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Strukturiertes Arbeiten

Kreativität und Brainstorming

Brainstorming ist eine einfache und praktikable Kreativitätstechnik. Sie brauchen Kreativität immer dann, wenn Sie ein Problem haben, für das es bislang keine Lösung gibt. Um so mehr kommt es dann auf die richtige Gestaltung des Prozesses an, um eine gute Lösung zu finden.

Der Prozess der Problemlösung hat vier Schritte:

  1. Vorbereitung: Beschreiben Sie das Problem so genau wie möglich. Formulieren Sie die Randbedingungen. Beschreiben Sie die Ursachen, die zu dem Problem geführt haben.
  2. Inkubation: Das ist die Zeit, in der Sie mit dem Problem schwanger gehen. Reden Sie mit möglichst vielen Menschen über Ihr Problem. Holen Sie deren Meinung ein. Schlafen Sie darüber. Überlegen Sie frei, assoziieren Sie. Untersuchungen zeigen, dass der Mensch bei Spaziergängen in der Natur am kreativsten ist. Viele Ideen kommen auch in langweiligen Sitzungen. Anderen fällt es morgens beim Duschen ein.
  3. Illumination: Dies ist der Moment, in dem Ihnen ein guter Lösungsansatz eingefallen ist. Schreiben Sie ihn sofort auf. Deshalb sollten Sie immer ein Notizbuch und Stift bei sich tragen. Nutzen Sie diesen Moment, um so viele Details der Lösung festzuhalten, wie Ihnen einfallen. Bremsen und kritisieren Sie sich nicht in dieser Phase.
  4. Verifikation: Nun bewerten Sie Ihren Einfall. Prüfen Sie, ob es so funktionieren kann. Probieren Sie aus. Diskutieren Sie mit anderen. Vielleicht wird Ihre Lösung verworfen. Wahrscheinlicher ist, dass es ein guter Ansatz ist, den es nun zu verbessern gilt. Kollegen und andere Menschen können Ihnen dabei helfen.

Was ist Ihre Erfahrung: In welchen Situationen sind Sie besonders kreativ?




Kreativität besteht meist darin, Vorhandenes zu Neuem zusammenzufügen. Das setzt voraus, dass man nicht nur bei Geläufigem bleibt, sondern neue Assoziationen bildet. Entscheidend ist zunächst die Menge an neuen Assoziationen, nicht die Qualität.

Eine kleine Testaufgabe: Schreiben Sie in 3 Minuten möglichst viele Begriffe auf, die: hart, rund, kleiner als ein Tennisball sind!

Lesen Sie erst anschließend weiter.




Na? Haben Sie auch an Begriffe wie Golfball, Murmel etc. gedacht? Oder an Ring, Öse, Dichtung?

Der Begriff Tennisball verführt uns zunächst zu kugelförmigen Gebilden. Dabei lässt die Aufgabenstellung auch flache Gegenstände zu. Das Gehirn setzt sich durch Eingangsreize oft unnötige eigene Rahmenbedingungen. Diese müssen Sie auflösen und möglichst viele Ideen und Assoziationen bilden.

Darüber hinaus ist auch eine Flexibilität notwendig. Informationen, Reize werden gemischt und zu neuen Begriffen zusammengesetzt. Eine Aufgabe wird unter verschiedenen Gesichtspunkten gesehen.

Ein Ziegelstein kann nicht nur zum Hausbau verwendet werden, sondern auch zum Beschweren oder zum Unterlegen oder einfach als Dekorationselement.

Schließlich ist auch Originalität ein wichtiges Element. Damit ist die Fähigkeit gemeint, echtes Neuland zu betreten. Viele Menschen trauen sich dies nicht. Sie haben Angst, sich lächerlich zu machen, sie sind zu stark auf Bestehendes fixiert, es gibt Rivalität, versteckte Normen, starre Systeme und Strukturen im Betrieb oder Lieblingstheorien und Expertentum von einzelnen Mitarbeitern. Alles dieses kann Kreativität blockieren.

Welche möglichen Blockaden vermuten Sie in Ihrem Unternehmen?




Umgekehrt lässt sich Kreativität auch gezielt steigern durch:

  • hohe Empfindlichkeit gegenüber Impulsen aller Art;
  • tolerantes Verhältnis zu neuen Gedanken;
  • Notizbücher und Karteikästen für Ideen;
  • Schaffung angenehmer äußerer Bedingungen (Räume, Natur, visuelle Anregungen).

Wie können Sie mögliche Blockaden auf Dauer auflösen?




Außerdem ist ein Team oft kreativer als ein einzelner Mensch. Die Teammitglieder geben sich gegenseitig Anregungen und Assoziationen. Die wichtigste Methode für das Kreativ-Sein im Team ist das Brainstorming. Es ist für die Inkubationsphase geeignet.

Für das Brainstorming gelten folgende Regeln:

  1. Kleiden Sie das Problem in eine möglichst konkrete Frage, zum Beispiel eine Wie-Frage.
  2. Beschreiben Sie das Problem möglichst ausführlich, sodass alle dasselbe darunter verstehen. Nennen Sie nur die wirklich nicht veränderbaren Rahmenbedingungen.
  3. Bei komplexen Problemstellungen sollten Sie das Problem aufteilen und Teilprobleme getrennt voneinander behandeln.
  4. Stellen Sie ein Team zusammen von maximal zehn Menschen. Es müssen keine Experten sein, Sie sollten im Allgemeinen aber die Aufgabe oder das Problem und seine Ursachen verstehen.
  5. Die Teammitglieder sollten der Methode und der Kreativität gegenüber aufgeschlossen sein. Laden Sie keine notorischen Nörgler dazu ein. Alle sollten sich sympathisch sein. Es sollte wenig Hierarchieunterschiede geben.
  6. Im Brainstorming ist keine Kritik an Ideen erlaubt! Alles wird aufgeschrieben. Jede Bewertung (auch durch Killerphrasen wie: Das geht doch nicht!) wird sofort unterbunden. Sagen Sie einfach laut und deutlich: Keine Kritik!
  7. Es gibt keine Urheberrechte. Das Aufgreifen von Ideen anderer ist ausdrücklich erwünscht. Das Ergebnis gehört der ganzen Gruppe.
  8. Quantität geht vor Qualität: Je mehr desto besser!
  9. Die Ideen können ruhig verrückt sein. Auch wenn sie unsinnig erscheinen, regen Sie die Teilnehmer zu weiteren Ideen an, verschaffen Sie Assoziationen.
  10. Es gibt einen Protokollführer, der alle Ideen für alle sichtbar aufschreibt. Am besten sind dafür Karten geeignet, die hintereinander an eine Pinwand gehängt werden. Der Protokollführer bringt selbst keine Ideen ein. Wenn die Ideen sehr schnell sprudeln, sollte sich jeder seine Ideen selbst notieren und dann der Reihe nach mitteilen.
  11. Wenn es einen toten Punkt gibt, kann die Diskussion neu entfacht werden, indem der Teammanager das Problem noch einmal zusammenfasst, noch einmal neu formuliert, das Problem mal umdreht und die Ideen an einer anderen Tafel sammelt (Bsp. Problem: Wie können wir den Verkehr reduzieren? Umgekehrtes Problem: Was müssten wir tun, um den Verkehr zu erhöhen?), sachlich provoziert, eine Idee herausgreift, die auf einen ganz anderen Anwendungsbereich verweist oder eine Pause macht.

In der folgenden Checkliste haben wir die wichtigsten Punkte für das Brainstorming noch einmal für den Teammanager und Initiator eines Brainstormings zusammengefasst.

Hinweis

Weitere Erläuterungen zum Thema Kreativität finden Sie in unserem Wissensbaustein:

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