Notfallplanung für UnternehmenWie Sie sich auf den Notfall im Unternehmen vorbereiten

Wenn die Geschäftsleitung für unbestimmte Zeit komplett ausfällt, kann das die Existenz des Unternehmens bedrohen. Auch wenn niemand den Notfall und den Ernstfall vorausdenken mag, so sollten Sie als Mitglied der Geschäftsleitung, als Eigentümerin oder als Unternehmer für den Fall der Fälle einen Plan haben. Grundlage sind die ersten Schritte zur Bestandsaufnahme.

Notfälle lassen sich nicht versichern, aber vorausdenken

In diesem Handbuch-Kapitel geht es nicht um eine Havarie im Maschinenraum oder im Chemikalienlager. Es geht nicht um Notfälle bei einer Mitarbeiterin oder einem Mitarbeiter und auch nicht um den Zusammenbruch der elektronischen Datenverarbeitung. Hier soll es um das ganze Unternehmen gehen.

Viele Menschen wollen alle möglichen Risiken durch Versicherungen eingrenzen und die Folgen damit abfedern. Doch existenzielle Fragen, die sich nicht schnell mit einem Berater (lies: Versicherungsvertreter) regeln lassen, bleiben oft unbeantwortet: Krankheit, Unfall, Familientrennungen – keiner wünscht sich das, aber die Statistik spricht eine klare Sprache. Zu wenige kümmern sich darum. Und nicht selten endet dieser Mangel in einer unplanmäßigen Unternehmensübergabe oder gar im Untergang des Unternehmens.

Hintergrund: (Keine) Nachfolge im Unternehmen

Rund dreieinhalb Millionen Unternehmen werden in Deutschland dem Mittelstand zugerechnet. Seit Jahren machen Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern darauf aufmerksam, dass die Nachfolge im Unternehmen rechtzeitig geplant wird. Eine ganze Gründergeneration tritt ins letzte Lebensalter, und viele kümmern sich noch nicht um ihre Nachfolge.

Tipp: Wie Sie die Nachfolge in Ihrem Unternehmen angehen, alle damit verbundenen emotionalen Aspekte und die wirtschaftlichen Fragen klären, erfahren Sie im Handbuch-Kapitel zur Nachfolgeplanung im Unternehmen.

Aber neben der absehbaren Notwendigkeit zur Nachfolgeregelung gibt es auch eine nicht-absehbare. Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung zeigt, dass jede vierte Unternehmensnachfolge unerwartet eintritt. Eine lähmende Krankheit, ein schwerer Unfall, ein überraschender Tod können die Ursachen sein. Und in den Kammern weist man darauf hin, dass rund die Hälfte aller Unternehmen keine Notfalllösung vorbereitet hat.