SmalltalkPlaudern lernen

Mit Smalltalk, dem zwanglosen Plausch, tun sich viele schwer, weil sie nicht wissen, was sie sagen sollen. Es ist schon hilfreich, wenn Sie sich bewusst machen, dass der Großteil Ihrer Kommunikation aus Smalltalk besteht. Überwinden Sie ihre Sprechhemmungen durch Interesse am Gesprächspartner. Smalltalk lohnt sich.

Smalltalk gehört zum Berufsalltag. Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin muss auf andere Menschen zugehen, mit ihnen reden und plaudern können. Denn nur so gehört man dazu. So entsteht eine Beziehung zu Kollegen, zu Kunden oder anderen Personen, mit denen man beruflich irgendwie zu tun hat. Smalltalk-Kompetenz kann sogar der eigenen Karriere helfen. Smalltalk beherrschen heißt deshalb kurz: „Mit Menschen können“.

Beim Smalltalk wird geredet aber nicht viel gesagt

Smalltalk findet beiläufig und spontan statt und dient dazu, das Eis zu brechen, sich kennen zu lernen oder eine angenehme Atmosphäre zu schaffen. Es gibt viele Gelegenheiten zum Smalltalken:

  • im Büroflur oder am Kopierer
  • im Aufzug
  • beim Mittagessen oder in der Cafeteria
  • auf der Weihnachtsfeier oder bei einem Geburtstagsfest
  • bei einem Empfang, auf einer Messe oder einem Kongress
  • bei einem Treffen des Berufsverbandes
  • in der Seminarpause

Smalltalk

Smalltalk bedeutet laut dem Oxford Dictionary eine „unverbindliche soziale Konversation“ oder auch „Geschwätz“. Smalltalk hat Sprachpsychologen zufolge zwei Funktionen: Er stellt eine soziale Verbindung zwischen den Gesprächspartnern her und vermeidet ein als peinlich empfundenes Schweigen.

Die richtige Einstellung zum Smalltalk

Smalltalk hat nicht bei jedem einen guten Stand. Die einen finden Smalltalk unnötig, weil er oberflächlich ist, die anderen finden ihn sinnlos, weil er sich um belanglose und uninteressante Themen dreht. Gerade die Deutschen gelten als Smalltalk-Muffel.

Aber: Wer Smalltalk als lästig empfindet, wirkt arrogant, verschlossen oder unsicher. Wer dagegen auf andere zugeht und offen für ein Gespräch ist, kommt eher sympathisch an. Außerdem: Wer sich für andere interessiert, für den interessieren sich auch die anderen. Und Smalltalk ist eine Gelegenheit, Interesse zu zeigen.

Sprechhemmungen durch Interesse überwinden

Die Kommunikationsexpertin Cornelia Topf rät in ihrem Smalltalk-Ratgeber, das eigene Interesse an einem Thema oder an einer Person aufzubauen, um Sprechhemmungen zu überwinden. Selbst wenn Sie sich zum Beispiel nicht für Opern interessieren, können Sie sich bei einem Opernbesuch mit anderen unterhalten. Sie könnten sich interessieren für:

Sachthemen:
Ihr Gesprächspartner ist in einem Bereich tätig, von dem Sie kaum etwas wissen.

Menschen:
Was ist Ihr Gesprächspartner für eine Person? Was mag er, was nicht? Was liest, sieht, hört, isst er gerne?

Emotionen:
Wie geht es Ihrem Gesprächspartner? Wie fühlt er sich? Warum sieht er bedrückt oder fröhlich aus? Was denkt er über dies und jenes?

Glaubenssätze können Smalltalk behindern

Es gibt auch jene Menschen, denen Smalltalk schwerfällt, weil ihnen bestimmte Glaubenssätze im Weg stehen, zum Beispiel

  • Ich weiß nie, was ich sagen soll.
  • Ich muss witzig sein.
  • Ich muss etwas Schlaues sagen können.
  • Ich muss eine gute Figur machen.
  • Was soll der andere von mir denken, wenn ich ... anspreche?
  • Bevor ich etwas Dummes sage, sage ich lieber gar nichts.

Smalltalk ist großer Bestandteil der Kommunikation

Der größte Teil der Kommunikation besteht genau genommen aus unbedeutenden Wortwechseln. Sie teilen öfter wenige, unverfängliche Sätze mit Fremden als Sie denken. Machen Sie sich also bewusst: Hemmungen vor Smalltalk sind sind meistens selbst eingeredet. Ein Gesprächspartner kennt weder Ihre negativen Gedanken noch Ihre selbstkritische Haltung. Folgen Sie keinen überzogenen Erwartungen und überlegen Sie: Was kann schlimmstenfalls schief gehen? Menschen wollen kein perfektes Gespräch führen, sondern sich lediglich unterhalten.

Vorteile von Smalltalk

Seine Hemmungen zu überwinden lohnt sich, wie folgende Aspekte auf der Plattform www.zeitzuleben.de, zeigen.

Feedback:
Mit Smalltalk können Sie ausprobieren und testen, wie gut Ihre Kommunikationsfähigkeiten sind.

Horizonterweiterung:
In lockeren Gesprächen können Sie viel über andere erfahren und dazulernen.

Selbsterkenntnis:
Wenn Sie sich in Smalltalk- Gesprächen selbst beobachten, können Sie herausfinden, wann und bei wem Sie sich wohlfühlen, wo nicht und welches dafür die Gründe sein könnten. Registrieren Sie, warum Ihnen jemand sympathisch ist und warum nicht. Das hat immer auch etwas mit Ihnen selbst zu tun.

Geselligkeit:
Smalltalk stellt Gemeinschaft her. Auch wenn Sie gerne alleine sind, ist es doch auch schön, andere um einen herum zu haben.

Freundschaft:
Manchmal entsteht aus einem belanglosen Gespräch sogar eine Freundschaft.

Praxis

Wie oft führen Sie unbewusst Smalltalk?

  • Denken Sie einmal an kurze Unterhaltungen mit Ihren Nachbarn; an Situationen, bei denen Sie eine Bemerkung zu einem unbekannten Kollegen machten, während Sie kopierten; oder etwas zu jemandem sagten, als Sie irgendwo anstehen mussten.
  • Versetzen Sie sich in diese Situationen hinein: Was empfinden Sie? Was war für Sie positiv? Notieren Sie Ihre Gedanken.
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