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Entscheidungsfindung

Die Alternativen kennen

Eine Entscheidung treffen bedeutet, eine von zwei oder mehreren Möglichkeiten wählen. Dabei erscheint es leichter, als es tatsächlich ist, diese Wahlmöglichkeit zu erkennen und die Alternativen genau zu beschreiben. Im idealen Fall haben wir mehrere Alternativen zur Auswahl, die sich direkt miteinander vergleichen lassen. Wenn wir eine neue Maschine kaufen wollen und das Angebot von drei Maschinenbauern auf dem Tisch liegen haben, müssen wir die Angebote nur genau vergleichen und können dann das beste auswählen.

Doch dieser ideale Fall ist in der Praxis nicht immer gegeben. Es kann Probleme bereiten, dass

  • die Informationen, die das einzelne Angebot beschreiben, nicht vollständig sind; so ist ein Vergleich schwierig;
  • nicht zur gleichen Zeit entschieden und gewählt werden kann, wenn beispielsweise ein sehr günstiger Preis für das eine Angebot nur kurze Zeit gilt, bevor der zweite Anbieter sein Angebot abgegeben hat.

Dieser zweite Fall macht deutlich, dass wir häufig nicht zwischen mehreren Alternativen auswählen können, sondern uns jetzt für eine Möglichkeit entscheiden müssen – oder eben nicht. Viele Entscheidungssituationen fragen nur nach dem Ja oder dem Nein – machen wir es, oder lassen wir es sein.

Wenn die Alternativen und Entscheidungsmöglichkeiten schwer zu fassen sind, dann müssen Sie diese für Ihre Zwecke – die Entscheidungssituation – zurechtschneidern. Kai-Jürgen Lietz stellt in der Entscheiderbibel heraus, dass es nicht so sehr die Alternativen sind, die eine Entscheidungssituation schaffen. Sondern die Entscheidungssituation sollte sich die passenden Alternativen schaffen. Dann ist aber wichtig, dass Sie den Gestaltungsspielraum erkennen und nutzen.

Den Gestaltungsspielraum aufspannen

Am Beispiel „Beschaffung einer Maschine“ bedeutet das: Sie geben den Anbietern vor, was Ihnen wichtig ist – Bedarfe und Ergebnisse, die Sie erreichen wollen. Die potenziellen Lieferanten müssen Ihnen dann die passenden Angebote unterbreiten.

Wichtig ist: Als Entscheider müssen Sie sich also möglichst viele Alternativen erarbeiten. Und die Wahlmöglichkeiten nicht durch externe Ereignisse immer mehr begrenzen lassen.

Es kann allerdings auch vorkommen, dass sich eine sehr gute Alternative quasi aufdrängt. Alles spricht für sie. Sie müssen sich nur dafür entscheiden. Dann macht es wenig Sinn, abzuwarten und noch mehr Alternativen zu entwickeln, die alle nur schlechter sein können, nur um auswählen zu können.

Wenn möglichst viele Alternativen zu einer wahrscheinlich besseren Entscheidung führen, dann brauchen Sie einen großen Gestaltungsspielraum. Den spannen Sie dadurch auf, dass Sie auf der Grundlage der

  • Bedarfe,
  • Ergebnisse (gewünscht, unerwünscht, neutral),
  • Bewertungskriterien

sichtbar machen, welche Spielräume Sie haben oder sich selbst einräumen. Wenn beispielsweise die Kosten für die Maschine ein Kriterium sind, dann können Sie durch eine Budgetvorgabe den Spielraum bezüglich dieses Kriteriums aufspannen. Weitere Möglichkeiten, den Gestaltungsspielraum zu erweitern sind: Einschränkungen hinterfragen, aus Erfahrungen lernen, andere Kollegen dazu befragen oder dem Unterbewusstsein Zeit lassen.

So erarbeiten Sie Ihre Alternativen. Grundlage dafür ist die kreative Problemlösungsfindung. Mehr dazu unter:

Kreativität: Rahmenbedingungen und Methoden für erfolgreiche Ideenentwicklung

Problemlösungsmethoden: Lösungen für betriebliche Aufgaben entwickeln

Arbeitstechniken: Werkzeuge zur Verbesserung der Schlüsselqualifikation

Am Ende können die Alternativen genau so formuliert und beschrieben werden, dass sie möglichst gut zu den gewünschten Ergebnissen und Bewertungskriterien passen. Diese helfen also bei der Entwicklung von besseren Lösungen. Achten Sie dabei auf:

  • das sind die gewünschten Ergebnisse,
  • so ist das im Moment bei der Alternative X,
  • das muss verbessert oder optimiert werden.

Beschreiben Sie Ihre Alternativen. Ermitteln Sie, wie Sie diese optimieren können.




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