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Kreativität steigern

Die Mitarbeiter sind Träger der Kreativität

Nur die Menschen im Unternehmen können kreativ sein. Auf sie kommt es deshalb an. Ob sie als Mitarbeiterin und Mitarbeiter diese Kreativität entfalten und einsetzen kann, hängt von einer Reihe von Faktoren ab. Insbesondere von: Persönlichkeit, Kompetenz und Rahmenbedingungen.

Kreativität ist ein Persönlichkeitsmerkmal

Die Menschen im Unternehmen lassen sich inspirieren, sind offen, stellen infrage, nutzen vorhandenes Wissen und Erfahrungen und kommen auf neue Ideen. Die Kreativität bei den Mitarbeitern ist ein Ergebnis aus deren Einstellung, Motivation, Fähigkeiten und persönlichen Merkmalen. Sie ist nicht angeboren; man kann sie erlernen – oder verlernen. Gleichwohl wissen wir aus eigener Erfahrung, dass es kreative und weniger kreative Menschen gibt. Das Team Management Profil (TMP) unterscheidet mehrere Typen von Menschen, die unterschiedliche Präferenzen haben. Zum Beispiel zeigen die beiden folgenden TMP-Typen Merkmale von kreativen Menschen:

Kreative Innovatoren bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:

  • Gelegenheiten, Ideen zu erforschen,
  • Mitarbeiter, die Begeisterung zeigen,
  • Mitarbeiter, die sich im Thema auskennen und konzeptionell denken können,
  • Wertschätzung und Dank für ihre Beiträge,
  • Mitarbeiter, die ihre unstrukturierte Art tolerieren.

Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:

  • extrem starke Strukturierung,
  • knappe oder nicht nachvollziehbare Terminsetzung,
  • konvergentes Schritt-für-Schritt-Denken.

Entdeckende Promotoren bevorzugen und reagieren besonders positiv auf:

  • Gelegenheiten, Ideen zu erkunden,
  • Gelegenheiten, sprechen zu können,
  • Anerkennung ihrer Leistungen und Beiträge,
  • Gespräche über zukünftige Entwicklungschancen,
  • Mitarbeiter, die begeisterungsfähig sind,
  • Flexible Situationen.

Was sie nicht schätzen und worauf sie negativ reagieren:

  • Situationen, die Konzentration auf sehr viele Details erfordern,
  • Situationen, in denen ihre Ansichten fortwährend in Frage gestellt werden,
  • Diskussionen, die sich auf die Vergangenheit konzentrieren.

Hinweis Persönlichkeitsprofile

Im Team Management Profil werden mit Hilfe von 60 Fragen arbeitsbezogene bevorzugte Verhaltensweisen ermittelt, die Aufschluss über individuell verschiedene Arbeitsstile geben. Auch bei anderen psychologischen Persönlichkeitstests werden „kreative Typen“ identifiziert. In Belbins Teamrollen System ist das der „Neuerer, Erfinder oder Innovator“.

Was kreative Kompetenzen behindert

Bei aller Systematik mit Kategorien für Persönlichkeitstypen: Jeder hat seine eigenen Schemata und Denkmuster, die sich im Laufe seiner persönlichen Entwicklung gebildet haben für

  • die Wahrnehmung von Informationen
  • die Interpretation von Informationen oder
  • das Strukturieren und Ablegen von Informationen

Das Denken beim Menschen spielt sich zwischen divergentem und konvergentem Denken ab. Bei der Problemlösung sind beide Formen wichtig. Im Kreativitätsprozess soll vor allem das divergente Denken gefördert werden. Dieses wird durch Faktoren behindert, die im Menschen begründet liegen oder durch ungeeignete Rahmenbedingungen. Zum Beispiel:

  • funktionale Gebundenheit (was einmal eine feste Funktion hat, behält sie auch)
  • je näher wir uns am Ziel wähnen, desto mehr beschränkt dies den Blick für andere Lösungsmöglichkeiten
  • Reizkonstellation, wenn bereits vorhandene Informationen, Strukturen unseren Lösungsraum prägen
  • Betriebsblindheit, wenn einmal erfolgreiche Lösungen immer wieder angewendet werden
  • Gruppenzwang und der Wunsch nach Übereinstimmung mit den anderen
  • Angst vor Versagen oder Gesichtsverlust
  • Prestige- und Kompetenzzuschreibung, wenn der Meinung der Ranghöheren gefolgt wird

Wenn Sie sich entschließen, Hemmnisse für die Kreativität abzubauen, werden Sie schnell feststellen, dass gar keine großen Investitionsmittel nötig sind. Vielleicht reicht schon ein Kreativitätstrainer, der Sie und Ihre Mitarbeiter sensibilisiert. Sie erinnern sich gewiss an einen inspirierenden Vortrag und wie beschwingt Sie hinausgegangen sind. Oft reicht der Wille, sich mit Kreativitätstechniken zu befassen und die Instrumente auszuprobieren und anzuwenden. Aber Kreativität gedeiht am besten in einer offenen, angeregten Atmosphäre. Wollen wir es spielerisch angehen?

Praxis

Nutzen Sie doch nächstens die Zeit im Stau oder im Warteraum, um folgenden Fragen gedanklich und kreativ nachzugehen:

Übung 1: Was alles kann man mit einer Büroklammer machen? Finden Sie 10 Anwendungen, für die sich der Büroklammerproduzent nicht interessierte.

Im Übrigen: Mit dieser Frage sind wir nebenbei zu einer Kreativitätstechnik gekommen, nämlich der Zweckentfremdung.

Übung 2: Wie würde sich Ihr Leben verändern, wenn Sie leichter als Luft wären? Wie würden Sie schlafen, sich fortbewegen? Wie Ihre Arbeit verrichten? Und im nächsten Stau könnten Sie magnetisch werden oder fluoreszieren.

Und wieder nebenbei: Mit diesen Gedankenspielen sind wir im Gebiet der synektischen Techniken.

Sie werden vielleicht stutzen und sich fragen: Und was habe ich von diesen Spielchen? Wir wollen Ihnen damit zeigen, dass es keine Chinesische Mauer zwischen kreativen Spielen und ernsthaften Problemlösungen gibt. Dass im Gegenteil für die erfolgreiche Kreativität im Unternehmen ein Training des „Kreativitätsorgans“ hilfreich ist. Und dass für dieses Training vielfältige Möglichkeiten infrage kommen. So wie man mit den Teilnehmern eines Schülerklubs durch ein Warenhaus spazieren kann und gemeinsam nach Verbesserungsmöglichkeiten sucht. So wie man mit Studierenden lustige Tests machen kann (siehe die folgende Vorlage), so haben Sie unzählige Möglichkeiten, unproduktive Zeiten in Trainingszeiten zu verwandeln.

Natürlich nutzt das beste Training nicht, wenn es nicht ernst wird. Im Beruf heißt das: Die Kreativität der einzelnen Mitarbeiter muss sich letztlich auf eine praktische Problemlösung oder Zielsetzung beziehen – die dem kreativen Denken zum Ende hin wieder einen Zweck geben.

  • Aber ist unsere Umgebung einem kreativen Menschen wohlgesonnen?
  • Welche Hemmnisse für den Einsatz persönlicher Kreativität sehen Sie?
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