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Systemisches Fragen

Vorgehensweise und Einstieg zum systemischen Fragen

Vorbereitung

Klären Sie zunächst für sich die Situation und das Thema, um die es bei dem Gespräch geht. Sie können es mit einem einzelnen Gesprächspartner führen, aber auch mit mehreren Personen gleichzeitig. Die Gruppe sollte aber nicht zu groß sein, damit die Gesprächsführung effizient ist und sich alle einbringen können. Gegebenenfalls sind Sie als Fragender auch Moderator und führen das Team durch Ihre systemischen Fragen in einem Workshop durch das Thema.

Bereiten Sie den Verlauf des Gesprächs vor. Es besteht aus folgenden Schritten:

  1. Was ist das Problem? Welche Symptome haben sich gezeigt?
  2. Was gehört aus zum System und zum Kontext, in die das Problem eingebunden ist? Benennen und beschreiben Sie alle möglichen Elemente, Bereiche oder Personen aus dem Umfeld, die eine Rolle spielen könnten. Manchmal zeigt sich erst im Gespräch, welches die relevanten Umfeldbereiche sind.
  3. Fragen Sie zunächst alle Sachverhalte, Symptome und Fakten ab. Dafür sind die sogenannten W-Fragen hilfreich: Was, wer, wann, wo, wie, womit, warum, wie viele, wie lange, …
  4. Hinterfragen Sie dann mit systemischen Fragen. Öffnen Sie die Sichtweise des Gesprächspartners, bringen Sie Einschätzungen, Meinungen und Gefühle zum Vorschein.
  5. Formulieren Sie abschließend Hypothesen zu den möglichen Ursachen für das Problem und zu möglichen Lösungen. Diese können Grundlage für die Lösungsfindung sein.

Die folgenden Fragen können Sie – zur Vorbereitung zunächst sich selbst, dann auch im Gespräch mit dem Befragten oder in der Gruppe – stellen:

Bereich

Fragestellungen dazu

(Beispiele)

System

Was ist das Problem?

In welchem Bereich zeigt sich das Problem?

Zu was gehört dieser Bereich?

Was gehört außerdem alles dazu?

Kontext

Taucht das Problem in einer besonderen Situation auf?

Merkmale des Orts: Wo taucht das Problem (Symptom) genau auf?

Merkmale der Zeit: Wann taucht das Problem (Symptom) auf? Wie lange ist es sichtbar?

Unter welchen Bedingungen taucht es nicht auf?

Veränderungen: Wie verändert es sich dabei?

Bezugsgruppen nach Rolle

Wer ist von dem Problem direkt oder indirekt betroffen?

Mitarbeiter, Kollegen, Vorgesetzte, Unternehmensleitung, Betriebsrat, Kunden, Lieferanten, Behörden, Partner, Familie, …

Wer von ihnen tat was, wann, wo und wie?

Bezugsgruppen nach Einstellung

Wer sind die Förderer, Behinderer, Neutralen, Blockierer, Unterstützer für …?

Was waren die Gründe für diese Einstellung oder Verhaltensweise?

Mögliche Wirkungen

Sichtweisen, Einstellungen, Werte, Erwartungen, Vermutungen, Interessen, Erlebnisse, Einflüsse, Gefühle, Verhaltensweisen, Beziehungen, Ziele, Nutzen,

Störungen, Risiken, Sicherungen, Dämpfungen, …

Welche Folgen ergeben sich daraus?

Gesprächseinstieg

Systemische Fragen sind nur ein Teil eines befragenden Gesprächs. Im ersten Schritt werden meist erst allgemeine Fragen gestellt, um das Thema zu beleuchten, die direkte Sichtweise des Befragten zu erfahren und Informationen zu sammeln. Dazu können Sie die in der vorigen Tabelle aufgeführten Fragen stellen. Mehr dazu unter:

Fragen stellen: Mit Fragetechniken Gespräche zum Ziel führen

Wichtig dabei ist für das gesamte Gespräch: Aufmerksam zuhören! Achten Sie auch auf Gestik, Mimik, Stimme und Tonlage. So wird sichtbar und hörbar, was der Gesprächspartner übersieht oder vielleicht falsch einschätzt. Sie erkennen, wie der Gesprächspartner mit der Frage zurechtkommt und können ihm gegebenenfalls helfen. Schließlich ist die Aufmerksamkeit ein sehr starkes Zeichen Ihrer Wertschätzung gegenüber dem Gesprächspartner.

Machen Sie sich immer Notizen zu seinen Antworten!

Und Vorsicht: Systemische Fragen können beim Befragten nicht nur Irritationen, sondern auch Emotionen (Verärgerung) auslösen (Was soll das?). Die Lösung kann sein: Erklären, warum man so vorgeht, welche Rolle man hat, was man erreichen will (Sichtweisen erkennen, nicht die Wahrheit herausfinden).

Worauf wollen Sie beim Gesprächspartner achten? Was kann seine Gestik, Mimik, Stimme und Tonlage beeinflussen?

Wie sind die Rahmenbedingungen für das Gespräch? Die Situation, der Raum, die Zeit, die persönliche Situation und Stimmung des Gesprächspartners?




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