Interkulturelle Teams führenUnterschiede in interkulturellen Teams beachten

Woran erkennt man die kulturbedingten Unterschiede bei Teammitgliedern? Wie lassen sich Verhalten, Meinungen und Fähigkeiten kulturell deuten? Und was lässt sich daraus für Teamleitung und Führungskräfte ableiten? Die Kulturdimensionen nach Geert Hofstede helfen der Führungskraft, sich auf die jeweilige Führungssituation im interkulturellen Team einzustellen.

Wo werden kulturelle Unterschiede im Team sichtbar?

Nur weil sich Teammitglieder im Kleidungsstil ähneln, die gleichen Technologien nutzen und dieselbe Sprache sprechen, erwarten Führungskräfte und Mitarbeitende, dass ihre Kolleginnen und Kollegen ähnlich denken, fühlen und handeln. Häufig werden die Unterschiede innerhalb multikultureller Teams unterschätzt.

Die Wissenschaftler Christoph I. Barmeyer und Eric Davoine untersuchten die Zusammenarbeit und Führung eines französisch-deutschen Teams. Ihre Erkenntnis: Es sei problematisch, dass die „geglaubte Selbstverständlichkeit“ nicht thematisiert werde, sodass unterschiedliche Auffassungen von Teamarbeit verborgen blieben.

Die teils durch den kulturellen Hintergrund bedingten, gegensätzlichen Auffassungen von Teamarbeit würden den Erfolg des Teams beeinflussen.

Unterschiedliche Auffassungen von Teamarbeit zeigen sich insbesondere bei:

  • Problemlösungsstrategie: Wie werden Probleme gelöst?
  • Entscheidungsfindungsprozess: In welcher Art und Weise werden Entscheidungen getroffen?
  • Kommunikationsmethoden: Wie werden Körpersprache und Gesten interpretiert? Welche Bedeutung haben Wörter? Welche Annahmen werden aus einer Situation abgeleitet?
  • Vertrauensbildung: Wie wird das Verhalten des Kommunikationspartners verstanden?

Die Unterschiede in diesen Bereichen beeinflussen wiederum die Leistungen interkultureller Teams.

Kulturunterschiede ergeben sich aus Wertesystemen

Welche Unterschiedlichkeiten und Gemeinsamkeiten zwischen welchen Kulturen bestehen, arbeiteten Forscher wie Geert Hofstede anhand mehrerer Erhebungen in über 70 Ländern heraus. Die Grundlage für Hofstedes Untersuchung bildeten umfangreiche Befragungen unter den weltweit Beschäftigten des IBM-Konzerns.

Er bildete verschiedene Kulturdimensionen. Sie basieren auf grundlegenden Wertesystemen als Aspekt einer Kultur im Verhältnis zu anderen Kulturen und versuchen, menschliches Verhalten zu beschreiben. Wertsysteme offenbaren sich als:

Sichtbare Unterschiede: Symbole, Helden und Rituale

  • Symbole: Wörter, Gestik, Bilder, Gegenstände oder Statussymbole wie Frisuren oder Jargon
  • Helden: Lebende oder verstorbene, real existierende oder imaginäre Personen, die die wertgeschätzten Eigentümlichkeiten innerhalb der Kultur repräsentieren und als Vorbild der jeweiligen Gesellschaft dienen
  • Rituale: kollektive Verhaltensmuster wie soziale oder religiöse Zeremonien

Unsichtbare Werte

Werte spiegeln sich in den Verhaltensweisen wider und werden durch Sozialisation erworben.

Kultur ist ein Konstrukt aus verschiedenen Ebenen – ähnlich dem Aufbau einer Zwiebel. So wie Zwiebelschalen sind einige Elemente mehr, andere weniger von außen sichtbar. Die unsichtbaren Werte befinden sich im Innern.

Es folgen von innen nach außen Rituale, Helden und Symbole. Quer zu allen Schichten liegen die Praktiken. Während die Praktiken sichtbar sind, ist ihre kulturelle Bedeutung nicht sichtbar.