ArbeitsplatzSo kommen Sie zu einer positiven Arbeitseinstellung

Haben auch Sie eine eher lustlose Einstellung zu Ihrer Arbeit? Dies kann unterschiedliche Gründe haben. Durch praktische Maßnahmen können Sie (wieder) Freude für Ihre Arbeit erzeugen.

Die tägliche Arbeit ist nicht nur ein Garant für die finanzielle Absicherung der eigenen Existenz, sondern man verdankt ihr auch einen großen persönlichen Nutzen:

  • Anerkennung für etwas, was man leistet
  • Kontakte mit Menschen
  • Herausforderung und Befriedigung in einer Tätigkeit, die man erlernt hat
  • Das Gefühl, nützlich zu sein

Die Arbeit kann eine Chance sein, den eigenen Horizont zu erweitern und sich persönlich weiterzuentwickeln. Arbeit ist also mehr als bloßer Broterwerb. Trotzdem gibt es immer wieder diverse Gründe für Unzufriedenheit bei der Arbeit. Die wahrscheinlich fünf häufigsten sind:

  • Man sieht keine persönliche Entwicklungsmöglichkeit mehr.
  • Der Chef hat nie Zeit und nimmt die Leistung nicht wahr.
  • Es gibt Kolleginnen oder Kollegen, die nicht kooperieren.
  • Die Arbeit ist zur Routine geworden und fordert einen nicht mehr.
  • Die Aufgaben sind einfach zu viel und nicht mehr zu schaffen.

Wenn Sie sich mit einem oder mehreren dieser Punkte identifizieren können, sollten Sie aktiv werden. Lassen Sie diesen Zustand nicht einfach auf sich beruhen. Eine dauerhaft aussichtslose Situation wirkt bedrückend, schadet dem Selbstwertgefühl und gefährdet mittel- bis langfristig Ihre Gesundheit.

Folgende Maßnahmen können Sie anwenden, um (wieder) eine positive Einstellung zu Ihrem Job beziehungsweise Ihrer Arbeit zu bekommen.

Positiv über Ihre bisherige persönliche Entwicklung denken

Berufliche Karrieren sind in der Regel begrenzt. Wenn wir uns entsprechend engagieren, geht am Anfang alles noch schnell und in großen Sprüngen, danach werden die Schritte immer kleiner. Am Ende strebt die Entwicklung einem Grenzwert zu, der abhängt von der Ausbildung, Erfahrung, von Fähigkeiten und Möglichkeiten im jeweiligen Arbeitsumfeld.

Wenn Ihnen diese Grenze zum ersten Mal bewusst wird, sollten Sie sich mit diesem Gedanken anfreunden. Versuchen Sie, mit Stolz auf Ihre bisherige Entwicklung zurückzuschauen. Lenken Sie Ihren Fokus von den quantitativen Zielen auf die qualitativen. Beispiel: Überraschen Sie die Nutzer Ihrer Arbeitsergebnisse mit einem Extra-Service. Greifen Sie ein Thema auf, das Sie schon lange vor sich herschieben. Setzen Sie Ihre Erfahrung ein, um neue Inhalte Ihrer Arbeit oder Umgangsweisen mit Menschen zu entdecken. Vielleicht können Sie Ihr Englisch noch verbessern oder sich ein zusätzliches Wissen verschaffen, das am Rande Ihres Aufgabengebiets eine Rolle spielt? Vor allem aber: Genießen Sie es, einen „sicheren“ Job zu haben.

Die Aufmerksamkeit Ihres Chefs suchen

Wenn Ihnen das Gespräch mit Ihrem Chef fehlt und er Ihre Leistung nicht genügend wahrnimmt, seien Sie kreativ. Bitten Sie ihn um ein Gespräch, weil Sie zu alternativen Vorgehensweisen seine Meinung hören möchten. Bereiten Sie die Problemstellung so auf, dass Sie schon mit einer Empfehlung in das Gespräch mit ihm gehen. Er braucht dann Ihrer Empfehlung nur noch zuzustimmen. So fühlt er sich an Ihren Ergebnissen beteiligt, wird sich bei der nächsten Beurteilung daran erinnern und Ihre Initiative honorieren.

Versuchen Sie, sich in den Job Ihres Chefs hineinzuversetzen. Möglicherweise befindet er sich in einer unangenehmen Sandwich-Position und hat die schwierige Aufgabe, zwischen Ihnen und den Ebenen darüber zu vermitteln. Vielleicht muss er auch simultan und unter Zeitdruck schwierige Themen lösen, wird dabei häufig unterbrochen und verbringt viele nutzlose Stunden in Besprechungen. Dann bleibt ihm nur wenig Zeit für die eigenen Mitarbeiter.

Persönliche Beziehungen zu Ihren Kollegen aufbauen

Ergebnisse entstehen heute hauptsächlich im Team. Versuchen Sie deshalb, zu jeder Kollegin und jedem Kollegen ein konstruktives Verhältnis aufzubauen und zu pflegen. Warten Sie nicht darauf, dass die anderen den ersten Schritt machen. Tägliche Gespräche helfen beim Beziehungsaufbau, in denen Sie etwas über sich preisgeben und zum Beispiel erzählen, was Sie am Wochenende unternommen haben.

Wertschätzung zeigen und Unterstützung anbieten

Nutzen Sie für den Aufbau persönlicher Beziehungen auch Ihren Humor. Lachen ist sprichwörtlich gesund und sorgt für eine gute Arbeitsatmosphäre. Sollte Ihnen eine Kollegin oder ein Kollege von der Persönlichkeit her nicht besonders liegen, nehmen Sie es als sportliche Herausforderung. Achten Sie in diesem Fall trotzdem auf gegenseitige Wertschätzung bei der Zusammenarbeit. Bieten Sie Ihre Unterstützung an, Sie werden diese mit der Zeit an anderer Stelle zurückbekommen.

Bei unfairem Verhalten sollten Sie jedoch sofort deutlich machen, dass das nicht Ihr Weg der Zusammenarbeit ist. Sagen Sie direkt, was Sie stört. Rufen Sie dann zur konstruktiven Kooperation auf, weil alle im gleichen Boot sitzen und alle im Team aufeinander angewiesen sind.

Ihren Job neu erfinden

Je länger Sie Ihren Job machen, umso vertrauter sind Ihnen die einzelnen Vorgehensweisen. Es stellt sich mitunter eine gewisse Routine ein, und die Arbeit kann ihren Reiz verlieren. Doch es muss nicht unbedingt alles so weiterlaufen wie bisher. Als Sie Ihre Aufgaben übernommen haben, gab es bestimmte Abläufe, die zu jenem Zeitpunkt richtig waren. Möglicherweise hat sich aber in der Zwischenzeit viel verändert.

Stellen Sie sich vor, Sie dürften Ihre Arbeit völlig neu erfinden. Dafür stellen Sie alles auf den Prüfstand: Fragen Sie die Nutzer Ihrer Arbeitsergebnisse, was ihnen besonders wichtig ist, auf was sie gegebenenfalls verzichten könnten und von was sie schon immer mehr haben wollten. Prüfen Sie die einzelnen Arbeitsschritte und Arbeitswerkzeuge. Auf welche Weise könnte man schneller oder mit weniger Aufwand zu den gleichen oder sogar besseren Ergebnissen kommen? Wo könnte man Ressourcen sparen? Könnten sich wiederholende Abläufe automatisiert werden? Ihr Chef wird es Ihnen danken.

Unzufriedenheit im Job ansprechen

Wenn Ihnen Ihre Arbeit nichts mehr gibt, sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten. Ihm ist das möglicherweise noch nicht aufgefallen, da er mit Ihrer Arbeit bisher immer zufrieden war. Vielleicht hat er selbst Aufgaben, die er gerne abgeben würde. Wenn er das nicht tut und kein anderes Einsatzgebiet für Sie hat, bleibt nur die Suche nach einer anspruchsvolleren Arbeit. Und das kann auch bedeuten, dass Sie sich nach einem anderen Arbeitgeber umschauen sollten.

Nur was wichtig ist erledigen

Die Arbeitszeit ist begrenzt, deshalb sollten Sie nur das Wichtigste erledigen. Versuchen Sie, aus der Fülle Ihrer Aufgaben das herauszufinden, was wirklich wichtig ist. Dafür braucht es Kriterien und Prioritäten, die Sie hin und wieder mit dem Vorgesetzten abstimmen sollten:

  • Was gehört zu den eigentlichen Kernaufgaben?
  • Könnte die Aufgabe eine Kollegin oder ein Kollege erledigen?
  • Welche Konsequenzen treten ein, wenn eine Aufgabe später oder gar nicht erledigt wird?
  • Wer benötigt die Ergebnisse und zu welchem Zweck?
  • Wo könnte man bei der Aufgabe Abstriche bei der Qualität, dem Termin oder dem Aufwand machen?
  • Welche Aufgaben haben bei geringstem Aufwand den größten Effekt?

Informieren Sie diejenigen, die ein Interesse an der Erledigung bestimmter Aufgaben haben, über das, was Sie nicht bearbeiten können. Versuchen Sie dafür auf bestimmte, aber verträgliche Art und Weise Nein zu sagen.

Ihren bisherigen Arbeitsstil überprüfen

Überprüfen Sie Ihren Arbeitsstil. Vermeiden Sie ständige Unterbrechungen durch elektronische Medien und bearbeiten Sie E-Mails zu fest geplanten Zeiten zwei bis drei Mal pro Tag. Fassen Sie ähnliche kleinere Aufgaben zusammen, wie zum Beispiel Telefonate. Planen Sie komplexere Aufgaben in störungsarmen Stunden ein.

Gibt es einen ernsthaften Kapazitätsengpass, kann nur Ihre Führungskraft helfen. Am besten ist es, Sie schildern nicht nur die Situation, sondern zeigen auch gleichzeitig Lösungsalternativen auf. Der Arbeitgeber ist grundsätzlich verpflichtet, geeignete Arbeitsmittel zur Verfügung zu stellen und einer gesundheitsschädigenden Überanstrengung entgegenzuwirken.

Ihre Arbeit als Ihr „Ding“ begreifen

Etwa ein Drittel Ihrer Zeit verbringen Sie mit Arbeit. Das ist oft mehr als mit der Familie und mit Freunden. Den Sinn darin müssen Sie selbst finden, indem Sie sich klar machen, wofür Sie Ihren Beruf ausüben. Bedenken Sie: Sie müssen nicht unbedingt Leidenschaft für Ihren Beruf empfinden, denn starke Gefühle behindern oft klares Denken. Was Sie jedoch tun können, ist, Ihre Arbeit weitgehend selbst zu gestalten, sich an den Ergebnissen zu erfreuen und sich so auf Dauer mit Ihrer Arbeit zu identifizieren – sie also gut und gerne machen. Versuchen Sie Ihre Arbeit als Ihr ganz persönliches „Ding“ zu betrachen, dann macht sie Ihnen auch (wieder) Spaß.

Dazu im Management-Handbuch

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