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Schlüsselqualifikationen

Wie Sie Ihr Kompetenzprofil mit Kompetenzmodellen erstellen

Kompetenzprofile beschreiben, welche Kompetenzen die Mitarbeiter eines Unternehmens haben sollten. Anhand der hier vorgestellten Kompetenzmodelle können Sie Ihr Kompetenzprofil erstellen. Sie erkennen, welche Kompetenzen Sie für Ihr berufliches Umfeld und Ihr Aufgabenspektrum außerdem brauchen und entwickeln sollten. Das sind die Schlüsselqualifikationen in Ihrem Job.

Welche Kompetenzen sind gefordert?

Inzwischen greifen viele Personaler auf eine lange Liste von Kompetenz-, Verhaltens- und Wissensmerkmalen zurück, die zusammengefasst als Schlüsselqualifikationen oder Soft Skills bezeichnet werden. Eine solche Liste umfasst:

  • Kognitive Kompetenzen umfassen das Denken in Zusammenhängen, die Fähigkeit zu logischem, abstraktem und konzeptuellem Denken, Transferfähigkeit oder Problemlösungsfähigkeit.
  • Kommunikative Kompetenzen sind die schriftliche und mündliche Ausdrucksfähigkeit, Beherrschung von Präsentationstechniken, Diskussionsfähigkeit sowie die partnerorientierte Kommunikation.
  • Soziale Kompetenzen beinhalten Konflikt- und Kritikfähigkeit, Teamfähigkeit, Einfühlungsvermögen, Durchsetzungsvermögen, Führungsqualitäten oder Kundenorientierung.
  • Selbstkompetenz umfasst Selbstständigkeit, Flexibilität, Kreativität, Initiative, geistige Offenheit und Mobilität, Ausdauer, Verantwortungsbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Umgehen mit Unwägbarkeiten, demokratische Grundhaltung oder ethisches Urteilsvermögen.
  • Allgemeines Basiswissen umfasst eine fundierte Allgemeinbildung, EDV-Kenntnisse, Fremdsprachen, interkulturelles Wissen, wirtschaftliches und juristisches Grundwissen, Arbeitswelterfahrungen sowie Lern- und Arbeitstechniken.

Viele große Unternehmen haben im Rahmen ihrer Personalentwicklung und ihres Kompetenzmanagements eigene Kompetenzprofile entwickelt. Sie beschreiben, welche Kompetenzen die Mitarbeiter, insbesondere die Führungskräfte, haben sollten. Bei Defiziten bieten die Personalentwickler den betroffenen Mitarbeitern entsprechende Schulungen oder Coachings an.

Das Kompetenzmodell der SHL Group als Beispiel

Die internationale Beratungsfirma SHL Group führt für ihre Kunden Personalbewertungen durch. Dafür hat sie ein eigenes, über den Unternehmenskontext hinausgehendes, Kompetenzmodell entwickelt. Es umfasst 8 Kompetenzfaktoren, 20 Kompetenzdimensionen und 110 Kompetenzelemente. Folgende Kompetenzfaktoren mit den entsprechenden Kompetenzdimensionen unterscheidet die SHL Group:

  • Führen und Entscheiden: Entscheidungen treffen und Handlungen anstoßen; andere führen und Hilfe anbieten
  • Unterstützung geben und Zusammenarbeit: Teamarbeit und Unterstützung; Kunden zufriedenstellen
  • Kommunikation und Präsentation: Beziehungen pflegen; andere überzeugen und beeinflussen; Gespräche führen und präsentieren
  • Analysieren und Interpretieren: Schreiben und berichten; Fachwissen einsetzen; Probleme erkennen und lösen
  • Lernen und Konzepte entwickeln: Lernen und Neues ausprobieren; Kreativität und Ideen entwickeln; Strategien formulieren und konzeptionell arbeiten
  • Organisieren und Umsetzen: Planen und Organisieren; Qualität abliefern; Regeln einhalten und Pflichten nachkommen
  • Anpassung und Belastbarkeit: Wandel akzeptieren und sich darauf einstellen; mit Druck und Rückschlägen zurechtkommen
  • Unternehmerisches Denken und Leistungsbereitschaft: Positive Ergebnisse erzielen und sich selbst weiterentwickeln; unternehmerisch Denken

Der Kompetenz-Atlas nach der KODEX-Methode

Seit den 1990er Jahren entwickelt John Erpenbeck zusammen mit Volker Heyse und Horst Max die Kompetenzmessinstrumente KODE® und KODE®X. Grundlage ihres Messinstruments ist ihr sogenannter Kompetenz-Atlas, in dem sie 64 Schlüsselkompetenzen in vier Kompetenz-Bereichen aufführen (siehe Abbildung 1).

Abbildung 1: Kompetenz-Atlas für Schlüsselqualifikationen
© Volker Heyse, John Erpenbeck
Quelle: Heyse, Volker; Erpenbeck, John: Kompetenztraining, 2009, S. XIII
Abbildung 1: Kompetenz-Atlas für Schlüsselqualifikationen

Mit dem Modell des Kompetenz-Atlasses nach der KODEX-Methode können Sie Ihre eigenen Kompetenzen analysieren, Defizite erkennen und gezielt daran arbeiten, diese zu beheben. Dafür haben die Wissenschaftler spezifische Trainingsprogramme entwickelt. Sie unterteilen die Schlüsselkompetenzen in vier Bereiche, die miteinander verbunden sind:

  1. Personale Kompetenzen
  2. Aktivitäts- und Handlungskompetenz
  3. Fach- und Methodenkompetenz
  4. Sozial-kommunikative Kompetenz

Beispiel Zuverlässigkeit

Ihre Zuverlässigkeit zeigt sich darin, inwieweit Sie Regeln, Arbeitsvorgaben, Richtlinien, Qualitätskriterien und Sicherheitsbestimmungen einhalten. Eine besonders wichtige Kompetenz ist dabei auch, dass Sie zugesagte Termine einhalten. Das bedingt, dass Sie Methoden des Zeitmanagements und der Arbeitsplanung beherrschen.

Zuverlässigkeit ist allerdings kein „blinder Gehorsam“. Zur Kompetenz der Zuverlässigkeit gehört auch, dass Sie die Hintergründe und den Sinn der Regeln kennen und dadurch selbst einschätzen und entscheiden können, wann Sie gegebenenfalls davon abweichen können oder wie Sie aktiv werden müssen, wenn nicht vorhersehbare Ereignisse eintreten. Prüfen Sie Ihre eigene Zuverlässigkeit, indem Sie beispielsweise diese Fragen beantworten:

  • Wie oft habe ich in den letzten sechs Monaten einen Termin nicht eingehalten?
  • Wie oft habe ich in den letzten sechs Monaten die geforderte Qualität nicht erbracht?
  • Wie oft habe ich in den letzten sechs Monaten Bestimmungen, Regeln oder Vorgaben des Unternehmens wie Strategien oder Ziele nicht eingehalten?
  • Wie oft habe ich meine Vorgesetzten darüber informiert, dass eine Regel nicht mehr zu den Zielen passt?

Wenn Sie selbst den Eindruck haben, dass es in diesem Kompetenzbereich Defizite gibt oder wenn Sie von Kollegen oder Vorgesetzten darauf hingewiesen werden, dann sollten Sie in diesem Punkt ihr Kompetenzprofil verbessern. Doch Vorsicht: Selbsteinschätzungen sind nicht immer zutreffend. Andere Menschen aus dem persönlichen oder beruflichen Umfeld nehmen einen anders wahr. Deshalb ist es hilfreich, wenn Sie Ihr Eigenbild gezielt mit einem Fremdbild, also der Einschätzung Ihrer Person durch eine andere Person, vergleichen.

Praxis

Bedarf an Schlüsselqualifikationen ermitteln

Prüfen Sie mithilfe der Tabelle der folgenden Arbeitsvorlage, welche Schlüsselqualifikationen Sie wofür an Ihrem Arbeitsplatz benötigen:

  • Machen Sie an Beispielen aus Ihrem Arbeitsbereich deutlich, welche Aufgaben Sie haben und welche Schlüsselqualifikationen Sie dafür brauchen.

Selbstcheck Schlüsselqualifikationen

Erarbeiten Sie anhand des Kompetenzmodells der SHL Group ein erstes persönliches Kompetenzprofil. Nutzen Sie dazu die folgende Vorlage und beantworten Sie darin die Fragen:

  • Wie beurteilen Sie selbst Ihre eigenen Schlüsselqualifikationen?
  • Erläutern Sie Ihre Beurteilung an Beispielen aus Ihrem Beruf.

Kompetenzen mit dem Kompetenz-Atlas analysieren

Erkennen Sie mögliche Defizite bezüglich Ihrer Kompetenzen und entwickeln Sie für sich einen Plan, wie Sie sich in diesen Bereichen verbessern können. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:

  • Überprüfen Sie Ihre Schlüsselqualifikationen anhand der 64 Kompetenzen des Kompetenz-Atlasses in der folgenden Arbeitsvorlage.
  • Identifizieren Sie Ihr Profil der Schlüsselkompetenzen, indem Sie die für Sie wichtigen Bereiche markieren.
  • Schreiben Sie die markierten Schlüsselkompetenzen in die Tabelle dieser Vorlage und beurteilen Sie diese genauer.
  • Schreiben Sie auch auf, wobei genau Sie sich verbessern wollen.
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