Interkulturelle Teams führenKonflikte in interkulturellen Teams bewältigen

Wodurch können Konflikte in Teams entstehen? Welche positiven Effekte können Konflikte haben? Und wodurch ergeben sich Konflikte, wenn die Teammitglieder unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Werte mitbringen? Die Teamleitung muss Konflikte früh erkennen und konsequent lösen. Mit der richtigen Strategie für die Lösung interkultureller Konflikte zeigen sich deren positiven Effekte.

Mögliche Effekte interkultureller Teamkonflikte

Teammitglieder sind unterschiedlicher Meinung, einzelne wollen sich auf Kosten anderer profilieren oder man sieht den Kollegen als Konkurrenten. Konflikte und Krisen gelten gemeinhin als negativ. In der Team- und Projektarbeit können Konflikte aber auch positive Effekte haben. Sie

  • verhindern Stagnation, sind Quelle für Neugierde, Interesse und Veränderung,
  • decken Chancen auf, weisen auf Probleme hin, beseitigen Unklarheiten und erzwingen Lösungen,
  • verbessern die Teamdynamik, beeinflussen die Konfliktbereitschaft der Beteiligten, führen beim Einzelnen manchmal zur Selbsterkenntnis und fördern das Teamgefühl.

Konflikte werden meistens erst dann sichtbar, wenn sie bereits ausgebrochen sind. Manche von ihnen brodeln aber vielleicht schon lange; sie sind latent vorhanden.

Wenn sie (noch) nicht ausgebrochen sind, dann liegt es daran, dass sich die Mitglieder der Konfliktpartei dessen (noch) nicht bewusst sind oder dass sie sich (noch) nicht trauen, den Konflikt offen auszutragen.

Konfliktfelder bei der interkulturellen Teamarbeit

Folgende Konfliktfelder lassen sich bei der Teamarbeit unterscheiden:

Zielkonflikte

Die Teammitglieder arbeiten an einer Problemlösung und verfolgen dabei unterschiedliche Ziele. Dem einen ist etwa die Kundenzufriedenheit wichtiger, der andere möchte ein neues Produkt einführen.

Beurteilungskonflikte

Die Teammitglieder bewerten aufgrund unterschiedlich verarbeiteter oder unterschiedlich wahrgenommener Informationen einen Sachverhalt im Projekt ungleich. Sie streiten etwa darüber, mit welchen Mitteln ein gemeinsames Ziel besser erreicht wird. Der eine glaubt, mehr Anzeigen in Zeitungen brächten mehr Kunden, der andere hält Direktmailings für wirkungsvoller.

Verteilungskonflikte

Die Teammitglieder konkurrieren um knappe oder um dieselben Ressourcen, zum Beispiel um die frei werdende Stelle der Teamleitung.

Beziehungskonflikte

In Teams kommen unterschiedliche Charaktere, Personen mit abweichenden Werten, Normen und Zielen zusammen.  Ein Teammitglied äußert etwa offen Kritik über die Arbeit eines chinesischen Mitarbeiters. Dadurch fühlt sich dieser bloßgestellt. Auch der Kritiker selbst verliert (bei den chinesischen Mitarbeitern) sein Gesicht.