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Finanzplanung

Finanzierungsarten und ihre Inanspruchnahme

Um den langfristigen Kapitalbedarf zu decken und kurzfristige Finanzlücken zu schließen, haben Unternehmen inzwischen viele Möglichkeiten. Sie lassen sich zunächst unterscheiden nach der Häufigkeit der Einzahlungen (einmalig oder laufende Finanzierung), nach der Herkunft der Mittel (Außenfinanzierung oder Innenfinanzierung) oder nach der Rechtsstellung des Geldgebers (Fremdfinanzierung oder Eigenfinanzierung). Außerdem spielt eine Rolle, in welcher Frist das Kapital wieder zurück bezahlt werden muss (kurzfristig, mittelfristig oder langfristig).

Für die Unternehmen ist außerdem wichtig, welche Rechte und Pflichten mit dem Einbringen von Kapital außerdem verbunden sind. Wer Eigenkapital zur Verfügung stellt, kann im Allgemeinen auch den Geschäftsverlauf mitbestimmen. Fremdfinanzierung ist ohne aufwendiges Rating kaum noch möglich. Daneben gibt es inzwischen Mischformen der Finanzierung, die unter dem Begriff Mezzanines Kapital geführt werden.

Von besonderer Bedeutung sind immer die Kapitalkosten. Um sie zu ermitteln, wird oft die Weighted-Average-Cost-of-Capital-Methode (WACC) eingesetzt. Danach gilt:

Weighted Average Cost of Capital, gewichtete Kapitalkosten

= Eigenkapital : Gesamtkapital * Eigenkapitalkostensatz

+ Fremdkapital : Gesamtkapital * Fremdkapitalkostensatz * (1 – Steuersatz)

Im Folgenden sind einige wichtige Finanzierungsformen aufgeführt:

  • Beteiligungsfinanzierung, um das Eigenkapital zu erhöhen: Bei Aktiengesellschaften durch die Ausgabe von (neuen) Aktien, bei Kapitalgesellschaften, Personengesellschaften oder Genossenschaften durch die Aufnahme neuer Gesellschafter oder Mitglieder; die Möglichkeiten und Formen sind gesetzlich geregelt. Möglich ist auch die sogenannte Mitarbeiterbeteiligung.
  • Langfristige Fremdfinanzierung, wodurch das Fremdkapital erhöht wird: Das sind langfristige Bankkredite (Laufzeit länger als ein Jahr), Schuldscheindarlehen, Obligationen, Wandelanleihen, Optionsanleihen oder Gewinnschuldverschreibungen.
  • Kurzfristige Fremdfinanzierung durch Fremdkapital, um Deckungslücken auszugleichen: Kontokorrentkredite, Kundenanzahlungen, Lieferantenkredite, Wechselkredite, Avalkredite, Lombardkredite, Akkreditivkredite und andere Formen zur Absicherung von Exportgeschäften.
  • Mezzanine Finanzierung als Kapital, das je nach vertraglicher Gestaltung als Eigenkapital oder Fremdkapital aufgefasst werden kann: Stille Beteiligungen, Genussscheine; auch Wandel- und Optionsanleihen werden oft dem Mezzaninen Kapital zugerechnet.
  • Sonderformen der Finanzierung: Dazu gehören das Factoring und das Leasing.
  • Innenfinanzierung: Bei der Innenfinanzierung erfolgt der Geldzufluss aus dem betrieblichen Umsatzprozess; das heißt beispielsweise, Gewinne werden nicht ausgeschüttet, Abschreibungseffekte werden genutzt, Rückstellungen gebildet, Kosten eingespart (Rationalisierung) oder Vermögen veräußert.

Wer Fremdkapital in Anspruch nimmt, muss seine Kreditwürdigkeit prüfen lassen und Kreditsicherheiten bieten. Banken führen inzwischen nach den Vorgaben von Basel II ein Rating ihrer Kunden durch und ermitteln so, ob und zu welchen Konditionen ein Kredit vergeben werden kann. Gegebenenfalls holen sie Informationen auch bei der Schufa ein.

Kreditsicherheiten können in unterschiedlicher Form gegeben werden. Das sind vor allem:

  • Bürgschaft,
  • Pfandrecht,
  • Sicherungsübereignung,
  • Eigentumsvorbehalt,
  • Hypothek,
  • Grundschuld,
  • Rentenschuld,
  • Pfandrecht,
  • Sicherungsabtretung.
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