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Transportmanagement als SteuerungsinstrumentWie Unternehmen Logistikprozesse messbar optimieren

In vielen Unternehmen gilt der Transport noch als reiner Kostenfaktor, der erst am Monatsende in der Bilanz sichtbar wird. Tatsächlich entscheidet die Steuerung der Transportprozesse zunehmend über Lieferfähigkeit, Kundenzufriedenheit und Marge.

Wer Transportmanagement als isolierte Aufgabe der Spedition betrachtet, lässt Potenzial liegen, das sich mit klaren Kennzahlen und digitalen Werkzeugen heben lässt.

Transportkosten als größter Einzelposten der Logistikkostenrechnung

Laut Benchmarks des Beratungsunternehmens TCW liegt der Anteil der Distributionslogistikkosten an den gesamten Logistikkosten je nach Branche zwischen 20 und 45 Prozent. Damit stellen die Transportkosten in den meisten untersuchten Branchen den größten Einzelposten innerhalb der Logistikkostenrechnung dar.

Eine Auswertung von Haufe zeigt zudem, dass der Anteil der gesamten Logistikkosten an den Unternehmensgesamtkosten je nach Definition zwischen 7 und mehr als 20 Prozent schwankt. Diese Spanne verdeutlicht, wie unterschiedlich Unternehmen den Begriff Logistik abgrenzen, und wie wichtig eine saubere Kostenzuordnung für belastbare Entscheidungen ist.

Genau an dieser Stelle setzt ein Cloud-basiertes Transport Management System an. Es bündelt Auftrags-, Routen- und Frachtkostendaten in einer zentralen Plattform und macht sichtbar, welcher Streckenabschnitt, welcher Spediteur oder welche Tour tatsächlich wirtschaftlich ist.

Anstatt Kosten nachträglich aus mehreren Tabellen zu rekonstruieren, lassen sich Auswertungen je Sendung, Kunde oder Region in Echtzeit abrufen.

Digitalisierungsgrad in der Transport- und Logistikbranche

Eine gemeinsame Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC und der Bundesvereinigung Logistik aus dem Jahr 2025 zeigt eine deutliche Lücke zwischen Anspruch und Umsetzung.

  • 96 Prozent der befragten Unternehmen geben an, ihre digitale Transformation begonnen zu haben, doch nur 10 Prozent schaffen es, neue Technologien flächendeckend zu skalieren.
  • Rund zwei Drittel der 115 befragten Logistikdienstleister aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stufen ihren eigenen digitalen Reifegrad als niedrig bis mittel ein.
  • Immerhin automatisieren 76 Prozent bereits Teilprozesse wie die Tourenplanung.

Auch die Wahrnehmung des Transportmanagements selbst verändert sich. Nach der neunten Benchmark-Studie des Softwareanbieters Descartes betrachten 81 Prozent von über 600 befragten Verladern und Logistikdienstleistern das Transportmanagement als strategischen Wettbewerbsvorteil und nicht mehr nur als Kostenstelle.

Diese Einschätzung erklärt, weshalb Investitionsentscheidungen für digitale Plattformen heute häufiger auf Geschäftsführungsebene fallen, statt allein in der operativen Logistikabteilung.

Kennzahlen und Prozesse für eine wirksame Transportsteuerung

Wer Transportprozesse steuern will, braucht belastbare Kennzahlen. Die Fahrzeugauslastung gehört zu den wichtigsten Indikatoren. Nach Schätzungen der Europäischen Kommission sind rund 20 Prozent aller Lkw in Europa ohne Ladung unterwegs, ein Wert, der unmittelbar Kosten und Emissionen verursacht.

Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Materialfluss und Logistik zeigen, dass Speditionen mit intelligenter Tourenplanung ihre Gesamtkosten im Schnitt um bis zu 10 Prozent senken können.

Ein Praxisprojekt aus der Speditionsbranche dokumentiert zudem, dass sich die Auslastung von Transporten durch algorithmische Disposition statt manueller Planung von rund 70 auf über 80 Prozent steigern lässt.

Für die operative Steuerung sind neben der Auslastung weitere Kriterien relevant:

  • Frachtkosten je Kilometer oder Sendung,
  • die Pünktlichkeitsquote bei Anlieferung,
  • die Anzahl der Leerkilometer sowie
  • die Reaktionszeit bei der Disposition kurzfristiger Aufträge.

Ein digitales System kann diese Werte automatisiert erfassen und in Auswertungen je Spediteur, Region oder Kunde aufbereiten. Auf dieser Datengrundlage lassen sich Frachtverträge neu verhandeln, Routen konsolidieren und Entscheidungen über den Carrier-Mix objektiv treffen, statt sich auf Erfahrungswerte einzelner Disponenten zu verlassen.

Unternehmen, die ihre Transportprozesse heute noch über Tabellenkalkulationen und Telefonate steuern, verzichten auf Transparenz, die andere Marktteilnehmer längst nutzen.

Eine strukturierte Bestandsaufnahme der eigenen Kennzahlen, verglichen mit den genannten Branchenwerten, liefert einen ersten Anhaltspunkt dafür, wie groß das ungenutzte Potenzial in der eigenen Transportlogistik tatsächlich ist.

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