Arbeitsorganisation10 Maßnahmen für weniger Lärm in Großraumbüros

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Mit diesen Maßnahmen können Arbeitgeber den Lärm im Großraumbüro reduzieren und so Stress der Beschäftigten vorbeugen.
erschienen: 13.09.2016

Lärm verursacht Stress. Ob laute Bürogeräte, Telefonate von Kollegen mit Kunden oder Gespräche zwischen Kollegen. Gerade bei der Arbeit im Büro, wo Konzentration und mitunter eine hohe Aufmerksamkeit gefragt sind, leiden Mitarbeiter oft unter akustischen Störungen. Dies gilt verstärkt für Großraumbüros.

Mit folgenden Maßnahmen können Arbeitgeber den Lärm in Großraumbüros reduzieren:

Raumteiler aufstellen

Als Raumteiler können bereits vorhandene Möbel wie Aktenschränke, Bücherwände oder Regale dienen. Damit lassen sich Arbeitsplätze nicht nur optisch abtrennen – was ein konzentrierteres Arbeiten ermöglicht -, sondern diese Möbel dämpfen auch den Schall.

Akustikvorhänge aufhängen

Akustikvorhänge (Flächenvorhänge) vermindern den Reflexionsschall und die Nachhallzeit, indem sie den Schall absorbieren. Sie können vor allem hohe und mittlere Frequenzen absorbieren, wie etwa Sprachlärm in Großraumbüros.

Akustikbilder aufhängen

Akustikbilder eigenen sich für Räume, in denen Stimmengewirr verringert und die Sprachverständlichkeit verbessert werden soll. Akustikbilder wirken als Schallschlucker und werfen Geräusche nicht in den Raum zurück, so, wie es nackte Wände tun.

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Geräuschintensive Hardware entfernen

Lärmende Geräte wie Drucker oder Kopierer sollten nicht direkt am Arbeitsplatz beziehungsweise Scheibtisch stehen. Besser ist es, diese in einen separaten Raum zu stellen. Steht dieser nicht zur Verfügung, lassen sich die Geräte auch durch Raumteiler von den übrigen Arbeitsplätzen abgrenzen.

Geräuscharme Hardware anschaffen

Arbeitgeber können beim Kauf neuer Bürogeräte auf deren Geräuscharmut achten. Dafür eignen sich beispielsweise Geräte mit dem Prüfsiegel „Blauer Engel“, die als besonders leise gelten.

Mobiltelefone auf Vibrationsalarm stellen

Arbeitgeber können die Anordnung erteilen, dass die Mobiltelefone der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Virbrationsalarm geschaltet werden anstatt in den normalen Klingelmodus.

Genügend Platz zwischen Arbeitsplätzen schaffen

Bei der Einrichtung von Großraumbüros sollten Arbeitgeber darauf achten, ausreichend Platz zwischen den einzelnen Arbeitsplätzen zu schaffen. Hintergrund: In Großraumbüros kommt es oft zu „Überbelegungen“, so dass es zwischen den Arbeitsplätzen an der notwendigen räumlichen und sozialen Distanz fehlt. Eine zu enge Belegung verhindert zudem einen effektiven Lärmschutz. Als Faustregel für einen ausreichenden Abstand zwischen Arbeitsplätzen gilt: Gespräche von fremden Arbeitsbereichen sollten nicht verstehbar sein.

Standard für Flächen in Großraumbüros

Für Großraumbüros ab 400 m² fordert die Technische Regel für Arbeitsstätten (ASR A1.2) eine Arbeitsfläche von 12 bis 15 m² pro Person.

Lärmdämpfende Raummaterialien verwenden

Wenn ein Großraumbüro neu eingerichtet wird, können Arbeitgeber auf lärmdämpfende Materialien für Böden, Decken und Wände zurückgreifen. Sie verringern die Übertragung des Schalls. Geeignet sind daher Teppichböden oder weiche Böden aus Kunststoff.

Büroraum in Zonen aufteilen

In Großraumbüros können Räume zoniert werden. Beispiel: Ausgliederung von Kommunikationsräumen für Meetings oder fürs Telefonieren. Ein andere Möglichkeit ist, dass sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Arbeit eine hohe Konzentration erfordert, in separate „Denkräume“ oder „Ruheräume“ zurückziehen können.

Lärmpegel messen

Um einen Eindruck zu bekommen, welcher Geräuschpegel in ihrem Großraumbüro herrscht, können Arbeitgeber den Lärmpegel darin messen. Dafür müssen sie wissen, welche Empfehlungen es zur Lärmbelastung in Büros für welche Tätigkeiten gibt.

Grob lässt sich sagen: Je höher die Anforderungen an konzentriertes Arbeiten sind und je höher der Anteil an geistiger Arbeit, umso geringer sollte die Lärmbelastung ausfallen.

Empfehlungen zur Lärmbelastung in Büros nach Tätigkeiten (in Dezibel)

Maximal 55 dB (A)

Vorwiegend geistige Tätigkeiten mit Entscheidungsfindung- und Problemlösungsaufgaben, Komplexität oder gute Sprachverständlichkeit (Richtlinie 2058, VDI)

45 - 55 dB (A)

Routinemäßige Büroarbeit (DIN EN ISO 11690)

40 - 50 dB (A)

Callcenter und Bildschirmarbeit im gewerblichem Umfeld

40 - 45 dB (A)

Kommunikation mit Kunden und sehr gute Sprachverständigung (DIN EN ISO 9241)

35 - 45 dB (A)

Konzentrierte, überwiegend geistige Arbeit (DIN EN ISO 11690)

35 - 40 dB (A)

Sehr hohe Anforderungen an Konzentration, zum Beispiel Sachbearbeitung, Programmieren oder wissenschaftliches Arbeiten

Zum Vergleich: Ein handelsüblicher Laserdrucker erzeugt einen Lärmpegel von rund 50 dB (A).

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Über den Autor
David Wolf

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