UnternehmenskulturFührungsstil in Frankreich – die Besonderheiten auf einen Blick

Um die Teamarbeit in interkulturellen Teams zu verbessern, wird der Führungsstil an die landestypischen Gegebenheiten Frankreichs angepasst. Ein Blick auf (unternehmens-) kulturelle Eigenarten hilft, Missverständnisse zwischen Mitarbeitern und Führungskraft sowie im Team zu vermeiden.

Der staatliche Einfluss auf die Wirtschaft ist in Frankreich traditionell groß; an zahlreichen Konzernen ist der Staat direkt beteiligt. Unter anderem deshalb sind es in Frankreich lebende Personen gewohnt, abgesichert zu sein. Das wirkt sich auch auf die Unternehmenskultur aus.

Es gibt nicht nur hoch entwickelte Sozialversicherungssysteme, sondern Frankreich setzt sich zudem gezielt für die Familienförderung ein. Das beschert dem Land eine vergleichsweise hohe Geburtenrate.

Französische Mentalität bedenken

Intellektueller Reichtum, eine starke Persönlichkeit und die Zugehörigkeit zu einer Elite bringen in Frankreich Anerkennung. Dieses elitäre Denken offenbart sich auch im französischen Bildungssystem mit seinen Eliteschulen und Universitäten.

Kulturwissenschaftler und Sozialpsychologe Geert Hofstede wies in seinen Untersuchungen darauf hin, dass in Frankreich Ungleichheiten und Abhängigkeiten bis zu einem gewissen Grad akzeptiert werden. Das geschieht in einer Dimension, die untypisch hoch für eine individualistische Gesellschaft ist.

Diese Mentalität wirkt sich auf die Unternehmenskultur und den Führungsstil in Frankreich aus.

Was einen angemessenen Führungsstil in Frankreich auszeichnet

Besonders in der Unternehmensführung wird die spezielle soziokulturelle Prägung Frankreichs deutlich. Zum einen spielen Mitbestimmung und Teilhabe an Entscheidungsprozessen eine wichtige Rolle. Zum anderen werden Autoritäten anerkannt.

Unter diesen Voraussetzungen kann gute Führung zu einem heiklen Balanceakt werden. Der Führungsstil hängt sehr von der Persönlichkeit der Führungskraft ab. Werden Ziele einfach nur vorgegeben und Entscheidungen am Team vorbei gefällt, resultiert daraus Druck auf die Mitarbeitenden. Die Folge: Sie sprechen eher über ihre Vorgesetzten, statt mit ihnen zu kommunizieren.

Der Hang zur Akzeptanz von Autoritäten führt leicht dazu, dass Mitarbeitende sich nicht trauen, eigene Ideen oder Verbesserungsvorschläge einzubringen. Die unterschwellige Angst, sich unbeliebt zu machen, ist zu groß. Vorgesetzte sind in Frankreich nicht so nahbar wie in weniger hierarchischen Gesellschaften.

Konkurrenzdenken kann zu weiteren Spannungen und Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit führen – der Gemeinschaftssinn wird Opfer des Kampfgeistes. Wer ein französisches Unternehmen erfolgreich führen will, benötigt Fingerspitzengefühl und Verständnis für diese Besonderheiten in Sachen Unternehmenskultur.

In französischen Unternehmen indirekt kommunizieren

In Frankreich gilt es als wenig charmant, wenn jemand gleich mit der Tür ins Haus fällt und die Dinge allzu konkret beim Namen nennt. Französische Teams bevorzugen einen indirekten Kommunikationsstil, bei dem der Kern der Botschaft erst zwischen den Zeilen durchdringt.

Bei wichtigen Besprechungen ist es vorteilhaft, wenn der Gesprächspartner schon im Vorfeld alle wichtigen Informationen erhält. Die Menschen in Frankreich schätzen den geistreichen Austausch genauso wie Spitzfindigkeiten und Schlagfertigkeit – solange kein Streit provoziert wird.

Unternehmenskultur in Frankreich: So verhalten sich Führungskräfte richtig

Folgende Verhaltensregeln sollten Sie befolgen, wenn Sie als Führungskraft in Frankreich für eine harmonische Teamarbeit und Akzeptanz sorgen möchten:

  • Seien Sie großzügig mit Anerkennung und Lob.
  • Behandeln Sie Ihre Gesprächspartner mit Respekt.
  • Überzeugen Sie mit guten Argumenten.
  • Hören Sie auf Zwischentöne.
  • Nutzen Sie Ihre Empathie, um Missstimmungen in Teams vorzubeugen.

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