ZielvereinbarungenMitarbeiter in Zielvereinbarung einbinden

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen einen Beitrag zum Erfolg des Unternehmens leisten. Das wird an der Zielerreichung gemessen. Deshalb werden Ziele nicht nur frei ausgehandelt, sondern auch vorgegeben. Welche Ziele müssen vorgegeben werden? Und unter welchen Bedingungen sind Ziele verhandelbar?

Ziele vorgeben oder Ziele verhandeln?

Ein System zur Zielvereinbarung soll dem Unternehmen und den Führungskräften helfen, erfolgreich zu sein und die gesteckten Unternehmensziele zu erreichen. Die Ziele sollen aber auch dazu beitragen, dass sich jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter selbst weiter entwickeln kann. Ziele haben auch eine Motivationsfunktion. Deshalb wird es immer eine Mischung geben aus Zielvorgabe und Zielvereinbarung.

Wenn die Ziele von der Führungskraft vorgegeben werden, können sie von der betroffenen Person bewertet, aber nicht zurückgewiesen werden. Voraussetzung: Die Zielvorgaben folgen dem Grundsatz „billigen Ermessens“. Ziele können zwischen Führungskraft und Mitarbeiterin oder Mitarbeiter aber auch verhandelt werden.

Mitarbeiterziele vorgeben

Wenn die Chefin die Ziele benennt, die der Mitarbeiter erreichen soll, ohne dies mit ihm zu besprechen, dann handelt es sich um eine Zielvorgabe. Diese Form der Zielvereinbarung kann notwendig sein, wenn es darum geht, wichtige Unternehmensziele zu erreichen oder Rahmenbedingungen einzuhalten.

Beispiele sind: Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Vorschläge entwickeln, wie sie in ihrem Verantwortungsbereich fünf Prozent Kosteneinsparungen erzielen; oder: Kundenanfragen werden innerhalb von 24 Stunden beantwortet.

Mitarbeiterziele verhandeln

Viele Vorteile von Zielvereinbarungen ergeben sich erst dann, wenn der Mitarbeiter bei der Formulierung des Ziels und bei der Sollvorgabe mitwirken kann. Dann geht es um Zielverhandlungen. Diese Mitwirkung sollte nicht nur zum Schein gespielt, sondern ernsthaft praktiziert und in der Unternehmenskultur gepflegt werden.

Wie gut das gelingt, zeigt sich darin, wie die Verhandlungen zwischen der Vorgesetzten und dem Mitarbeiter geführt werden:

  • Wie sind die Rahmenbedingungen?
  • Wie ist das persönliche Verhältnis?
  • Wie verläuft das Gespräch?

Entscheidend ist, dass der Mitarbeiter tatsächlich eigene Ziele einbringen oder die Zielvorgaben der Vorgesetzten ändern kann.

Beispiel: Die Zahl der Kundenanfragen ist so groß, dass die Zielvorgabe „Antwort innerhalb von 24 Stunden“ nur mit Überstunden zu erfüllen ist. Vorgesetzte und Mitarbeiter vereinbaren im Gespräch deshalb, dass wichtige Kundenanfragen in dieser Zeit behandelt werden; weniger wichtige werden innerhalb von 48 Stunden beantwortet.