungen
(3) Eine Gefährdung kann sich insbesondere ergeben durch […] psychische Belastungen bei der Arbeit.