WerbungWie Sie gute Flyer erstellen

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Flyer vermitteln Informationen einfach und anschaulich. Selbst Laien können sie erstellen, wenn sie einige Regeln beachten.
erschienen: 16.01.2014

Der Flyer ist ein wirksames Informationsinstrument und eine gute Kommunikationshilfe, um andere Personen kurz und bündig über das Wichtigste zu einem Produkt, einer Veranstaltung oder einem Projekt zu informieren. Dabei kommt es bei diesem Druckwerk vor allem darauf an, die für den Leser wichtigen Information richtig aufzubereiten und zum Thema, zum Anlass und zum Unternehmen passend zu präsentieren. Auf einem Flyer spielen immer Inhalt und Form zusammen; beide Aspekte sind wichtig.

Der eigene PC und ein Grafikprogramm verleiten viele Mitarbeiter in Unternehmen, den Flyer eben mal schnell selbst zu gestalten – ohne allzu viel Fachwissen. Was dann dabei herauskommt, wirkt oft unprofessionell oder erzielt nicht die gewünschte Wirkung. Im schlimmsten Fall entsteht ein negatives Bild von dem, was der Flyer eigentlich positiv vermitteln soll.

Doch auch Laien können, wenn sie einige Regeln und Tipps befolgen, in vertretbarer Zeit gute Flyer konzipieren, gestalten und herstellen. Der Designer Fred-Michael Sauer hat die wichtigsten in seinem Buch „flyer machen“ zusammengestellt und erläutert.

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Fred-Michael Sauer
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Mit einem Flyer lassen sich Informationen effektiv in Szene setzen. Voraussetzung: Sie müssen professionell gemacht sein. In diesem Buch lernt auch der Laie, worauf es dabei ankommt. weiterlesen »

Der Flyer, das Flugblatt oder der Handzettel, hat seine Bedeutung auch im Zeitalter des Internets nicht verloren. Er ist flexibel einsetzbar, kann schnell und überall verteilt werden, wird in die Hand genommen und erreicht dadurch Aufmerksamkeit. Außerdem lässt er sich gut aufheben, an die Wand pinnen, in die Tasche stecken und bleibt so in Erinnerung. Für die Entwicklung und Herstellung eines Flyers sind folgende Aspekte entscheidend:

Klären, ob der Flyer das richtige Medium ist

Es gibt unzählige Möglichkeiten, andere über etwas zu informieren. Der Flyer ist insbesondere dann ein geeignetes Medium, wenn es darum geht:

  • ein Unternehmen oder ein Produkt zu präsentieren
  • ein Projekt vorzustellen
  • eine Veranstaltung zu bewerben
  • auf eine spezielle Aktion hinzuweisen

Rahmenbedingungen klären

Sind Anlass und Thema des Flyers klar, kommt es auf die Rahmenbedingungen an. Wichtig sind vor allem Antworten auf diese Fragen:

  • Welche Gesetze oder (externe oder innerbetriebliche) Vorgaben sind zu beachten? Was muss in jedem Fall gewährleistet sein?
  • Wie sehen „Markt“ und „Wettbewerb“ aus? Stehen der Flyer und das, was er bewirbt, in Konkurrenz zu anderen, vergleichbaren Angeboten? Welche sind das? Was zeichnet diese aus?
  • Was erwarten Zielgruppen und Leser des Flyers allgemein vom Unternehmen? Was wollen Sie wissen, wenn Sie den Flyer lesen? Welche Informationen erwarten sie dort?
  • Welches Image hat das Unternehmen oder das Projekt im Umfeld?
  • Wer muss alles einbezogen, befragt, informiert oder beteiligt werden?
  • Welches Budget und wie viel Zeit stehen zur Verfügung?
  • Wann muss alles fertig sein?

In diesem Schritt müssen Antworten zu diesen Fragen, dafür notwendige Informationen und hilfreiche Ideen gesammelt werden. Denn damit wird klar, was bei der Entwicklung des Flyers unbedingt zu beachten ist.

Ziele und Zielgruppe bestimmen

Soll mit dem Flyer informiert werden? Soll jemand überzeugt oder gar umgestimmt werden? Geht es um Meinungsbildung oder um die Auslösung eines bestimmten Verhaltens wie beispielsweise Kauf, Anmeldung oder Befürwortung bei einer Abstimmung? Aus den Antworten auf solche Fragen leiten sich die Ziele ab, die mit dem Flyer erreicht werden sollen. Je konkreter, desto besser. Beispiele für Ziele können sein:

  • Der Leser des Flyers soll über Termin und Ort einer Veranstaltung informiert werden.
  • Der Leser soll erfahren, welche Vorteile ein Produkt für ihn hat.
  • Der Leser soll etwas kaufen, weil es gerade sehr günstig ist.
  • Der Leser soll für ein Thema sensibilisiert werden; er soll Informationen erhalten, die seine Meinung beeinflussen könnten.

Welche Ziele in welcher Form wichtig sind, hängt von der Zielgruppe ab, die Sie erreichen wollen. Diese lässt sich durch Antworten auf diese Fragen identifizieren:

  • Wer soll den Flyer lesen?
  • In Bezug auf wen sind die Ziele relevant?
  • Wer wird am meisten von den Informationen profitieren?
  • Wer ist von dem Thema betroffen?

Dabei ist zu beachten, dass auch andere Personen, die nicht unmittelbar angesprochen werden sollen oder die nicht direkt betroffen sind, den Flyer lesen – und sich eine Meinung bilden. Je nach Thema und Zielsetzung müssen auch diese bei der Flyerentwicklung berücksichtigt werden, damit der Flyer seine Wirkung entfalten kann.

Kernbotschaft ermitteln

Wenn Ziele und Zielgruppe klar sind, lässt sich eine Kernbotschaft formulieren. Sie drückt in einem Satz aus, was der Leser unbedingt wissen muss. Das bringt die Ziele auf den Punkt und macht gleichzeitig klar, worum es im Flyer vor allem gehen soll. Eine Kernbotschaft verschafft inhaltliche Orientierung, wenn es im nächsten Schritt um die Zusammenstellung und Aufbereitung der Inhalte geht. Und sie hilft, sich auf das Wesentliche zu beschränken. Beispiele für Kernbotschaften können sein:

  • Dieses Produkt ist umweltfreundlich.
  • Mit diesem Projekt verbessern wir die Prozesse in unserem Unternehmen.
  • Die Veranstaltung findet statt am ...
  • Diese Woche gibt es das Produkt zum Sparpreis.
  • Wir haben neu eröffnet.

Ob eine Kernbotschaft zu den Zielen und den Zielgruppen passt und ob sie wirklich gut formuliert ist, lässt sich meistens nur durch Tests herausfinden. Die Kernbotschaft auf einem Flyer kann anderen Personen, idealerweise aus der Zielgruppe, vorgestellt werden. Dann wird sichtbar, wie sie bei der Zielgruppe ankommt.

Text und Sprache

Alle Informationen, die für den Leser wichtig sind, werden im Flyer zu Text. Was das im Einzelnen ist, hängt vom Wissenstand des Lesers (Zielgruppe) und seiner Situation ab, in der er sich beim Lesen befindet. Die Reihenfolge der Informationen und der Textteile ergibt die Textstruktur. Hier gilt die Regel: Kommen Sie schnell zur Sache! Schon der Titel muss ausdrücken, worum es geht oder was behauptet wird. Im weiteren Verlauf des Textes gibt es Antworten auf die W-Fragen (wer, wie, wo, wann, warum, wofür). Der Leser erwartet dort Belege, Gründe und vor allem Nutzen und Vorteile für sich.

Sprache und Tonalität sind beim Texten ebenfalls sehr wichtig. Der Leser soll Sie verstehen und sich für die Worte interessieren, die Sie an ihn richten. Die Tonalität des Textes beeinflusst, wie diese Worte wirken. Sachliche oder technische Begriffe kommen anders an als emotionale oder menschliche. Hier ist zu klären, was zum Thema und zum Unternehmen passt und was die Zielgruppe schätzt.

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Layout und Gestaltung

Sind die einzelnen Inhalte des Flyers klar, müssen sie im Flyer ihre Gestalt finden. Dazu zählen: Form, Größe, Orientierung (Hochformat oder Querformat), Umfang (Seitenzahl), Falzart und Bindung, Satzspiegel, Ränder, Aufteilung von Text und Bild oder Grafik, Schriftart, Farben und Raster (Schriftgröße, Zeilenabstand, Spaltenbreite). Hilfreich ist, wenn Sie die Gestaltungsidee zunächst per Hand skizzieren. Das spart viel Zeit und verhindert, dass Sie von der Fülle an Gestaltungsoptionen eines Layoutprogramms erschlagen werden.

Eine besondere Bedeutung haben Bilder und Fotos. Bilder werden schneller wahrgenommen, erregen Aufmerksamkeit und bewirken Emotionen – zum Thema und zum Unternehmen. Beachten Sie: Für einen hochwertigen Flyer benötigt man hochwertige Fotos; nichts verunstaltet ein Printmedium mehr als schlecht aufgenommene Fotografien. Dabei muss das Motiv zum Inhalt, zur Zielsetzung und zur Zielgruppe passen.

Es ist sehr anspruchsvoll, alle visuellen Elemente des Flyers optimal aufeinander abzustimmen. Hier sind eine Fülle von handwerklichen Regeln zu beachten wie beispielsweise: Lesbarkeit der Schrift, Farben, die zusammenpassen und wirken, Auflösung eines Fotos oder die Anordnung der Elemente auf der Seite. Im Zweifel sollte ein Experte die Gestaltung übernehmen. Er muss dann richtig instruiert werden.

Vorbereiten des Drucks

Ist der der Flyer fertig gestaltet, kann er zum Drucker. Der braucht Vorgaben zu: Papier (Oberfläche und Stärke), Weiterverarbeitung durch Falten, Heften oder Binden, Veredelung durch Lackieren, Kaschieren, Stanzen oder Prägen und die Zahl der Exemplare, die zu drucken sind. Ist der geeignete Drucker gefunden, erwartet der meist eine druckfertige PDF-Datei.

Professionelle Layout-Programme oder spezielle Software für die Druckvorbereitung können eine solche Datei erzeugen. Wichtig ist, dass die benutzten Schriftarten eingebettet sind und die Grafiken in der passenden Auflösung. Ebenso muss das Farbsystem passen, oft ist eine Umwandlung von RGB in CMYK notwendig, was Auswirkungen auf die Farbwirkung haben kann. Am Ende wird eine PDF-Datei des Flyers erzeugt; ein Standard des Formats nennt sich PDF/X-1a.

Bevor der Druck dann endgültig anläuft, sollte man ein Exemplar prüfen (Proof) und dann erst die Druckfreigabe erteilen.

Fazit

Flyer lassen sich für viele Zwecke nutzen. Sie vermitteln auf einfache, anschauliche und wirksame Weise Informationen. Und sie sind auch vom Laien schnell gemacht. Doch das Ergebnis wirkt oft unprofessionell. Wer mit geringem Budget selbst einen Flyer erstellen will, sollte sich über ein paar Regeln und Techniken informieren, um gute Flyer zu entwickeln, die zum Thema und zum Image des Unternehmens passen und die professionell wirken.

Hilfreich ist, sich andere Beispiele anzuschauen und zu prüfen: was ist an diesem Flyer gut und was schlecht. Wenn es richtig gut werden soll, sollte man den Rat oder die Unterstützung eines Experten einholen; das gilt zumindest für die Gestaltung und die Herstellung eines Flyers. Der Dienstleister braucht dann ein gutes Briefing – und das setzt ein klares Konzept voraus mit Zielen, Zielgruppe, Kernbotschaft und allen Informationen, die der Leser wissen muss.

Flyer entwickeln ist Konzeptarbeit. Wie die funktioniert erfahren Sie in diesem Seminar und Training.

Checkliste: Entwicklung eines Flyers

  • Anlass und Zweck für die Erstellung geklärt
  • Rechtliche, technische und organisatorische Rahmenbedingungen geklärt und bekannt.
  • Ziele und Zielgruppe beschrieben
  • Kernbotschaft in einem Satz formuliert
  • Text bzw. Textelemente enthalten alle für den Leser wichtigen Informationen
  • Sprache und Tonalität passen zum Thema und zur Zielgruppe
  • Grafiken, Bilder, Fotos erstellt und vorbereitet
  • Form, Größe, Art des Flyers festgelegt
  • Textelemente, Grafiken, Bilder, Fotos, Farben, grafische Elemente, Satzspiegel und Ränder aufeinander abgestimmt und passend angeordnet
  • Kernbotschaft sofort ersichtlich und lesbar
  • Flyer passt zum Image des Unternehmens
  • PDF-Datei für den Druck erstellt
  • Papier und Art der Verarbeitung geklärt
  • Höhe der Auflage festgelegt
  • Probedruck überprüft und für gut empfunden.
  • Druckfreigabe erfolgt
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Über den Autor
Dr. Jürgen Fleig
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