TeamarbeitDie optimale Größe von Teams

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Ein Team sollte aus maximal acht Mitarbeitern bestehen. Sonst sinkt die Leistung Einzelner und ihre Anliegen werden nicht gehört.
erschienen: 02.09.2015
Schlagwörter: Teamarbeit
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Um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie wichtig die Größe eines Teams für dessen Erfolg ist, stellen Sie sich bitte folgende zwei Situationen aus dem täglichen Leben vor: Eine Frau will mit ihrem Kinderwagen in einen Bus einsteigen und benötigt Hilfe. An einem Fahrscheinautomaten verliert eine ältere Dame Geld, gerade als sie dabei ist Münzen in den Automaten zu werfen. Nun betrachten Sie diese Situationen unter zwei unterschiedlichen Bedingungen: einmal in einem überfüllten und einmal in einem nahezu menschenleeren Bus beziehungsweise Bahnhof. Wann fühlen Sie sich wohl eher geneigt zu helfen?

Die Antwort liegt auf der Hand: Wir werden dann bereitwillig beispringen, wenn nur wenige Passanten in unserer Nähe sind. Dann also, wenn wir den hilfesuchenden Blicken der betreffenden Person kaum ausweichen können. Es entsteht eine Art Verpflichtungssog, dem wir nicht entrinnen können. Stehen hingegen ausreichend viele Menschen um uns herum, denken wir uns zumeist eher unbewusst und im Bruchteil einer Sekunde: Warum soll ausgerechnet ich jetzt helfen? Es sind doch genügend Andere da.

In größeren Teams leisten Teammitglieder weniger

Die Anzahl der Menschen und damit auch die Teamgröße haben einen Einfluss darauf, wie hilfs- beziehungsweise leistungsbereit wir sind. Die Tauzieh-Experimente vom französischen Agrar-Ingenieur Maximilian Ringelmann konnten dieser Erkenntnis im Bereich der Wissenschaft den Damm brechen: Mit zunehmender Teamgröße steigt unsere Neigung, weniger zu leisten.

Dahinter verbirgt sich zunächst einmal keine böse Absicht. Wir verstecken uns einfach gerne in der Menge. Es sind zwar nicht unbedingt alle arbeitsscheu, aber nur wenige suchen die Arbeit aktiv aus sich selbst heraus und handeln, bevor sie gefragt werden. Nicht umsonst kursiert der Spruch: Wer die Arbeit kennt und danach rennt und sich nicht drückt, der ist verrückt. Jedes Hervorstechen aus der Masse und jeder Übereifer sollten tunlichst vermieden werden. Wer dennoch fragt, verliert – indem er das, wonach er fragt, als Arbeit aufgebürdet bekommt. Also schön im hinteren Glied verbergen und nicht auffallen.

In großen Teams kommen Einzelne selten zu Wort

Es spricht aber noch mehr gegen große Teams in Unternehmen. Zunächst einmal kommen mit steigender Teamgröße einzelne Teammitglieder immer seltener zu Wort. Es fällt ihnen schwer, sich Gehör zu verschaffen. Die Möglichkeit, dass alle mit allen kommunizieren, um gemeinsam zu innovativen Lösungen zu gelangen, ist ab einer gewissen Teamgröße in zeitlicher Hinsicht nicht mehr gegeben. Es treffen zu viele Köpfe und damit Meinungen aufeinander; Teambesprechungen dehnen sich ins Unendliche aus, denn mit der Anzahl potenzieller Kommunikationspartner nimmt die Anzahl der Kommunikationsmöglichkeiten rasant zu.

Demnach existieren bei nur zehn Gruppenmitgliedern bereits 45 Kommunikationsmöglichkeiten. Wenn jeder mit jedem an einem Arbeitstag nur zehn Minuten spricht, vergehen dabei siebeneinhalb Stunden. Aus Sicht des einzelnen Teammitglieds sind dies immer noch stattliche eineinhalb Stunden, knapp ein Fünftel eines regulären Arbeitstages. Davon abgesehen: Was lässt sich schon in zehn Minuten auf die Beine stellen? Obwohl in großen Teams also sehr viel Zeit für Gespräche verloren geht, fehlt paradoxerweise Zeit, um sich effizient abzustimmen und gemeinsam Probleme zu lösen.

Das optimale Team besteht aus maximal acht Mitgliedern

Damit Teammitglieder eng und häufig zusammenarbeiten können, das Team ein starkes Wir-Gefühl entwickelt und sich innerhalb des Teams keine Grüppchen bilden, die sich gegenseitig misstrauen oder gar bekämpfen, sollte die Teamgröße auf drei bis fünf, maximal acht Mitglieder begrenzt werden. Nur dann hat jeder Einzelne noch das zufriedenstellende Gefühl, dass sein Beitrag wirklich zählt und er zugleich Teil einer verschworenen Gemeinschaft ist.

Zur Überprüfung der richtigen Teamgröße hat der Unternehmensberater Georg Vogel die folgende Checkliste entwickelt. Werden drei oder mehr Fragen mit „nein“ oder „weiß nicht“ beantwortet, sollte sich das Team ernsthaft Gedanken machen, sich zu verkleinern.

Checkliste: So überprüfen Sie die richtige Teamgröße

  • Sie können auf Anhieb alle Teammitglieder namentlich aufzählen.
  • Mit dem Team können Sie Ihre Aufgaben besser erfüllen als ohne.
  • Das Team trifft sich regelmäßig und ohne zu großen Koordinationsaufwand.
  • Der Informationsaustausch im Team findet schnell und reibungslos statt.
  • Ihnen ist die Rollen- und Aufgabenverteilung im Team bekannt.
  • Sie und andere Teammitglieder kommen im Team ausreichend zu Wort.
  • Kleinere Gesprächszirkel, die sich vom Rest des Teams absondern, sind bei Teambesprechungen die Ausnahme.
  • In Teamsitzungen werden die wirklich wesentlichen Pro- und Contra-Argumente ausgetauscht.
  • Sie werden mit Ihren Erfahrungen und Vorstellungen gebraucht und Ihre Einwände ernst genommen.
  • Sind Sie über die Entwicklungen des Teams und die aktuellen Beschlussfassungen stets umfassend informiert.
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Über die Autoren
Dr. Michael W. Busch

Michael W. Busch ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Management-, Organisations- und Personalberatung der Fachhochschule Wiener Neustadt. Für seine Dissertation wurde er mit dem „Best-Paper-Award Innovation Management 2009“ (3. Platz) an der European Business School ausgezeichnet.

AnschriftFachhochschule Wiener Neustadt
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Dr. Dietrich von der Oelsnitz

Dietrich von der Oelsnitz ist Leiter des Instituts für Unternehmensführung an der TU Braunschweig. Er ist Autor des gemeinsam mit Michael W. Busch verfassten Buchs "Toll, ein anderer macht's! - Die Wahrheit über Teamarbeit".

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