Geschäftsmodelle als Business Model CanvasKostenstruktur kennen und Kosten managen: Cost Structure

Jedes Geschäftsmodells muss Erlösquellen haben und Umsatz generieren. Dem stehen gleichzeitig Kosten gegenüber. Ziel muss sein, dass ein Geschäftsmodell einen Gewinn erzielt – zumindest langfristig. Deshalb muss in der Business Model Canvas ermittelt werden, welche Kosten anfallen können und wie diese beeinflusst oder reduziert werden.

Kosten beeinflussen Gewinn und Cashflow

Mit einem Geschäftsmodell erzeugen Sie Leistungen für Ihre Kunden. Sie nutzen aber auch Ressourcen. Das führt zu Kosten, die Sie kennen und planen müssen. Damit Ihr Unternehmen und Ihr Geschäftsmodell einen Gewinn erwirtschaften können, müssen Sie die Kosten im Blick haben und gegebenenfalls senken können – um beispielsweise marktfähige Preise anbieten zu können. Sie müssen dazu Ihre Kostenstruktur kennen und Kostenmanagement betreiben. Sie müssen wissen, wo Sie Kosten sparen können und wo Sie investieren müssen.

Zumindest langfristig muss der Umsatz höher als die Kosten sein. Denn nur so erzielen Sie einen Gewinn und einen positiven Cashflow. Bei Non-Profit-Geschäftsmodellen dürfen diese auch Null betragen, aber nicht negativ sein. Denn der Gewinn und der Cashflow sind notwendig, damit die Liquidität gesichert sind und Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber Partnern und für die Nutzung der Ressourcen nachkommen können.

Kosten und ihre Bedeutung für das Geschäftsmodell

Für manche Geschäftsmodelle spielen die Kosten eine untergeordnete Rolle. Das Geschäft basiert vor allem auf dem besonderen Wertangebot, nicht auf dem besonderen Preis dafür. Der Kaufpreis selbst ist für den Kunden nur von untergeordneter Bedeutung. Andere Geschäftsmodelle basieren gerade darauf, dass das Wertangebot für den Kunden besonders günstig ist. Dem entsprechend lassen sich unterscheiden:

Leistungsstrategie (Premium)

Bei der Leistungsstrategie sollten Sie die Ressourcen und das Geld so einsetzen, dass Ihr Wertangebot und die damit verbundenen Leistungen beim Kunden richtig ankommen, dass Ihre Leistung für den Kunden perfekt ist und genau seine Bedürfnisse und Anforderungen erfüllt. Kosten dürfen dort anfallen, wo sie zur Leistungsverbesserung beitragen. An anderen Stellen können gegebenenfalls auch Kosten gespart werden, weil sich so die Rendite verbessern lässt.

Kostenstrategie (Discount)

Bei der Kostenstrategie sollten Sie alle Prozesse ständig auf den Prüfstand stellen und hinterfragen: Welche Kosten fallen an? Welche Kosten sind unnötig? Wie lassen sich diese Kosten einsparen? Aber Vorsicht! Sie dürfen beim Kostensparen nicht so weit gehen, dass die Qualität des Wertangebots für die Kunden so reduziert wird, dass sie ein akzeptables Mindestmaß unterschreitet.

Möglichkeiten für das Kostensparen

Wer genau auf seine Prozesse und die damit verbundenen Kosten schaut, kann viele Einsparmöglichkeiten erkennen. Unnötige Aktivitäten, Doppelarbeit oder Fehler, die beseitigt werden müssen, fallen fast in jedem Unternehmen an oder schleichen sich nach und nach ein. Deshalb muss immer wieder auf die Kosten geschaut werden: Welcher Aufwand ist wirklich notwendig?

Ausgangspunkt sind die unterschiedlichen Kostenarten und deren Beeinflussbarkeit. Meist werden dazu unterschieden:

Variable Kosten oder Teilkosten

Wo können Sie Ressourcen für die Leistungserbringung sparen? Wo können Sie bessere Einkaufspreise aushandeln? Wo sparen Sie Investitionen in Betriebsmittel oder Mitarbeiterkapazitäten? Welche Opportunitäten für den Ressourceneinsatz können Sie nutzen?

Fixkosten oder Gemeinkosten

Welche Kosten fallen in indirekten Bereichen an, die sich nicht direkt Ihrem Wertangebot zuordnen lassen? Inwiefern sind diese Kosten wirklich notwendig? Wie lassen sie sich gegebenenfalls reduzieren? Welche Ressourcen sind nicht ausgelastet? Was kann entfallen, ohne dass ein Nachteil oder Schaden entsteht?

Sie müssen Ihre Kosten und die Kostenstruktur genau kennen. Prüfen Sie jeden Ablauf und jeden Arbeitsplatz in Ihrem Unternehmen. Sie müssen dort bei den Kosten eingreifen (Kosten sparen), wo es Ihrem Geschäftsmodell zugutekommt.

Tipp: Unnötige Kosten erkennen und beseitigen

Für die Kostenanalyse hat die Betriebswirtschaft zahlreiche Methoden entwickelt. In den Handbuch-Kapiteln zum Kostenmanagement sind einige davon erläutert. Eine besondere Herangehensweise für das Kostensparen ist die Wertanalyse, die im entsprechenden Handbuch-Kapitel erklärt wird. Wer seinen Arbeitsplatz permanent prüfen will, findet im Handbuch-Kapitel zu Kaizen viele Beispiele und Tipps.

Praxis

Kosten analysieren und reduzieren

Klären Sie für Ihr Unternehmen und Ihr Geschäftsmodell, ob Sie die Leistungsstrategie oder die Kostenstrategie verfolgen:

  • Welche Rolle spielen die Kosten im Vergleich zum Wettbewerb?
  • Kauft Ihre Zielgruppe in Ihrem Kundensegment leistungsorientiert oder kostenorientiert?
  • Welche Kostenfaktoren und Kostentreiber müssen Sie im Blick behalten?
  • Wo sollten Sie Kosten reduzieren?

Nutzen Sie für Ihre Kostenanalyse die folgenden Vorlagen.

Weitere Vorlagen für die Kostenanalyse finden Sie im Handbuch-Kapitel Produkt-Controlling und Prozesskostenanalyse.