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Verhalten zu Vorgesetzten

So werden Vorurteile und einseitige Wahrnehmung aufgelöst

Vorgesetzte werden meistens besser bezahlt als ihre Mitarbeiter. Denn sie tragen mehr Verantwortung, der sie auch gerecht werden müssen. Unter anderem dadurch, dass sie die Beziehung zu ihren Mitarbeitern in eine normale Bahn bringen und den Teufelskreis aus Vorurteilen und einseitiger Wahrnehmung durchbrechen. Sie müssen sich ihrer Defizite in punkto eigener Vorurteile und Wahrnehmungsfehler bewusst werden und diese abstellen. Wie können sie das leisten?

Neue Chefs sollten vor allem genau hinschauen und zuhören:

  • Sie sollten sich intensiv mit der jeweiligen Situation auseinandersetzen und die Kräfte, die eine Rolle spielen, verstehen. Was erwarten die Mitarbeiter von ihnen? Wie sehen sie die Situation in ihrem Team? Welche Aufgaben und Herausforderungen stehen an?
  • Besonders wichtig: Wie war das Verhältnis der Mitarbeiter zum unmittelbaren Vorgänger? Und welche Erfahrungen haben die Mitarbeiter grundsätzlich mit ihren Chefs gemacht?

Als Führungskraft sollten Sie möglichst vorurteilsfrei mit allen Mitarbeitern sprechen. Hören Sie heraus, was diese bewegt, welche Einstellungen sie haben. Bedenken Sie dabei, dass sie nicht alles offen ansprechen und sagen werden, was sie beschäftigt. Investieren Sie deshalb ausreichend Zeit in Einzelgespräche und beobachten Sie Ihre Mitarbeiter zunächst aus dem Hintergrund, aber genau.

Machen Sie sich gezielt Notizen über Stärken und Schwächen der Mitarbeiter gleichermaßen. Machen Sie im Gegenzug immer klar, was Sie erwarten, welche Ziele sie verfolgen und welche Regeln Ihnen wichtig sind. Die Aussagen müssen für alle klar, offen und konsistent sein. Zeigen Sie immer, dass Sie alle Mitarbeiter gleichermaßen respektieren – ganz unabhängig davon, was sie im Einzelfall leisten.

Beschreiben Sie als Vorgesetzter Ihre Wertung jedes einzelnen Mitarbeiters. Was halten Sie für gut? Was ist nicht so gut oder schlecht? Diese Übung ist erst abgeschlossen, wenn Sie für jeden einzelnen Mitarbeiter auf beiden Seiten der „Leistungsbilanz“ genau gleich viele Punkte aufgezählt haben.

Mitarbeiter:

Das schätze ich an ihm:

Das stört mich an ihm:




Sorgen Sie dafür, dass alle auf ein Good-Will-Konto einzahlen und davon profitieren

Richten Sie als Führungskraft für sich und Ihr Team ein sogenanntes Good-Will-Konto ein. Hier machen Sie Einzahlungen etwa in der Form von Hilfestellung, positiver Rückmeldung, Förderung der Mitarbeiter, Zeit fürs Zuhören, Beteiligung an Entscheidungen etc. Die Auszahlungen gehen zunächst an die Mitarbeiter. Aber bald werden diese ebenfalls Einzahlungen leisten etwa in der Form von Loyalität, Hilfe, wenn es darauf ankommt, Weitergabe von Informationen etc. Diese Einzahlungen und Auszahlungen auf das Good-Will-Konto machen die Zusammenarbeit im Team erheblich leichter.

Wenn das Konto nicht immer wieder gefüllt oder ungleich in Anspruch genommen wird, sollten Sie unverzüglich eingreifen – bei den Mitarbeitern, aber auch bei sich selbst. Legen Sie ihre Mitarbeiter gedanklich nicht gleich in vorgefertigte Schubladen ab, auch wenn sie Ihre Erwartungen nicht erfüllt haben. Geben Sie denen weitere Chancen, den Anschluss zu finden, die vielleicht von früheren Erfahrungen mit (vermeintlich) schlechten Chefs besonders geprägt sind.

Aber legen Sie auch Grenzen fest. Wenn diese überschritten werden, müssen Sie das Gespräch mit dem Mitarbeiter suchen – möglichst schnell. Wichtig dabei ist:

  • Sagen Sie dem Mitarbeiter, was Sie an seinem Verhalten oder an seiner Leistung stört und warum Sie nicht zufrieden sind.
  • Geben Sie ihm Gelegenheit, sein Verhalten oder seine Leistung zu begründen, sodass Sie erkennen können, was dahinter steckt. Erst dann können und sollten Sie das Ereignis bewerten.

Erst diese doppelte Rückmeldung kann helfen, die Situation zu klären, die Meinungen auszutauschen und sich gegenseitig respektvoll zu verhalten. Ob damit alle Probleme gelöst werden, ist nicht sicher. Aber in vielen Fällen ein Anfang.

Nutzen Sie die folgende ausführliche Arbeitsvorlage, um an Ihrer Beziehung zu Mitarbeitern und Vorgesetzten zu arbeiten. Denn eine gute Beziehung ist nicht nur gut für das Unternehmen, sondern vor allem auch für Ihr persönliches Befinden und Ihre Arbeitszufriedenheit:

Das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und ihren Mitarbeitern ist immer von Missverständnissen, Vorurteilen oder gar Konflikten bedroht. Es ist Aufgabe beider Partner, sie immer wieder sich selbst sichtbar zu machen, zu reflektieren und einzudämmen. Führung ist ein nicht endender Prozess der Beziehungspflege.

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