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Bilanzkennzahlen

Kennzahlen zur Kapitalstruktur

Auf der Passivseite der Bilanz geht es um die Herkunft des Kapitals. Grob lässt sich das Eigenkapital vom Fremdkapital abgrenzen. Im Folgenden werden einige wichtige Kennzahlen der Kapitalstrukturanalyse vorgestellt, die mithilfe der Excel-Vorlagen zusammengestellt, berechnet und über einen Zeitverlauf analysiert oder mit anderen Unternehmen verglichen werden können.

Eigenkapitalquote

Die Eigenkapitalquote zeigt, wie hoch der Anteil des Eigenkapitals am Gesamtkapital ist. Die Eigenkapitalquote ist ein Indikator für die finanzielle Stabilität des Unternehmens und für die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern. Eine hohe Eigenkapitalquote legt nahe, dass die Unabhängigkeit gegenüber Fremdkapitalgebern größer ist. Des Weiteren verbessert eine hohe Eigenkapitalquote die Kreditwürdigkeit und damit die Möglichkeit, neues Fremdkapital aufzunehmen. Mit der Excel-Vorlage berechnen Sie die Eigenkapitalquote für Ihr Unternehmen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Zudem können Sie die Eigenkapitalquote mit anderen Unternehmen vergleichen und in einem Diagramm abbilden.

Eigenkapitalquote
=   Eigenkapital / Gesamtkapital

Das Eigenkapital kann unter weiteren Gesichtspunkten betrachtet und analysiert werden. Mit der folgenden Excel-Vorlage wird ermittelt und dargestellt, wie sich das bilanzierte Eigenkapital zusammensetzt. Es kann beinhalten:

  • gezeichnetes Kapital
  • stille Reserven
  • Kapitalrücklagen
  • Gewinnrücklagen

Fremdkapitalquote

Die Fremdkapitalquote ist das Gegenstück zur Eigenkapitalquote und zeigt, wie hoch der Anteil des Fremdkapitals am Gesamtkapital ist. Eine hohe Fremdkapitalquote signalisiert eine hohe Abhängigkeit von Fremdkapitalgebern und erschwert eine Aufnahme von weiterem Fremdkapital. Mit dieser Excel-Vorlage berechnen Sie die Fremdkapitalquote für Ihr Unternehmen über einen Zeitraum von fünf Jahren. Zudem können Sie die Fremdkapitalquote mit anderen Unternehmen vergleichen und in einem Diagramm abbilden.

Fremdkapitalquote
=   Fremdkapital / Gesamtkapital

Verschuldungsgrad

Der Verschuldungsgrad zeigt die Relation von Fremdkapital zu Eigenkapital an und gibt damit Auskunft über die Finanzierungsstruktur. Der Verschuldungsgrad ist eine alternative Kennzahl zur Eigenkapital- beziehungsweise Fremdkapitalquote. Grundsätzlich gilt: je höher der Verschuldungsgrad, desto abhängiger ist das Unternehmen von Fremdkapitalgebern.

Verschuldungsgrad
=   Fremdkapital / Eigenkapital

Wie beurteilen Sie die Kapitalstruktur Ihres Unternehmens? Ist das Verhältnis Eigenkapital zu Fremdkapital angemessen? Nutzen Sie den Leverage-Effekt?




StichwortLeverage-Effekt

Mit Leverage-Effekt wird allgemein eine Hebelwirkung bezeichnet. Im Zusammenhang mit der Finanzierungsstruktur eines Unternehmens und der Zusammensetzung aus Eigenkapital und Fremdkapital ist die Hebelwirkung auf den Gewinn beziehungsweise die Eigenkapitalrendite eines Unternehmens gemeint, wenn es (mehr) Fremdkapital und dafür weniger Eigenkapital einsetzt. Es kann betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, das Fremdkapital zu erhöhen und damit den Verschuldungsgrad zu steigern; denn damit kann die Eigenkapitalrendite und damit die Rentabilität des Unternehmens steigen. Voraussetzung ist, dass der Fremdkapitalzins geringer ist als die Gesamtkapitalrendite.

Entschuldungsgrad und dynamischer Verschuldungsgrad

Wenn ein Unternehmen Fremdkapital nutzt, muss es dieses innerhalb des vereinbarten Zeitraums tilgen und verzinsen (sogenannter Kapitaldienst). Letztlich muss es Tilgung und Zins aus den eigenen Erträgen erwirtschaften. Die Kennzahlen Entschuldungsgrad und dynamischer Verschuldungsgrad (Kehrwert des Entschuldungsgrads) sind Indikatoren der Schuldentilgungskraft.

Entschuldungsgrad
=   Cashflow / Effektivverschuldung

dynamischer Verschuldungsgrad
=   Effektivverschuldung / Cashflow

Das Verhältnis zwischen Cashflow und Effektivverschuldung bringt zum Ausdruck, welcher Prozentsatz der Verschuldung (Fremdkapital laut Bilanz plus Gewinnausschüttung und minus Sonderposten, Pensionsrückstellungen, Kundenanzahlungen sowie flüssige Mittel) zurückgezahlt werden könnte. Beide Kennzahlen zeigen die Verschuldungsfähigkeit beziehungsweise die Entschuldungs- oder Finanzierungskraft eines Unternehmens.

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