UnternehmensgründungBusinessplan erstellen mit Vorlagen

Ein Businessplan stellt eine Geschäftsidee ausführlich dar. Er zeigt, warum sie funktioniert und ob sie wirtschaftlich ist.
erschienen: 16.07.2014

Was steht in einem Businessplan?

In einem Businessplan wird beschrieben, wie aus einer Geschäftsidee eine erfolgreiche Unternehmung werden kann. Dort stehen die Antworten auf die Fragen, die sich jeder Existenzgründer und jeder, der ein neues Produkt auf den Markt bringen will, stellen muss:

  1. Was ist das Angebot oder die Leistung?
  2. Wer profitiert von diesem Angebot?
  3. Wer sind die Kunden?
  4. Für welche Leistung werden die Kunden bezahlen?
  5. Wie kann das Angebot von dem der Wettbewerber abgegrenzt werden?
  6. Wie wird die Leistung erbracht?
  7. Welche Kompetenzen werden dafür benötigt?
  8. Wie viel Geld wird für den Aufbau und den Betrieb der Unternehmung gebraucht?

Die Antworten auf diese Fragen müssen meistens mühsam erarbeitet, recherchiert, überprüft und diskutiert werden. Das Ergebnis steht im Businessplan. Er besteht aus zwei Teilen:

  • Beschreibung der Geschäftsidee, wie sie funktionieren soll und wie sie umgesetzt werden kann (Antworten auf die Fragen 1 bis 7)
  • Berechnungen zum Kapitalbedarf, der sogenannte Finanzplan (Antwort auf die Frage 8)

Die Antworten im Businessplan sind meist mit Unsicherheit und mit Risiken behaftet. Sie müssen erkannt und benannt werden. Jeder Existenzgründer sollte im Businessplan erläutern, wie er flexibel reagieren will, wenn sich in der Umsetzung Probleme oder Barrieren zeigen. Deshalb wird in Businessplänen mit unterschiedlichen Szenarien (Was-Wäre-Wenn-Annahmen) gearbeitet, insbesondere im Finanzplan wird mit unterschiedlichen Annahmen gerechnet. Der Businessplan ist dann ein Fahrplan für die Umsetzung der Geschäftsidee.

StichwortBusinessplan

Ein Businessplan oder Geschäftsplan fasst schriftlich ein unternehmerisches Vorhaben zusammen. Ausgangspunkt ist eine Geschäftsidee. Im Businessplan werden die Merkmale der Geschäftsidee in Bezug auf Kunden und im Vergleich zum Wettbewerb vorgestellt. Es wird beschrieben, wie die Geschäftsidee funktionieren kann und wie sie in die Praxis umgesetzt werden soll. Außerdem werden die dafür notwendigen Ressourcen für den Aufbau und den Betrieb des Geschäfts dargestellt. Besonders wichtig: Es wird in einem Finanzplan schlüssig hergeleitet, wie viel Geld oder Kapital für den Aufbau des Unternehmens und für seinen Betrieb benötigt wird und woher es kommt.

Teil 1 des Businessplans: Wie kann die Geschäftsidee funktionieren?

Zunächst muss geklärt werden, wie eine Produkt- oder Geschäftsidee funktionieren kann. Die Business-Canvas nach Alexander Osterwalder und Yves Pigneur ist ein einfaches und sehr anschauliches Modell, um die entscheidenden Merkmale einer Geschäftsidee zu beschreiben. Damit werden die Inhalte für den ersten Teil des Businessplans erarbeitet. So sieht die Business-Canvas aus:

Business-Canvas (Quelle: Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, Business Model Generation, 2011)
Business-Canvas (Quelle: Alexander Osterwalder und Yves Pigneur, Business Model Generation, 2011)

Wer einen Businessplan erstellt, muss sich genau überlegen oder recherchieren, wie die Merkmale seiner Geschäftsidee und damit die einzelnen Elemente seiner Business-Canvas aussehen:

Wertangebot

Zunächst wird das Produkt oder die Dienstleistung so beschrieben, dass der Wert und der Nutzen für eine ausgewählte Zielgruppe als potenzielle Kunden klar wird. Produkt oder Dienstleistung sollen ein genau dargestelltes Bedürfnis der Zielgruppe befriedigen oder ein offensichtliches Problem der Zielgruppe lösen, das in dieser Form und bei dieser Zielgruppe bislang nicht befriedigt oder gelöst wird.

Kundensegmente

Das sind die Zielgruppen, die mit dem Wertangebot angesprochen werden sollen und die möglichst anschaulich dargestellt und charakterisiert sind. Die Merkmale der Zielgruppen sollen mit dem Wert und dem Nutzen des Angebots in Verbindung gebracht werden. Wichtig ist, die Kundensegmente und die Zielgruppen von anderen Gruppen abzugrenzen, die nicht als potenzielle Kunden angesprochen werden sollen.

Kanäle

Damit sind die Medien und Wege gemeint, über die Informationen sowie Produkte oder Dienstleistung zum Kunden kommen und über die der Kunde die Leistung kaufen und in Empfang nehmen kann.

Kundenbeziehung

Hier wird beschrieben, wie der zunächst potenzielle Kunde über das Wertangebot informiert und als Kunde gewonnen wird. Genauso wird hier dargestellt, womit Kunden zufrieden gestellt werden, wie sie regelmäßig gepflegt und durch welche Aktivitäten sie an das Unternehmen gebunden werden. Dieses Feld umfasst also Werbung, Verkauf und Service.

Einnahmequellen

Jedes Unternehmen braucht Geldzufluss und muss dafür Umsätze erzielen. Deshalb muss hier herausgearbeitet werden, welche Kunden für welche Leistung bezahlen. Es wird beschrieben, welchen Preis eine solche Leistung haben soll und welche Menge an Leistungen pro Jahr verkauft werden soll.

Schlüsselressourcen

Das sind Kompetenzen oder Know-how von Mitarbeitern, Anlagen, Maschienen oder Werkzeuge zur Herstellung der Produkte, Gebäude oder Räume zur Präsentation der Leistung. Sie sind zwingend notwendig, weil sie das Produkt oder die Dienstleistung besonders wertvoll machen.

Schlüsselaktivitäten

Hier wird der Prozess dargestellt, wie das Produkt oder die Dienstleistung erstellt wird und wie sie zum Kunden kommen. Dabei spielen besondere Kompetenzen eine Rolle sowie die Qualität der Produkte und Dienstleistungen. In diesem Prozess gibt es Aktivitäten, die für den Erfolg des gesamten Unternehmens entscheidend sein können. Das sind die Schlüsselaktivitäten.

Schlüsselpartner

Das sind andere Akteure oder Unternehmen im Markt, die als Lieferanten, Vertriebspartner, Empfehlungsgeber an unterschiedlichen Stellen dazu beitragen sollen, dass die Geschäftsidee funktioniert und erfolgreich ist.

Kostenstruktur

Mit der Produktion und Leistungserbringung entstehen dem Unternehmen Kosten. Alle möglichen Kostenarten werden aufgeführt und ihre Höhe wird abgeschätzt.

Stellen Sie diese Merkmale Ihrer Geschäftsidee in einer Business-Canvas zusammen mit der folgenden Vorlage zusammen:

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Aus der Business-Canvas muss auch hervorgehen, was das Unternehmen besonders macht und was es von möglichen Wettbewerbern unterscheidet. Das ist die Unique Selling Proposition (USP). Sie kann beispielsweise im Wertangebot stecken (ein Produkt, das niemand sonst anbietet), sie kann durch die Auswahl der Zielgruppe erfolgen (Fokussierung auf einen ausgewählten Personenkreis), durch die Kundenbeziehung gestaltet werden (einmaliger Service oder emotionaler Markenauftritt), durch besondere Schlüsselaktivitäten (diese Qualität liefert kein anderer) oder durch die Kostenstruktur begründet sein (so günstig kann es sonst niemand). Solche Besonderheiten und Einzigartigkeiten müssen im Businessplan herausgestellt werden.

Alle diese Merkmale und Elemente der Geschäftsidee werden im Businessplan beschrieben. Sie müssen erläutert, begründet und durch Zahlen oder Beispiele belegt werden. Damit soll der Leser des Businessplans möglichst gut erfassen und einschätzen können, ob die Geschäftsidee als wirtschaftlich erfolgreiches Unternehmen funktionieren kann.

Teil 2 des Businessplans: Wie viel Geld ist für die Umsetzung der Geschäftsidee notwendig?

Wenn die Funktionsweise der Geschäftsidee mit der Business-Canvas herausgearbeitet und im Businessplan beschrieben ist, muss ermittelt werden, wie die Zahlungsfähigkeit gesichert werden kann. Sie ist die entscheidende Grundlage für jede Unternehmung. Dazu wird ein Finanzplan entwickelt.

Im Finanzplan werden für einen ausgewählten Zeitraum, meist drei bis fünf Jahre, alle Zahlungsströme, Einzahlungen und Auszahlungen, prognostiziert und verrechnet. Grundlage für die Einzahlungen sind die Überlegungen, die im ersten Teil des Businessplans unter dem Stichwort „Einnahmequellen“ dargestellt sind. Die Auszahlungen ergeben sich aus dem, was unter dem Stichwort „Kostenstruktur“ dargestellt ist. Im Finanzplan werden diese nun mit Geldbeträgen quantifiziert.

Da eine genaue Prognose dieser Geldbeträge sehr schwierig ist, werden Spannbreiten genutzt, die auch als Szenario bezeichnet werden – das Best-Case-Szenario, Worst-Case-Szenario oder das mittlere Szenario. Die Finanzplanung erfolgt auf langfristiger und kurzfristiger Ebene:

  • Langfristig werden jeweils für ein Geschäftsjahr im Planungszeitraum die Umsätze und die Kosten geplant. Damit soll sichtbar werden, wie hoch der Kapitalbedarf insgesamt ist, wie sich Umsätze und Kosten im Zeitverlauf entwickeln und ab welchem Zeitpunkt Gewinn erzielt wird.
  • Kurzfristig werden für jeden einzelnen Monat der ersten drei bis fünf Jahre Einzahlungen und Auszahlungen abgeschätzt und geplant. Sie ergeben den Cashflow für das Unternehmen. Damit wird geprüft, ob die Zahlungsfähigkeit oder die Liquidität jederzeit gesichert ist und wann genau wie viel Kapital von den Eigentümern oder Fremdkapitalgebern eingebracht werden muss.

Die kurzfristige und langfristige Finanzplanung sind miteinander verschränkt und müssen zueinander passen. Der langfristige Finanzplan ergibt sich durch Aggregation des kurzfristigen Finanzplans. Beide sind wichtige Elemente des Businessplans. Der Leser, der Unternehmensgründer, der Kapitalgeber oder die Bank erkennt, ob die Geschäftsidee auch wirtschaftlich funktioniert und welche Rendite möglich ist. Aus dem Finanzplan lassen sich viele Kennzahlen ermitteln, die für die Bewertung eines Unternehmens wichtig sind; unter anderem auch für die Berechnung des Unternehmenswerts bei Verkauf, Übernahme oder Nachfolge.

Nutzen Sie die folgende Vorlage für die Entwicklung Ihres Finanzplans.

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Aufbau und Gestaltung des Businessplans

Zum Aufbau und zur Gestaltung eines Businessplans gibt es keine festen Regeln. Der erste Teil, in dem die Funktionsweise der Geschäftsidee beschrieben wird, kann wenige Seiten umfassen, er kann aber auch 20 bis 50 Seiten Umfang haben. Der Finanzplan setzt sich aus den Zahlen der Excel-Vorlage und gegebenenfalls Erläuterungen zusammen.

Die Gliederung des Businessplans kann sein:

  • Worum geht es? Kern der Geschäftsidee
  • Ausgangssituation
  • Ziele, die mit der Geschäftsidee verfolgt werden
  • Lösung bzw. das neue Angebot (Aufbau, Funktion, Nutzen); das Wertangebot
  • die Zielgruppen und Kundensegmente sowie die Erlösquellen
  • das relevante Umfeld, insbesondere Markt, Wettbewerb, Technologien, Gesetze, Normen, gesellschaftliche Entwicklungen, die relevant sind
  • Chancen und Risiken
  • Planung zur Umsetzung, insbesondere Marketing, Vertrieb, Organisation, Technik; Kanäle, Pflege der Kundenbeziehung, Schlüsselressourcen, Schlüsselaktivitäten, Schlüsselpartner
  • notwendige Ressourcen, Kosten
  • Finanzplanung und finanzielle Kennzahlen
  • Kapitalbedarf und mögliche Kapitalherkunft

Diese Inhalte sollten begründet und durch Zahlen, Daten, Fakten oder Beispiele belegt sein. Im Anhang werden dazu weiterführende Informationen aufgeführt; zum Beispiel: Lebenslauf der Unternehmensgründer, Patente und Lizenzen, Produkt- und Leistungsbeschreibungen, Prozessbeschreibungen, Verträge etc.

Weitere Vorlagen für die Erstellung eines Businessplans

  • Businessplan
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