MitarbeitergesprächTipps für Arbeitnehmer

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Was beim Mitarbeitergespräch auf Sie zukommt und wie Sie angemessen reagieren.
erschienen: 01.02.2016
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Der Chef führt regelmäßig Mitarbeitergespräche mit seinen Angestellten durch. Die Schwerpunkte können dabei unterschiedlich gesetzt sein. Folgende Themen werden häufig angesprochen:

  • Leistungsbeurteilung
  • Feedback
  • Zielvereinbarungen
  • Gehaltserhöhung und Beförderung
  • Arbeitssituation
  • 180 Grad Feedback

Leistungsbeurteilung

Bei der Leistungsbeurteilung geht der Vorgesetzte Ihre Arbeitsergebnisse durch und bewertet Ihre Leistung. Die Leistungsbeurteilung beinhaltet auch fachliche Kritik.

Auf die Leistungsbeurteilung können Sie sich vorbereiten, indem Sie sich selbst objektiv einschätzen. Denken Sie an die Zeit seit dem letzten Mitarbeitergespräch. Hat sich Ihre Leistung gesteigert? Konnten Sie vereinbarte Ziele erreichen? Tragen Sie jetzt mehr Verantwortung? Wenn Sie diese Fragen mit Ja beantworten können, wird der Chef Ihre Leistung anerkennen.

Wenn Sie vereinbarte Ziele nicht erreicht haben oder Ihre Leistung allgemein nicht zufriedenstellend war, bereiten Sie Erklärungen vor, die Sie dem Chef nennen können. Möglicherweise gab es Veränderungen bei den Rahmenbedinungen, oder Sie waren durch zusätzliche Aktivitäten im Unternehmen zu stark ausgelastet. Wenn die Gründe plausibel sind, wird der Chef diese nachvollziehen können und mit Ihnen gemeinsam eine Lösung für das kommende Jahr ausarbeiten.

Bei der Leistungsanalyse sollten Sie Tätigkeiten nennen, die Sie zusätzlich zu Ihren Pflichtaufgaben übernommen hatten, beispielsweise Protokollieren der Meetings oder die Leitung der wöchentlichen Jour Fix.

Sollte Ihr Chef Ihre Leistungen kritisieren, nehmen Sie seine Kritik ruhig und sachlich zur Kenntnis, verzichten Sie auf Ausreden und Ausflüchte. Eine Verteidigungshaltung ist hier unangebracht. Wenn Kritikpunkte unbegründet sind, können Sie die Missverständnisse gleich aufklären. Erklären Sie sachlich die Hintergründe Ihrer Entscheidungen.

Feedback

Seien Sie darauf vorbereitet, dass der Vorgesetzte Sie auf Ihre persönlichen Fähigkeiten ansprechen wird. Er wird mit Ihren Leistungen und Fähigkeiten beginnen, die ihm positiv aufgefallen sind und dann zur Kritik übergehen. Für die meisten Menschen ist es unangenehm, andere persönlich zu kritisieren. Ihr Vorgesetzter wird seine Kritik möglicherweise verpacken, um Sie nicht zu verletzen. Dennoch müssen Sie die Kritikpunkte erkennen, um auf sie eingehen zu können und um später an sich zu arbeiten.

Beispiel: Kritik erkennen

Ihr Chef sagt: „Sie haben eine schöne Präsentation vorbereitet. Nur schade, dass Sie mit anderen Projekten nicht vorangekommen sind.“

Er meint: „Sie setzen die Prioritäten falsch! Ihre Zeit sollten Sie nicht mit Powerpoint-Spielereien verschwenden, sondern sich auf Projekte konzentrieren.“ 

Reagieren Sie nicht emotional. Bleiben Sie ruhig und hören Sie gut zu. Lassen Sie den Vorgesetzten aussprechen. Diskutieren und kommentieren Sie nicht. Ihr Chef beschreibt seinen Eindruck von Ihnen, den Sie in diesem Moment nicht verbessern können. In Zukunft haben Sie die Möglichkeit, seine Meinung zu verändern.

Sind die Kritikpunkte für Sie allerdings nicht nachvollziehbar, können Sie nachfragen, in welcher Situation Ihr Vorgesetzter das bestimmte Verhalten bei Ihnen beobachtet hat. Möglicherweise handelt es sich um ein Missverständnis. Klären Sie dann die Situation knapp und sachlich auf. Was auch immer während des Gesprächs passiert: Bewahren Sie Ruhe und bleiben Sie professionell.

Zielvereinbarungen

Ihr Vorgesetzter wird Ihnen die Zielvorgaben erläutern. Sollten Sie nicht damit einverstanden sein, äußern Sie gleich, dass Sie diese Vorgaben nicht erfüllen können.

Als Ziele eignen sich sowohl „weiche“ als auch „harte“ Faktoren. Weiche Faktoren sind beispielsweise Vereinbarungen über notwendige Veränderungen am Arbeitsplatz oder auch Weiterbildungsmaßnahmen. Harte Faktoren sind konkrete Umsatzsteigerungen, Stückziele oder verringerte Ausschussquoten; alles was direkt messbar ist. Versuchen Sie alle Zielvorgaben in möglichst messbaren Indikatoren auszudrücken. Stellen Sie Ihrem Chef die Frage: "Woran erkennen wir, ob ich das Ziel erreicht habe?"

Wenn Sie sich mit Ihrem Vorgesetzten auf Ihre neuen Ziele geeinigt haben, achten Sie darauf, dass die Ziele und der genaue Zeitraum dafür schriftlich festgehalten werden. Klären Sie die Rahmenbedingungen, unter denen Sie Ihre Ziele erreichen sollen. Besprechen Sie auch die Möglichkeiten, Ziele anzupassen, wenn Rahmenbedingungen sich ändern.

Wenn Sie im Nachhinein merken, dass Sie die neu festgelegten Ziele doch nicht erreichen können, bitten Sie um ein Nachgespräch. Das zeigt Ihrem Vorgesetzten, dass Sie sich Gedanken machen und die Vereinbarung mit ihm ernst nehmen.

Gehaltserhöhung und Beförderung

Im Mitarbeitergespräch können Sie über das Gehalt verhandeln, wenn Ihre Leistung gut war. Eine Gehaltserhöhung beträgt in der Regel fünf bis zehn Prozent. Legen Sie für sich Ihr Gehaltsziel fest und nennen Sie einen Betrag oberhalb dieser Summe. So haben Sie die Möglichkeit, flexibel zu reagieren, wenn Ihr Chef ablehnt.

Bestimmen Sie vor dem Gespräch Ihre Schmerzgrenze und überlegen Sie, wie Sie reagieren, wenn ein Gehalt unterhalb dieser Grenze angeboten wird. Sie können dann Alternativen vorschlagen, beispielsweise Zusatzleistungen wie einen Firmenwagen oder eine kürzere Arbeitszeit. Wenn Sie sich einigen, lassen Sie Ihren Arbeitsvertrag um die neue Regelung ergänzen. Sollten Sie mit Ihrer Forderung scheitern, fragen Sie Ihren Vorgesetzten nach konkreten Erwartungen an Ihre Leistung.

Beim Mitarbeitergespräch können Sie auch über eine Beförderung sprechen. Erklären Sie, was gerade Sie für eine höhere Stelle qualifiziert. Ihr Vorgesetzter muss eine Verbesserung für das Unternehmen darin sehen. Denn wenn bisher alles funktioniert hat, warum sollte er Ihnen die neue Position geben? Sie können beispielsweise argumentieren, dass Sie mit Ihren aktuellen Aufgaben unterfordert sind und neue Herausforderungen suchen.

Arbeitssituation

Im Mitarbeitergespräch können Sie Ihrem Vorgesetzten mitteilen, was Sie bei der Arbeit stört und was Ihre Leistung und Ihr Befinden verbessern könnte.

Das Mitarbeitergespräch eignet sich gut, auch kleinere Probleme anzusprechen, denn jetzt haben Sie die ganze Aufmerksamkeit des Vorgesetzten. Fragen Sie nach einem neuen Stuhl, nach einem größeren Monitor oder einem zusätzlichen Aktenschrank. Notieren Sie die Punkte vor dem Gespräch, damit Sie im Gespräch nichts vergessen.

Sprechen Sie persönliche Spannungen mit Kollegen nicht an! Lassen Sie Ihren Chef bei teaminternen Konflikten außen vor. Sie können Ihren Chef allerdings auf betriebsbedingte Umstände hinweisen, die Ihre Arbeit negativ beeinflussen.

Beispiele: Über einen Kollegen mit dem Chef sprechen

Weil Ihr Kollege ständig am Reden ist und privat im Büro telefoniert, können Sie sich kaum auf Ihre Arbeit konzentrieren. Über dieses Problem sollten Sie nicht mit Ihrem Vorgesetzten sprechen, sondern müssen diesen Konflikt mit Ihrem Kollegen selbst klären.

Weil Ihr Kollege eine neue Aufgabe übernommen hat, muss er neuerdings beruflich ständig telefonieren. Sie können sich kaum auf Ihre Arbeit konzentrieren. Dieses Problem können Sie mit dem Chef besprechen, da sich berufsbedingt eine neue Situation ergeben hat. Bitten Sie Ihren Chef, Sie in einem anderen Büro unterzubringen. 

180 Grad Feedback

Möglicherweise bittet Ihr Vorgesetzter Sie um ein ehrliches Feedback zu seinem Führungsverhalten. Seien Sie mutig und ehrlich, aber beachten Sie die Feedback-Regeln:

Konkrete Kritik

Seien Sie in Ihren Äußerungen so konkret wie möglich. Machen Sie keine Verallgemeinerungen, wie "Sie machen immer...“. Beschreiben Sie eine Situation, in der Sie mit dem Verhalten des Chefs nicht zufrieden waren, wie ein Dritter diese Situation gesehen hätte, ohne Deutungsversuche und Interpretationen.

Nur für sich sprechen

Machen Sie sich nicht zum Sprecher der Gruppe. Sagen Sie nicht „Wir in der Projektgruppe finden, dass Sie...“. Sprechen Sie nur aus Ihrer Sicht.

Vereinbarungen für die Zukunft

Denken Sie an das Ziel Ihrer Aussprache mit dem Chef. Es geht nicht darum, Vorwürfe zu machen. Am Ende soll eine Vereinbarung für den zukünftigen Umgang miteinander stehen. 

Kritische Personalgespräche im Management-Handbuch
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Über die Autorin
Alexandra Neidhardt
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