KrisenmanagementWie Backstuben mit Krisen umgehen

Wie sichern Bäckereien in akuten Krisen ihre Existenzgrundlage? Kosten senken, angemessene Krisenkommunikation betreiben und personelles Potenzial ausschöpfen – das sind nur drei von fünf möglichen Maßnahmen. Aber wie setzt man sie um? Der Autor nennt Krisen-Sofortmaßnahmen, welche die Handlungs- und Entscheidungsfähigkeit sichern.

Tipp 1: Das Sortiment straffen

In fast jeder Bäckerei gibt es Produkte, die nicht durchgehend verkauft werden. Diese Produkte werden aus dem Sortiment genommen, um sich Lohn und Arbeitsstunden zu sparen.

Wichtig hierbei: Kundinnen und Kunden müssen ebenso wie Mitarbeitende wissen, welche Produkte dauerhaft verfügbar sind. Es darf nicht der Eindruck entstehen, dass die Backstube schlecht sortiert ist oder keinen Überblick über die eigene Produktpalette hat.

Tipp 2: Transparent kommunizieren

Kundinnen und Kunden wissen Ehrlichkeit zu schätzen. Deshalb sollten Endverbraucher zeitnah auf die kritische Situation der Backstube aufmerksam gemacht werden.

Ob Website, Handzettel oder Facebook: Es ist erforderlich, die Kundschaft über anstehende Änderungen zu informieren – zum Beispiel, wenn der Preis erhöht oder das Sortiment gekürzt wird. Wer die Veränderungen sachlich begründet, darf auf Verständnis seitens der Kundschaft hoffen.

Tipp 3: Preise anpassen

Eine Kürzung des Sortiments reicht in vielen Fällen nicht aus, um die Bäckerei oder Konditorei aus der Krise zu holen. Auch die Preise sollten entsprechend erhöht werden.

Damit die Kundschaft verständnisvoll reagiert, gilt hier der Grundsatz: Orientieren Sie sich am aktuell üblichen Marktpreis. Erhöhen Mitbewerber die Preise, können Sie mitziehen. Werden Backwaren branchenweit teurer, etwa wegen Mehrausgaben aufgrund gestiegener Energiekosten, akzeptieren Kundinnen und Kunden dies in der Regel.

Greifen Sie mit Preiserhöhung den aktuellen Entwicklungen am Markt vor, verlieren Sie im schlechtesten Fall ehemals treue Kundinnen und Kunden.

Tipp 4: Mitarbeiter motivieren

Inhaber und Führungskräfte sollten sich um eine positive Einstellung bemühen. Gerade in Krisen ist es wichtig, die Motivation und den Zusammenhalt zu stärken, statt Ängste zu wecken. Sonst besteht die Gefahr, dass Mitarbeitende zur Konkurrenz wechseln – schlicht aus Sorge vor einem drohenden Jobverlust. Das würde den Betrieb weiter schwächen.

Tipp 5: Arbeitsproduktivität steigern

Es mag widersprüchlich klingen, doch tatsächlich sind Krisen der ideale Zeitpunkt, um die Belegschaft zu schulen. Gerade jetzt ist es wichtig, dass Mitarbeitende auf offener Verkaufsfläche produktiver werden. Gut geeignet sind etwa digitale Schulungssysteme, weil sie einfach und schnell eingesetzt werden können.

Die Arbeitsproduktivität steigt außerdem, wenn Teams optimal zusammenarbeiten. Gibt es schwelende Konflikte im Team? Dann sollten diese spätestens während Krisen aus der Welt geräumt werden. Arbeitszeit in eine Teambesprechung zu investieren, zahlt sich langfristig aus, weil sich die Zusammenarbeit und der Zusammenhalt verbessern. Das setzt voraus, dass alle Konflikte geklärt und gemeinsame Lösungen gefunden werden.

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