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Innovationsstrategie

Umwelt als Element der Innovationsstrategie

Unternehmen stehen in enger Beziehung zu ihrer natürlichen Umwelt, zum ökologischen System. Belastungen des ökologischen Systems resultieren daraus, dass dieses den Unternehmen sowohl als Quelle für Material und Energieressourcen als auch als Aufnahmemedium für unerwünschten Output dient. Das heißt, jegliche wirtschaftliche Tätigkeit ist unvermeidbar mit ökologischen Effekten verbunden.

Inwiefern ist der Umweltschutz für Ihr Unternehmen relevant? Welche Prozesse wirken direkt, welche indirekt auf die Umwelt ein?




Nicht nur durch ökologische Zwänge, sondern auch durch das steigende Umweltbewusstsein im Unternehmen und in seinem gesellschaftlichen Umfeld entsteht der Druck zu ökologischen Innovationen. Unternehmensintern sind dies das Management und die Mitarbeiter, unternehmensextern sind dies Kunden, Lieferanten, Kapitalgeber, Banken, Versicherungen und der Staat.

Ökologische Anforderungen an die Unternehmensführung und das Innovationsmanagement

Innovationen als Ergebnis betriebswirtschaftlicher Entscheidungs- und Handlungsprozesse sind ebenso wie alle anderen Resultate unternehmerischer Tätigkeit mit Konsequenzen für die ökologische Umwelt verbunden. Deshalb hat das Innovationsmanagement als Wegbereiter für Neues und Zukünftiges eine besondere Verantwortung gegenüber der Ökologie zu tragen. Umweltschutz ist somit als eine der größten Herausforderungen an die Innovationskraft von Unternehmen anzusehen.

Wie schätzen Sie das Verhalten Ihres Unternehmens und die Einstellung des Managements gegenüber dem Umweltschutz ein?




Um die Diskrepanz zwischen Umweltbewusstsein und Umwelthandeln zu überwinden, ist es erforderlich, den Faktor Umweltschutz als explizites Ziel in das Zielsystem der Unternehmung aufzunehmen. Merkmale für einen integrierten Umweltschutz im Unternehmen sind:

  • Erfassung aller materiellen und energetischen Inputs und Outputs betrieblicher Transformationsprozesse
  • präventive Vermeidung und Verminderung von Umweltbelastungen durch produkt- und produktionsintegrierte Umweltschutzlösungen
  • Berücksichtigung ökologischer Erfordernisse bei der Kooperation mit allen vor- und nachgelagerten Wert- und Schadschöpfungsstufen der Produktion

Für die Durchführung des integrierten Umweltschutzes bestehen Innovationsbedarf und verstärkte Innovationsaktivitäten. Der Innovationsdruck wird durch die sich verschlechternde Qualität des Ökosystems bei fortgesetzter traditioneller Wirtschaftsweise verstärkt.

Umweltpolitische Rahmenbedingungen des Innovationsmanagements

Den umweltpolitischen Rahmen für ein ökologieorientiertes Innovationsmanagement bilden drei Prinzipien:

  • Vorsorgeprinzip soll Umweltbelastungen präventiv vermeiden.
  • Verursacherprinzip rechnet die Kosten der Vermeidung, der Beseitigung und des Ausgleichs von Umweltbelastungen dem Verursacher zu.
  • Kooperationsprinzip verlangt, Umweltentscheidungen durch einen Diskurs zwischen den Verantwortlichen für umweltbeeinträchtigende Aktivitäten sowie den davon Betroffenen zu treffen.

Ihre Wirkung entfalten die Prinzipien durch den Einsatz eines umweltpolitischen Instrumentariums. Es setzt sich zusammen aus Vorschriften (Gesetze, Standards) sowie aus positiven und negativen Anreizen (Abgaben, Finanzhilfen, Umweltzeichen). Umweltschutzvorschriften geben Unternehmen Impulse für Anpassungsinnovationen an ein erwünschtes ökologisches Produkt- und Produktionsniveau. Beispiele sind:

  • Bundesimmissionsschutzgesetz (BimSchG); Inhalt: bewirkt Verfahrensinnovationen auf dem Gebiet genehmigungsbedürftiger Anlagen 
  • Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (KrW-/AbfG); Inhalt: Forcierung des Übergangs von der traditionellen Durchlaufwirtschaft zur Kreislaufwirtschaft

Umweltstandards dienen der Konkretisierung unbestimmter Rechtsbegriffe der Umweltgesetze (zum Beispiel schädliche Umweltwirkungen, Stand der Technik) mit genau definierten Größen, um damit detaillierte technische Anforderungen an umweltrelevante Projekte zu formulieren. Beispiel: Norm ISO-Reihe 14000 Umweltmanagement.

Die EG-Öko-Audit-Verordnung ist ein EU-weites System für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung. Inhalt: Die Unternehmen verpflichten sich unter anderem zur kontinuierlichen Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes sowie zur wirtschaftlich vertretbaren Anwendung der besten verfügbaren Technik. Die Teilnahme ist freiwillig. Das Zertifikat kann bei Erfüllung aller Anforderungen als Wettbewerbsvorteil, zum Beispiel bei öffentlichen Ausschreibungen genutzt werden.

Die EG-Umweltzeichen-Verordnung ist ein EU-weites Umweltkennzeichnungssystem, an dem sich Unternehmen mit dem Ziel eines Wettbewerbsvorteils für ökologisch gestaltete Produkte beteiligen. Die Teilnahme ist freiwillig. Die Vergabe des zum Zwecke der Produktwerbung einsetzbaren EU-Umweltzeichens erfolgt nach erfolgreicher Produktprüfung, bei der spezifische, dem technischen Fortschritt angepasste Umweltkriterien, insbesondere die Anwendung sauberer Technologien sowie die Minimierung der Produktlebensdauer, zugrunde gelegt werden.

Kooperationslösungen dienen umweltpolitischen Instanzen zur Realisierung ihrer Vorstellungen in Form von rechtlich verbindlichen oder unverbindlichen Vereinbarungen mit Umweltverschmutzern. Die größte Bedeutung unter den Kooperationslösungen haben die Selbstbeschränkungsabkommen.

Der EU-Emissionshandel (European Union Emission Trading System, EU ETS) ist ein marktwirtschaftliches Instrument der EU-Klimapolitik mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen unter minimalen volkswirtschaftlichen Kosten zu senken. Der Emissionshandel ist eines der Mittel, mit denen die Europäische Union versucht, ihre Klimaschutzziele zu erreichen.

Ansatzpunkte ökologieorientierter Innovationsstrategien

Ökologische Maßnahmen müssen grundsätzlich den gesamten Produktlebenszyklus in Betracht ziehen. Entsprechend dem Querschnittscharakter des Umweltschutzes sind ganzheitliche Lösungen mit interdependenten Teillösungen erforderlich. Es existieren dafür verschiedene Ansätze:

Input- bzw. ressourcenorientierte Konzepte haben den Grundsatz, Ressourcen möglichst sparsam zu verwenden. Diesen Ansätzen liegen zwei Strategien zugrunde:

  • Vermeidungsstrategien zielen auf die Verringerung der Ressourcenintensität durch Erhöhung der Ressourceneffizienz. Die Umsetzung der Vermeidungsstrategie erfolgt durch Orientierung der Produktentwicklung an den Grundstrategien: Langlebigkeit der Produkte und Recycling.
  • Substitutionsstrategien sollen zum Einsatz nicht-regenerativer durch regenerative Ressourcen (z.B. Solar-, Wind-, Wasserenergie; nachwachsende Rohstoffe) sowie umweltschädigender durch weniger umweltbelastende Stoffe führen.

Outputorientierte bzw. produktorientierte Konzepte können folgende Ansatzpunkte haben:

  • Schadstoffarme Werkstoffauswahl
  • Demontagefreundlichkeit
  • Bauteile- und Gerätekennzeichnung
  • Werkstoffminimierung
  • Vermeidung von Verpackung

Bei produktionsorientierten Konzepten wird das Produktlebenszyklusmodell aufgrund der ökologischen Auswirkungen um die sogenannten Rückstandszyklen erweitert.

Wettbewerbsfähig durch Zeit- und Kostenersparnis

Kleine und mittlere Unternehmen haben häufig wenig Kontakt zu Behörden und verfügen nicht über eine eigene Abteilung oder Spezialisten mit Erfahrung bei der Beantragung von Genehmigungsverfahren im Umweltbereich. Diesen Unternehmen soll nun ein externer „Sachverständiger in Genehmigungsverfahren im Umweltbereich“ helfen, im Umgang mit Behörden schnell und erfolgreich die gewünschte Genehmigung für eine Anlage zu erhalten. Aufgaben des Sachverständigen:

  • Umfang der Genehmigungsbedürftigkeit von Vorhaben festzustellen,
  • die tatsächlichen Anforderungen an die Einhaltung der Genehmigungsvoraussetzungen zu ermitteln und
  • die Antragsunterlagen zu erarbeiten.

Überprüfen Sie: Welche Chancen für besondere Brancheninnovationen ergeben sich für Ihr Unternehmen durch die Anforderungen des Umweltschutzes?




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