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Schlüsselqualifikationen

Mit sozialen Kompetenzen mehr erreichen

Die soziale Kompetenz zeigt sich zum Beispiel dann, wenn sich ein Kollege in eine Kollegin hineinversetzen kann oder wenn ein Mitarbeiter seine eigenen Emotionen auch bei einem aufgebrachten Kunden beherrschen kann. Soziale Kompetenzen sind im Berufsalltag förderlich, um nicht anzuecken. Sie können gezielt gefördert werden.

Beziehungsgeflechte im Unternehmen nutzen

Wer die Menschen im Unternehmen, ihren Einfluss auf Abläufe und Entscheidungen, ihre formelle und informelle Macht und ihre Ziele und Interessen wahrnimmt, kennt und einzuordnen weiß, kann daraus auch für das eigene Handeln profitieren. Menschen mit sozialer Kompetenz können ihr Wissen und ihre Beziehungen zu wichtigen Personen nutzen, um

  • eigene Ziele besser zu erreichen,
  • zu vermeiden, dass die eigenen Projekte sabotiert werden,
  • selbst Einfluss zu nehmen auf Abläufe und Entscheidungen.

Oft sind die persönlichen Beziehungen und die Netzwerke zwischen den Mitarbeitern eines Unternehmens viel wichtiger als formale Entscheidungsstrukturen. Diese informellen Beziehungen und Abhängigkeiten können die Ursache für Konflikte und Machtspielchen sein. Eine wichtige Schlüsselqualifikation ist es, diese Beziehungsgeflechte zu erkennen und sein eigenes Handeln und Verhalten darauf abzustimmen.

Prüfen Sie beispielsweise:

  • wen Sie um Rat fragen können,
  • wessen Meinung Sie unbedingt einholen sollten,
  • wem Sie Informationen weitergeben sollten,
  • mit wem Sie regelmäßig sprechen sollten,
  • wer Ihnen bei einem Konflikt beistehen kann,
  • warum ein Kollege Ihr Projekt hintertreibt,
  • warum ein Mitarbeiter seine Arbeit nicht macht,
  • was zu einer entspannten und kollegialen Atmosphäre beiträgt,
  • wie Sie sich in Besprechungen mit Ihrer Meinung einbringen können
  • wie Sie andere, für Sie wichtige Personen zu Wort kommen lassen,
  • wie Sie sich in Arbeitskreisen oder Projektteams engagieren können.

Ihre soziale Kompetenz drückt sich auch darin aus, wie Sie in die Netzwerke Ihres Unternehmens eingebunden sind und welchen Einfluss Sie dort ausüben können. Wenn Sie selbst hilfsbereit sind, werden sich Ihre Kollegen Ihnen gegenüber ebenfalls als hilfsbereit erweisen.

Empathie ist eine soziale Kompetenz

Eine hilfreiche Schlüsselqualifikation ist es, wenn Sie sich in andere Menschen hineinversetzen können. Die eigene Fähigkeit zur Empathie wird jedoch oft überschätzt. Denn meist ist im Unterbewusstsein verankert: Was ich gut finde, finden auch die anderen gut. Ein Trugschluss. Psychologische Studien zeigen immer wieder: Menschen ticken unterschiedlich, weil sie unterschiedliche Wertvorstellungen und Einstellungen haben. Die Psychologen bilden das in ihren Modellen zu Persönlichkeitstypen ab.

Wer seine Menschenkenntnis und sein Einfühlungsvermögen schulen will, kann diese Modelle nutzen, um Kollegen, Mitarbeiter, Vorgesetzte und auch Kunden oder Lieferanten besser zu verstehen. Besonders etabliert ist das Fünf-Faktoren-Modell (FFM oder Big Five) mit den Dimensionen Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit und Verträglichkeit. Zwei weitere wichtige Modelle, sind der Myers-Briggs Type Indicator (MBTI) und das Team Management System (TMS). Wer selbst überprüft, wie er mit seiner Persönlichkeit in diesen Modellen eingeordnet wird, kann auch verstehen, warum andere Menschen ein ganz anderes Verhalten oder Vorlieben zeigen.

Wer andere einschätzt und verstehen will, konzentriert sich außerdem oft auf Vernunftgründe: Das ist doch logisch – das muss die andere Person doch einsehen. Ein häufiger Fehler ist, auf die Einsicht oder den vermeintlich guten Willen einer Person zu spekulieren und davon auszugehen, dass die andere Person ausreichend selbst motiviert ist, ihr Verhalten zu ändern. Wenn Sie Ihre Menschenkenntnis verbessern und ihr empathisches Vermögen entwickeln wollen, sollten Sie die Menschen, mit denen Sie zu tun haben, nach folgenden Aspekten hinterfragen:

  • Wie ist die Persönlichkeit der jeweiligen Person?
  • Was sind ihre Stärken und Schwächen?
  • Was treibt die Person an? Was hemmt sie?
  • Wie will die Person behandelt werden?
  • Mit was muss ich bei der Person rechnen?
  • Was bedeutet für die Person dieses Anliegen?
  • Wie ist für die Person die Situation?
  • Was sind ihre Rahmenbedingungen?

Ein Bild von einem anderen Menschen können Sie sich umso besser machen, je weniger Vorurteile Sie ihm gegenüber haben und je mehr er sprechen und von sich preisgeben kann. Machen Sie sich zu den wichtigen Menschen aus Ihrem beruflichen Umfeld Notizen, wie Sie diese beurteilen.

Eigene Emotionen beherrschen

Wie gehen Sie mit den eigenen Emotionen um? Wie reagieren Sie, wenn Ihre Chefin Ihnen eine ungeliebte Aufgabe gibt? Oder wenn sie Sie kritisiert? Es gibt eine Fülle von Begebenheiten im Unternehmen, die nicht nur die Sachebene zwischen zwei Menschen betreffen, sondern auch die persönliche Ebene und die Gefühlsebene. Dinge, die wir uns zu Herzen nehmen.

Nicht jeder bleibt dabei kühl und gelassen, sondern fühlt sich benachteiligt, verletzt, hintergangen, beleidigt oder anderes mehr. Doch letztlich gilt auch hier: Die eigenen Emotionen sollte jeder im Berufsleben möglichst beherrschen. Das bedeutet nicht, gar keine Emotionen zu zeigen. Das wird niemand erwarten. Aber auch hier sollten die Gefühle kontrolliert oder in akzeptable Bahnen gelenkt werden.

Mit Emotionen anderer umgehen

Wie gehen Sie mit den Emotionen der Kollegen um? Da Gefühle auch bei den Kollegen eine wichtige Rolle spielen, sollten Sie diese wahrnehmen, richtig einschätzen und angemessen reagieren. Seien Sie sich bewusst, dass jede Aussage auch eine emotionale Komponente hat. Versuchen Sie herauszubekommen, wie diese aussieht, wenn Sie mit anderen sprechen. Besonders deutlich wird dies, wenn Sie mit einer Situation konfrontiert sind, in der Ihr Gegenüber seine oder ihre negativen Emotionen deutlich sichtbar macht. Beispiele sind:

  • Sie teilen Ihrer Mitarbeiterin mit, dass sie heute länger arbeiten muss, um eine wichtige Aufgabe noch fertig zu stellen.
  • Sie erzählen Ihrem Kollegen, dass Sie die Projektleitung für das wichtige Projekt erhalten haben und nicht er.
  • Sie erfahren von Ihrer Kollegin, dass sie eine schwere Krankheit hat.

Hier ist es wichtig, die Emotionen der anderen Person als solche zu akzeptieren, Verständnis zu zeigen und die Sachebene von der persönlichen Ebene zu trennen. Die passenden Worte dafür können nur im Einzelfall gefunden werden – und sind wiederum Ausdruck der sozialen Kompetenz. Lassen Sie die Gefühle der anderen Menschen zu. Wichtig ist: Zeigen Sie dafür Verständnis und im Beruf kehren Sie dann wieder auf die Sachebene zurück.

Sich an Gepflogenheiten anpassen

Jedes Unternehmen, oft auch einzelne Abteilungen haben ihre eigene Organisationskultur. Regeln, Normen, Werte und Gepflogenheiten, die nicht aufgeschrieben sind, an die sich aber alle halten sollten, wenn sie nicht mit Kollegen oder Vorgesetzten anecken wollen. Stellen Sie fest, welche Regeln in Ihrer Organisation wichtig sind und wie Sie damit umgehen. Wenn Sie sich an diese Regeln (weitgehend) halten, signalisieren Sie: Ich bin wie ihr. Das bedeutet, dass Ihre Kollegen und Vorgesetzten sie akzeptieren und respektvoll behandeln.

Kleidung und äußere Erscheinung
Ob Anzug und Krawatte, Kostüm oder Freizeitkleidung – so, wie Sie auftreten, werden Sie auch von Ihrem Vorgesetzten, von Kollegen, Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten wahrgenommen – und im Zweifelsfall auch behandelt. Erkennen Sie deshalb, was andere von Ihnen erwarten, finden Sie Ihre eigene Rolle und passen Sie Ihre äußere Erscheinung an.

Arbeitsstil
Ein mit Akten überquellender Schreibtisch oder ein völlig aufgeräumter Arbeitsplatz – manche Ihrer Kollegen beschränken sich auf die nötigen Arbeitsinstrumente, andere richten sich ein, als wären sie zu Hause. Auch beim Arbeitsstil gehört es zur sozialen Kompetenz, nicht völlig aus dem Rahmen zu fallen. Da es sehr unterschiedliche Typen und Arbeitsstile gibt, sollten Sie die Bandbreite des Üblichen in Ihrer Abteilung erfahren und sich dort einordnen.

Professionalität
Arbeitsergebnisse und andere Unterlagen, die Kollegen oder Vorgesetzte zu Gesicht bekommen, machen sichtbar, wie professionell Sie arbeiten. Unübersichtliche, schlecht gestaltete und notdürftig zusammengeheftete Papiere oder Präsentationen erwecken den Eindruck, dass Sie Ihre Arbeit auch sonst nicht so genau erledigen. Wenn Sie stattdessen ein wenig Zeit investieren, sich professionelle Vorlagen für Word, Powerpoint und Excel besorgen (oder die nach Corporate Design vorgegebenen Vorlagen Ihres Unternehmens nutzen), dann beweisen Sie: Ich arbeite professionell und kundenorientiert.

Achten Sie auch auf die Qualität Ihrer Arbeitsergebnisse. Lesen Sie immer noch einmal Korrektur. Eliminieren Sie Rechtschreibfehler und vermeiden Sie kryptische Abkürzungen oder unverständliche Sätze. Prüfen Sie die Ergebnisse auf Plausibilität.

Praxis

Beziehungsgeflechte im Unternehmen kennen

Arbeiten Sie an Ihrer sozialen Kompetenz, indem Sie sich die Beziehungsgeflechte in Ihrem Unternehmen anschauen und überlegen:

  • Welche Personen sind für Sie in Ihrem Unternehmen wichtig?
  • Wie können Sie Ihre Beziehungen pflegen? In welchen Situationen? Mit welchen Gesprächsthemen?

Empathie lernen

Suchen Sie immer wieder Gelegenheiten, um andere Menschen zu beobachten und sich gedanklich in sie hineinzuversetzen. Eine sehr gute Übung ist zum Beispiel, wenn Sie in Besprechungen die Teilnehmenden unter folgenden Gesichtspunkten beobachten:

  • Wie verhalten sie sich?
  • Wie ist ihre Körpersprache?
  • Was sagen Sie? Und wie sagen sie es?
  • Wie reagieren Sie auf die Äußerungen der anderen?

Emotionen beherrschen lernen

Gehen Sie für sich folgende Fragen durch und notieren Sie Ihre Antworten:

  • Wie reagieren Sie auf Niederlagen?
  • Wie gehen Sie mit eigenen Fehlern um?
  • Wie nehmen Sie Kritik an?
  • Wie verhalten Sie sich bei Konflikten?

Konnten Sie in den jeweiligen Situationen Ihre Emotionen beherrschen? Ziehen Sie Ihre Konsequenzen und entwickeln Sie Strategien, um Ihre eigenen Emotionen beherrschen zu lernen.

Sich an Gepflogenheiten anpassen

Reflektieren Sie die in Ihrem Unternehmen ungeschriebenen Regeln, Normen, Werte und Gepflogenheiten: Was wollen, was müssen Sie verändern in Bezug auf

  • Ihr persönliches Auftreten im Kollegenkreis und gegenüber Vorgesetzten oder Kunden?
  • Ihren Arbeitsstil?
  • die Professionalität und Qualität Ihrer Arbeitsergebnisse?
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