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Pressearbeit

Redaktionsbesuch, Pressegespräch, Betriebsbesichtigung

Redaktionsbesuch

Gerade für kleinere Unternehmen, die keine großen Pressekonferenzen abhalten, können Redaktionsbesuche eine Gelegenheit sein, in direkten Dialog mit den Redakteuren zu treten. Hierbei handelt es sich aber um ein Instrument der Pressearbeit, das wohl durchdacht angewandt werden sollte. Der Grund ist leicht erklärt: Mit dem Angebot eines Besuchs in der Redaktion lädt sich der Vertreter des Unternehmens quasi selbst ein. Nicht von ungefähr ist dieses Instrument in Fachkreisen auch umstritten, da es vielen Redakteuren anscheinend widerstrebt, ihre Gesprächspartner am eigenen Arbeitsplatz zu empfangen.

Ob man sich dieser Meinung anschließt, sei zunächst einmal dahingestellt, denn immerhin müssen Redakteure für einen solchen Besuch nicht selbst reisen. Im Grund spricht nichts gegen gelegentliche Empfänge in der Redaktion, doch: Ein Redaktionsbesuch braucht unbedingt einen geeigneten Aufhänger, einen wirklich interessanten Anlass, der mit dem Redakteur exklusiv besprochen wird! Kein Redakteur wird einen Unternehmensvertreter empfangen, wenn er nicht am Thema interessiert ist, das wäre reine Zeitverschwendung. Für Redaktionsbesuche gilt deshalb:

  • Nie unangemeldet ohne vorherige Terminabsprache in der Redaktion auftauchen!
  • Besuch nur bei wirklich wichtigen Anlässen vorschlagen (Beispiel: Der Geschäftsführer teilt seine Beweggründe für einen Standortwechsel des Unternehmens mit)!
  • Eine professionell aufbereitete Pressemappe im Gepäck haben!

Die Vorteile eines Redaktionsbesuchs liegen auf der Hand:

  • Persönliche Kontaktaufnahme
  • Aufbau von Vertrauen zwischen Unternehmen und Redakteur
  • Beitrag zum Aufbau eines Presse-Netzwerks

Pressegespräch

Ein Pressegespräch ist der kleine Bruder der Pressekonferenz. Hier werden nur wenige, ausgewählte Journalisten eingeladen, womit es sich leichter in einen direkten Dialog treten lässt als bei einer großen Pressekonferenz mit Dutzenden Medienvertretern. Auch beim Pressegespräch geht es um den Aufbau gezielter Pressekontakte.

Pressegespräche laufen im Gegensatz zu Pressekonferenzen nicht formal ab. Bestimmte Redakteure werden bevorzugt mit Informationen beziehungsweise Hintergrundinformationen versorgt. Da der Rahmen recht zwanglos ist, können Medienvertreter direkt Fragen stellen. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Unternehmen sollten Pressegespräche gut vorbereiten und für Nachfragen – selbstverständlich auch kritische – gewappnet sein.

Vorsicht: Pressegespräche sollten nicht dazu benutzt werden, um Journalisten von sich oder von seinen Zielen zu vereinnahmen. Wer versucht, Medienvertreter für seine Anliegen zu instrumentalisieren, begibt sich aufs Reputationsglatteis. Professionelle Kontaktpflege sieht anders aus.

Betriebsbesichtigung

Gerade für produzierende Unternehmen bietet sich an, Journalisten für eine Besichtigung des Betriebes einzuladen. Auch hier braucht es einen konkreten Anlass. Ein Beispiel:

Ein Unternehmen der papierverarbeitenden Industrie wurde für sein Umweltengagement ausgezeichnet, weil es umweltverträgliche Produktionsmethoden eingeführt hat. Die Abteilung Unternehmenskommunikation nutzt dies als Anlass und lädt Medienvertreter ein, sich vor Ort ein eigenes Bild der Produktionsabläufe zu machen – und im Anschluss darüber zu berichten.

Wer Betriebsbesichtigungen plant, sollte im Vorfeld einige Vorbereitungen treffen:

  • Für hohen Informationswert sorgen, zum Beispiel durch Vorträge, Hintergrundgespräche oder Frage-Antwort-Runden
  • Raum für Hintergrundgespräche organisieren und entsprechend vorbereiten (ausreichende Bestuhlung, Getränke, Flipchart, Beamer etc.)
  • Film- und Fotomöglichkeiten bereithalten
  • Kompetente Betreuung der Medienvertreter
  • Ausreichend Parkplätze zur Verfügung stellen
  • Für ein entspanntes Ambiente sorgen, zum Beispiel durch ein gemeinsames Mittagessen oder einen Stehempfang
  • Die Route der Besichtigung genau festlegen
  • Mögliche Ansprechpartner an bestimmten Maschinen bestimmen und bereithalten

Auch hier bietet es sich an, im Nachgang der Veranstaltung eine Pressemappe mit weiterführenden Informationen zu verteilen.

Die Aufzählung der vorgestellten Instrumente ist nicht abschließend, sondern auf die typischen beschränkt. Sie soll vor allem denjenigen Unternehmen eine Hilfe sein, die mit Pressearbeit noch wenig bis gar keine Erfahrung haben und hier die ersten Schritte gehen möchten. Welche Instrumente jedoch zum Einsatz kommen, hängt immer von den konkreten Zielen ab, die ein Unternehmen mit Pressearbeit erreichen will. Nicht für jedes Ziel sind alle Instrumente gleichermaßen geeignet.

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