MeetingsDie Angst vor Videokonferenzen überwinden

Die Angst vor Videokonferenzen ist weitverbreitet, denn: Nicht jedem fällt es leicht, im virtuellen Umfeld selbstbewusst, überzeugend und natürlich aufzutreten. Woher kommt das Unbehagen während Online-Meetings? Und kann man ihm konstruktiv begegnen?

Einige Menschen empfinden während Videokonferenzen oder Online-Meetings ein starkes Unbehagen; manche haben regelrecht Angst davor, beim Gegenüber nicht gut anzukommen oder sogar peinlich zu wirken.

Dieses Phänomen ist so verbreitet, dass sich dafür spezielle Begriffe etabliert haben, wie „Zoom Fear“, „Zoom-Panik“ oder, in einem allgemeineren, nicht auf Videokonferenzen beschränkten Kontext: „FOPO (Fear of People’s Opinions)“.

Woher kommt die Angst vor Videokonferenzen?

In Videokonferenzen und in Online-Meetings sieht man Vorgesetzte, Kolleginnen und Kollegen oder Kundinnen und Kunden je nach Kameraeinstellung nur teilweise. Meistens ist das Gesicht und ein Teil des Oberkörpers im Fokus. Dadurch können nonverbale, körpersprachliche Signale nur unzureichend interpretiert werden.

Wir sehen zum Beispiel nicht genau, ob unser Gegenüber beim Sprechen wild mit den Händen gestikuliert, die Hände faltet oder zur Faust ballt, die Beine überschlägt, aufrecht oder gekrümmt sitzt. Auch die Mimik wird je nach Bildqualität und Lichtintensität verfälscht. Bei einer schlechten Bildqualität oder einer stockenden Bildübertragung lässt sich kaum einschätzen, ob der Gesprächspartner etwa fragend, begeistert, kritisch oder neutral schaut.

Weitere Gründe für eine Zoom-Panik sind:

Technische Probleme
Die Unsicherheit im Umgang mit Technologie kann dazu führen, dass Menschen sich unwohl fühlen. Dies reicht von Schwierigkeiten bei der Einrichtung von Videokonferenztools bis zu Problemen mit der Internetverbindung.

Soziale Unsicherheit
Einige Menschen fühlen sich vor der Kamera unsicher und haben Angst davor, auf andere inkompetent, peinlich oder unsympathisch zu wirken. Das Bewusstsein, dass andere sie auf dem Bildschirm durchgehend frontal sehen können, führt bei Betroffenen zu Nervosität.

Mangelnde Kontrolle über die Umgebung
In Präsenz-Meetings können Menschen ihre physische Umgebung besser kontrollieren. Bei Online-Meetings sind sie möglicherweise in ihrer häuslichen Umgebung, was zu Ablenkungen oder Sorgen über die Privatsphäre führen kann.

Es kommen Gedanken auf, wie: „Was, wenn man gleich mein Kind im Hintergrund schreien hört? Denkt meine Chefin dann, ich nehme meinen Job nicht ernst?“ oder „Man hört den Baulärm aus dem Nachbarhaus. Wird das meine Gesprächspartner irritieren?“

Erschöpfung durch Bildschirmzeit
Die zunehmende Nutzung von Bildschirmen im Rahmen von virtuellen Meetings und Homeoffice führt zur Ermüdung, auch bekannt als „Zoom-Fatigue“. Der ständig auf Bildschirme geheftete Blick kann belastend sein.

So überwinden Sie die Angst vor Online-Meetings

Wenden Sie alle oder einige der folgenden Maßnahmen an, um mit der Zeit in Videokonferenzen sicherer und selbstbewusster zu werden.

Bereiten Sie sich vor.

Erstellen Sie im Vorfeld eine klare Agenda und setzen Sie sich mit den Themen auseinander, die besprochen werden sollen. Durch eine strukturierte Vorbereitung steigern Sie nicht nur Ihr Selbstvertrauen, sondern vermitteln auch einen professionellen Eindruck.

Aufgabe: Vor jeder Konferenz nutzen Sie die folgende Vorlage, um sich Ihre Erwartungen, Themen und Ziele vor wichtigen Besprechungen vor Augen zu führen. Dadurch gewinnen Sie Selbstvertrauen und können Konstruktives zum Online-Meeting beitragen.

Setzen Sie auf einwandfreie Technik.

Investieren Sie in hochwertige Technologie, um die Qualität von Bild und Ton zu optimieren. Regelmäßige Tests Ihrer Kamera, des Mikrofons und Ihrer Internetverbindung helfen, technische Störungen zu vermeiden.

Aufgabe: Testen Sie vor jeder Videokonferenz Ihre Kamera und das Mikrofon, planen Sie hierfür zwei bis drei Minuten Zeit ein.

Optimieren Sie Ihr Umfeld.

Schaffen Sie einen Arbeitsplatz, der Professionalität ausstrahlt. Eine neutrale, gut beleuchtete Umgebung fördert nicht nur die Konzentration, sondern unterstreicht auch Ihre Kompetenz.

Aufgabe: Sorgen Sie dafür, dass Ihr Hintergrund professionell und aufgeräumt wirkt und prüfen Sie die Beleuchtung.

Zeigen Sie Präsenz.

Setzen Sie bewusst auf Blickkontakt in die Kamera, um eine direkte Verbindung herzustellen. Wenn Sie selbst sprechen, schauen Sie in die Kamera. Bringen Sie ein Schild an der Kamera an, das Sie erinnert, dorthin zu schauen. Wenn andere sprechen, können Sie auf die jeweilige Person am Bildschirm schauen.

Ebenfalls wichtig: Eine aufrechte Haltung und eine klare, deutliche Sprache verstärken Ihre Präsenz und erhöhen Ihre Überzeugungskraft. Achten Sie darauf, dass die Kamera auf Augenhöhe angebracht ist.

Aufgabe: Üben Sie vor dem Spiegel oder mit einer Kollegin oder einem Kollegen, um sich an den direkten Blick in die Kamera zu gewöhnen.

Etablieren Sie eine gesunde Fehlerkultur.

Akzeptieren Sie, dass Fehler menschlich sind. Im beruflichen Kontext wird Authentizität oft mehr geschätzt als Perfektion. Lernen Sie, über Pannen hinwegzusehen und professionell damit umzugehen.

Aufgabe: Bewahren Sie auch dann Ruhe, wenn technische Probleme auftreten, und kommunizieren Sie transparent, wie Sie das Problem lösen werden.

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